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Rolf Morrien

Werden sie ihr eigener Aktienanalyst

Yannick Esters

Yannick Esters

Niemand würde Sie fragen ihr eigener Arzt oder Anwalt zu werden, warum sollte Sie also jemand fragen ihr eigener Aktienberater zu werden? Manche Menschen fangen an zu kochen, einfach weil es ihnen Spaß macht. Ebenso gibt es Leute wie Warren Buffet, welche es genießen Investitionen zu tätigen. Daher sollten Sie, wenn Sie ein Investor sind der am liebsten selbstständig arbeitet, ihr eigener Aktienanalyst werden. Da ein großes Fragezeichen über der Glaubwürdigkeit solcher Berater steht, ist es immer besser sich selbst einzuarbeiten. Lesen Sie weiter um herauszufinden wie Sie selbst wie ein Analyst denken können, selbst wenn sie zuhause sind.

Analyse ist ein Prozess

Es macht keinen Unterschied, ob sie ein Investor auf der Suche nach Wachstum oder Wert sind; der erste Schritt um wie ein Analyst zu denken ist ein prüfendes Denken zu entwickeln. Sie müssen herausfinden, was sie zu welchem Preis kaufen und verkaufen. Analysten konzentrieren sich für gewöhnlich auf eine bestimmte Branche oder Bereich. In diesem Bereich fokussieren sie sich auf ausgewählte Unternehmen. Das Ziel eines Analysten ist es den Unternehmen auf ihrer Liste und deren Tätigkeiten genaustens zu prüfen.Dies tun sie indem sie Jahresabschlüsse und alle anderen verfügbaren Informationen über die Unternehmen analysieren. Um eine Gegenprobe dieser Fakten zu machen, überprüfen Analysten auch die Unternehmungen der Lieferanten, Kunden und Konkurrenz des Unternehmens.Manche besuchen sogar die Firma und kommunizieren mit dem Management um Informationen über die Arbeitsweise des Unternehmens aus erster Hand zu erlangen. So verbinden professionelle Analysten schrittweise alle Punkte miteinander um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Bevor Sie irgendwelche Investitionen tätigen, sollten Sie ihre eigene Recherche machen. Es ist immer besser mehrere Aktien in der gleichen Branche zu untersuchen um eine vergleichbare Analyse zu erhalten. Allerdings ist die größte Einschränkung hierbei Zeit. Privatanleger, die viele andere Dinge zu tun haben, sind nicht in der Lage so viel Zeit wie professionelle Analysten aufzuopfern. Sie können anfangs jedoch erstmal nur ein oder zwei Firmen auswählen um zu testen wie gut Sie sie analysieren können. Dies hilft Ihnen den Prozess zu verstehen. Mit mehr Zeit und Erfahrung können Sie darübernachdenken mehr Aktien unter die Lupe zu nehmen.

Der beste Platz für den Anfang ist wo sie stehen

Der beste Weg um ihre eigenen Analysen zu tätigen besteht darin die Berichte von Analysten zu untersuchen. Dadurch sparen Sie viel Zeit, da sie Vorarbeiten überspringen können. Sie müssen dabei nicht blind den Kauf- und Verkaufsempfehlungen der Analysten folgen, aber Sie bekommen einen schnellen Überblick über die Firma, inklusive derer Stärken und Schwächen, Hauptkonkurrenten, Branchenaussichten und Zukunftschancen. Analystenberichte sind vollgepackt mit Informationen, durch das Lesen von Berichten verschiedener Analysten wird Ihnen helfen die Gemeinsamkeiten herauzufinden. Die Meinungen können sich zwar unterscheiden, aber grundsätzliche Fakten sind immer gleich.

Darüberhinaus können sie einen genauern Blick auf die Gewinnprognosen verschiedener Analysten werfen, welche schlussendlich ihre Kauf- oder Verkaufsempfehlungen bestimmen. Unterschiedliche Analysten setzen vielleicht verschiedene Richtpreise für die selbe Aktie. Schauen Sie daher immer auf die genannten Gründe, während sie den Analystenbericht lesen. Was wäre ihre Meinung über die gegeben Aktien gewesen, hätten Sie die selben Informationen? Keine Idee? Dann gehen sie zum nächsten Schritt über.
Was ist zu analysieren?

Um zu ihrer eigenen Schlussfolgerung zu kommen, müssen Sie die verschiedenen Schritte verstehen, die bei einer Aktienanalyse involviert sind. Manche Analysten folgen der „Top-Down-Strategie“, bei der Sie in einer Branche die führende Firma ausmachen, während andere der „bottom-up“-Herangehensweise folgen, bei der Sie zuerst eine bestimmte Firma auswählen und dann mehr über die Branchenaussichten herausfinden. Sie können sich Ihre eigene Reihenfolge aussuchen, allerdings muss der gesamte Prozess fließend sein. Jeder Aktienanalyseprozess beinhaltet die folgenden Schritte.

