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Rolf Morrien

Wer braucht einen Riester?

Die Nullzinspolitik der weltweiten Notenbank sorgt ja bekanntermaßen für allseits gute Laune am Aktienmarkt. Wenig Begeisterung ist dagegen derzeit von den Versicherungen zu hören. Vor allem Lebens- und Rentenversicherungen bringen derzeit nur noch maue Verzinsungen. Betroffen ist davon auch die mehr oder minder beliebte Riester-Rente. Schuld sind die Anlagevorschriften, die vorrangig niedrig verzinste Anleihen und ähnliche Anlagen vorschreiben. So weit so schlecht. Eine Altersvorsorge in Form von Aktien ist daher für mich unverzichtbar.

Was macht eigentlich eine Rentenversicherung?

Für viele Arbeitnehmer ist eine Rentenversicherung die erste Wahl in Sachen Altersvorsorge. Dabei geht es doch auch anders. Ein Rentenversicherer macht nichts anderes, als über die Zeit des Erwerbslebens aus den monatlichen Beiträgen ein Vermögen aufzubauen. Bei Erreichen des Rentenalters, wird das ersparte Vermögen in monatlichen Raten als Rente wieder ausgezahlt. Das Risiko für die Versicherung besteht dabei darin, dass der Versicherte länger lebt, als bei Rentenbeginn statistisch zugrunde gelegt wurde. Stirbt der Versicherte vor Ende seiner kalkulierten Rentendauer kann die Versicherung die Differenz mit den Kosten für länger lebende Rentner verrechnen oder sogar als Gewinn verbuchen.

Warum nicht selber Geld anlegen?

Zugegeben, das Versicherungsmodell ist vereinfacht dargestellt, aber vom Grundsatz her stimmt es. Um die Altersvorsorge selber in die Hand zu nehmen, muss man sich folgendes vor Augen führen: Solange man Arbeiten kann, gilt es ein Vermögen beiseitezulegen, damit man im Ruhestand etwas hat, wovon man leben kann. Die Summen um die es dabei geht sind keineswegs klein. Angenommen, man möchte im Ruhestand 1.000 Euro im Monat haben, summiert sich das im Lauf der Jahre ganz schön. Ein heute 40-jähriger Mann wird statistisch gesehen 78 Jahre alt. D.h. von einem Rentenbeginn mit 67 an, muss das Geld für mindestens 11 Jahre reichen. Ohne Berücksichtigung der Zinsen in der Zeit der Auszahlung und ohne Berücksichtigung von Inflation ergäbe das bereits ein Mindestvermögen von 132.000 Euro. Kommt jetzt noch die Inflation mit geschätzt 2 Prozent pro Jahr ins Spiel, sinkt die Kaufkraft in dieser Zeit um rund die Hälfte. D.h. eigentlich müsste man zu Rentenbeginn mehr als eine viertel Million Euro angespart haben, um sich dann das gleiche leisten zu können, wie heute. Mit entsprechend solider Aktienanlage sollte diese Summe im Lauf von 20 bis 30 Jahren durchaus erreicht werden – mit Zinspapieren wird es da schon schwerer.

Wer braucht einen Riester?

Im Zuge der letzten Rentenreformen wurde bekanntlich de Riester-Rente eingeführt. Doch das Produkt ist längst nicht so gut, wie einen die Politik stets glauben machen will. Hohe Kosten und niedrigen Verzinsungen sind dabei die größten Kritikpunkte. Das nimmt nun auch die Gewerkschaftsseite in Form des DGB auf. Doch eine Rückkehr zum Umlageverfahren, wie diese nun fordern, ist genau das Falsche. Es muss hin zum Aktienmarkt gehen und weg von den vermeintlich sicheren Staatsanleihen. Nur wer auch am Erfolg der Unternehmen (in Form von Aktienbeteiligungen) profitiert, hat eine entspannte Rente in Aussicht. Wichtigster Grundsatz ist dabei: Nie alles auf ein Pferd setzen, sprich ein breit gestreutes Depot. Dann klappt‘s auch mit der „Aktienrente“.

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