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Rolf Morrien

Wohin geht das Geld, wenn Aktienpreise fallen?

Robert Sasse

Robert Sasse

Haben sie sich jemals gefragt, wohin ihre Socken verschwinden, wenn sie sie in ihrem Trockner verlieren? Dies ist ein ungeklärtes Mysterium, auf welches man vielleicht nie eine Antwort finden wird. Genauso fühlen sich Viele, wenn sie merken, dass ihr Makler-Konto plötzlich einen Kopfsprung macht. Wohin geht dieses Geld also? Zum Glück verschwindet Geld, dass man durch eine Aktie gewinnt oder verliert nicht einfach. Lesen sie weiter um herauszufinden was damit passiert und wodurch dies verursacht wird.

Verschwindendes Geld

Bevor wir dazu kommen wie Geld verschwindet, ist es wichtig zu verstehen, dass unabhängig davon, ob der Markt bullisch (steigernd) oder bärisch (abschreibend) ist, Angebot und Nachfrage die Aktienpreise treiben und Fluktuationen bei den Preisen bestimmen ob sie Geld machen oder es verlieren.

Wenn sie also eine Aktie für 10$ erwerben und sie dann für nur 5$ verkaufen, verlieren sie (offensichtlich) 5$. Es fühlt sich vielleicht so an, dass dieses Geld zu jemand anderem geht, aber das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Es geht nicht an die Person, die ihnen die Aktie abkauft. Auch das Unternehmen, welches die Aktie anbietet, bekommt das Geld nicht. Das Maklerunternehmen steht auch mit leeren Händen dar, da sie es nur für die Transaktionskosten bezahlt haben. Also besteht weiterhin die Frage: Wohin ist das Geld gegangen?

Impliziter und Expliziter Wert

Die unkomplizierteste Antwort auf diese Frage ist, dass es tatsächlich in dünne Luft verschwunden ist, zusammen mit der Abnahme in der Nachfrage für die Aktie oder, um genauer zu sein, die Abnahme der positiven Ansichten verschiedener Anleger.

Aber das diese Geldkapazität sich einfach in Luft auflöst zeigt die Komplexität und irgendwie widersprüchliche Natur des Geldes. Ja, Geld ist etwas Verlockendes – zu gleich immateriell während es mit unseren Träumen und Fantasien flirtet und greifbar, wenn wir damit unser täglich Brot kaufen. Genauer gesagt, spiegelt dieses Doppelspiel des Geldes die zwei Teile des Aktienmarkts-Wertes wider: der implizite und der explizite Wert.
Auf der einen Seite kann Geld, durch Veränderungen des impliziten Werts einer Aktie, welcher durch die persönlichen Ansichten und Recherchen von Anlegern und Analysten bestimmt wird, erschaffen oder vernichtet werden. So hat zum Beispiel ein pharmazeutisches Unternehmen mit den Rechten für das Patent auf das Heilmittel für Krebs einen viel höheren impliziten Wert als ein Tante Emma-Laden.

Abhängig von den den Ansichten und Erwartungen der Investoren an eine Aktien, basiert der implizite Wert auf Einnahmen- und Einkommensvorhersagen. Wenn der implizite Wert eine Veränderung durchgeht – welche, tatsächlich, durch abstrakte Dinge wie Treue und Emotionen generiert wird – folgt der Aktienpreis. Eine Abnahme des impliziten Werts hinterlässt den Besitzer der Aktie einen Verlust, da dieses Vermögen nun weniger Wert ist als der ursprüngliche Preis. Und wieder hat niemand wirklich Gelt erhalten; es ist durch die Ansichten von Anlegern verloren gegangen.

Nun, da wir die „unrealistische“ Charakteristik des Geldes abgedeckt haben, können wir nicht ignorieren wie Geld auch den expliziten Wert darstellt, welcher der konkrete Wert eines Unternehmens ist. Bezeichnet als der Buchwert, wird der explizite Wert berechnet indem alle Vermögen addiert  und mit den Verbindlichkeiten subtrahiert werden. So ist dies also der Betrag des Geldes, welcher übrig blieb, wenn ein Unternehmen alle seine Güte zu einem fairen Marktwert verkaufen würde und dann alle seine Verbindlichkeiten zahlt.

Aber sie sehen, ohne den expliziten Wert würde der implizite Wert nicht existieren: Die Interpretation von Anlegern wie gut ein Unternehmen seinen expliziten Wert verwenden wird ist die treibende Kraft hinter dem impliziten Wert.

Das Geheimnis ist gelüftet

Als ein Beispiel: Im Februar 2009 hatte Cisco Systems Inc. (Nasdaq:CSCO) 5,81 Milliarden Aktien offenstehend, was bedeutet, dass wenn der Wert der Aktie um 1$ gefallen wäre es das selbe gewesen wäre, wenn man 5,81 Milliarden $ (impliziten) Wert verloren hätte. Da CSCO viele Milliarde von Dollar in konkreten Vermögen besitzt, wissen wir, dass der explizite Wert keine Veränderung durchläuft, so bekommt die Idee das Geld sich einfach in Luft auflöst viel dinghafter. Dadurch passiert, dass Investoren, Analysten und Marktprofis bekannt geben, dass sich ihre Aussichten für das Unternehmen verengen. Daher sind Anleger nicht mehr bereit so viel zu bezahlen wie es davor der Fall war.

So können also Glauben und Erwartungen zu tatsächlichem Bargeld werden, aber nur aufgrund einer sehr realen Tatsache: Die Kapazität eines Unternehmens um etwas zu erschaffen, egal ob es ein Gut oder eine Dienstleistung ist. Umso besser ein Unternehmen darin ist etwas zu erschaffen, umso höher werden die Einnahmen des Unternehmens sein und umso mehr Vertrauen werden Anleger in das Unternehmen haben.

Auf einem bullischen Markt, herrscht eine insgesamt positive Meinung über die Fähigkeit des Marktes zu produzieren und kreieren vor. Da diese Meinung nicht existieren würde, wenn es keinen Beweis gäbe, dass etwas kreiert wird oder wurde, kann jeder auf einem bullischen Markt Geld machen. Natürlich kann das genaue Gegenteil auf einem bärischen Markt passieren.
Um alles zusammenzufassen, können sie sich die Börse als eine riesige Maschine der Wohlstandsschaffung und -zerstörung vorstellen.

Verschwindende Socken

Niemand weiß so genau, wieso Socken in den Trockner gehen und nie wieder herauskommen, aber das nächste mal wenn sie sich fragen, woher dieser Aktienpreis herkam oder hingeganen ist, können sie es wenigstens den Marktaussichten ankreiden.

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