Branchenanalyse

Es gibt freizugängliche Informationsquellen für fast jede Branche. Oft gibt der Jahresbericht einer Firma einen ausreichenden Überblick über die Branche und derer Wachstumsaussichten für die Zukunft. Jahresberichte geben uns außerdem Aufschluss über die größeren und kleineren Konkurrenten in der jeweiligen Branche. Das gleichzeitige Lesen von Jahresberichten von zwei – drei Unternehmen gibt einem ein klareres Bild.

Geschäftsmodellanalyse

Sie sollten sich auf die Stärken und Schwächen einer Firma konzentrieren. So gibt es eine starke Firma in einer schwachen Branche und eine schwache Firma in einer starken Branche. Die Stärken eines Unternehmens spiegeln sich oft in Dingen wie einzigartiger Markenidentität, Produkten, Kunden und Lieferanten wider. Sie können über Jahresberichte, Handelszeitschriften und Websites mehr über das Geschäftsmodell einer Firma lernen.

Finanzielle Stärke

Ob es Ihnen gefällt oder nicht, die finanzielle Stärke eines Unternehmens zu verstehen ist der wichtigste Schritt in der Aktienanalyse. Sie können nicht wie ein Analyst denken, wenn Sie die Finanzen nicht verstehen. Sie sollten in der Lage sein Bilan, Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Kapitalflussrechnungen zu verstehen. Lügende Nummern in den Finanzberichten sind oft aussagekräftiger als glänzende Werte in den Jahresabschlussberichten.

Qualität des Managements

Analysten fokussieren sich auch auf die Qualität des Managements. Es wird oft gesagt, dass es keine guten oder schlechten Firmen gibt, nur gute oder schlechte Manager. Führungskräfte sind verantwortlich für die Zukunft ihres Unternehmens. Sie können das Firmenmanagement durch Internetrecherche einschätzen.

Wachstumsanalyse

Aktienpreise folgen den Einnahmen. Um also zu wissen, ob die Preise zukünftig steigen oder fallen werden müssen Sie wissen in welche Richtung die künftigen Einnahmen gehen. Leider gibt es keine Formel, welche Ihnen sagt, welche künftigen Einnahmen zu erwarten sind. Analysten treffen ihre eigenen Einschätzungen indem sie neben vergangenen Mustern von Umsatzwachstümern und Gewinnquouten Rentabilititätstrends in der spezifischen Branche analysieren. Grundsätzlich ist es ein Verbinden von vergangenen Geschehnissen und künftigen Erwartungen. Ausreichend genaue Einkommensvorhersagen zu treffen ist der ultimative Test für ihre Aktienanaysekapazitäten, da sie ein guter Indikator für Ihr Verständnis der Branchen und Firmen ist.

Einschätzungen

Sobald Sie über die künftigen Einnahmen informiert sind, ist der nächste Schritt den Wert einer Firma herauszufinden. Wie hoch sollte der Aktienwert ihrer Firma sein? Analysten müssen herausfinden wie hoch der aktuelle Marktpreis der Aktien im Vergleich zum Wert der Firma ist. Es gibt keinen „korrekten Wert“ und verschiedene Analysten verwenden unterschiedliche Parameter.

Der Richtpreis

Der letzte Schritt ist einen Richtpreis festzulegen. Sobald sie über die künftigen Einnahmen bescheid wissen, können Sie hohe und niedrige Richtpreise berechnen indem Sie den zu erwartenden Gewinn je Aktie mit dem zu erwartenden hohen und tiefen Kurs-Gewinn-Verhältnisen multiplizieren. Die hohen und niedrigen Richtpreise ist die Bandbreite in welcher sich die künftigen Aktienpreise wahrscheinlich, abhängig von den erwarteten künftigen Gewinnen, bewegen werden. Wenn Sie die Richtpreise herausgefunden haben können Sie diese verwenden um an ihr Ziel zu gelangen.

Die Quintessenz

Das Ziel eines jeden Investors ist es Profit zu erzielen. Jedoch führen nicht alle Wege nach Rom. Vertrauen Sie niemals blind auf die Aussagen von Aktienanalysten sondern machen Sie immer ihre eigene Recherche. Nicht jeder kann ein Investment-Experte sein, aber Sie können ihre analytischen Fähigkeiten verbessern, wenn es um Aktien geht.

 

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