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Was genau eine Anleihe ist und wie sie funktioniert

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Wenn ein Unternehmen Geld benötigt gibt es mehrere Möglichkeiten sich dieses zu beschaffen. Eine davon ist die Emission (Ausgabe) einer Anleihe.

Als Zeichner einer Anleihe werden Sie nicht Miteigentümer des Unternehmens und es handelt sich aus Sicht des Unternehmens auch nicht um Eigenkapital (wie bei Aktien), sondern um Fremdkapital.

Bei einer Anleihe handelt es sich um ein sogenanntes festverzinsliches Wertpapier mit einer festen Laufzeit.

Gemeinsamer Nenner von Aktien und Anleihen ist der tägliche Börsenkurs

Einen gemeinsamen Nenner zwischen Aktien und Anleihen gibt es jedoch schon: Genau wie bei Aktien gibt es auch bei Anleihen einen täglich festgestellten Börsenkurs.

Wenn dieser Kurs zum Beispiel auf Grund von drohender Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens (= Anleihenschuldner) um 50% fällt, wäre in dem Moment theoretisch die Hälfte Ihres eingesetzten Kapitals verloren.

Geht der Anleihenschuldner nicht bankrott, wird dagegen am Laufzeitende die Anleihe zum Nennwert (= 100%) zurückgezahlt.

Die Berechnung der Anleihen-Rendite an einem Fallbeispiel

Nehmen wir an, dass zwei Anleihen, eine von der ABC AG und die andere von der XYZ AG, jeweils einen Zins-Kupon von 5% und eine Restlaufzeit von exakt 12 Monaten aufweisen.

Sie als Besitzer einer der beiden Anleihen mit einem Nennwert von 1.000 Euro erhalten pro Jahr jeweils 50 Euro Zinsen. Die Zinszahlung ist in beiden Fällen identisch. Die Rendite jedoch nicht.

Aufgrund der höheren Risiken kostet die Anleihe der XYZ AG in unserem Beispiel nur 900 Euro, obwohl der Nennwert bei 1.000 Euro liegt (der Verkäufer an der Börse hat Angst, dass die XYZ AG zahlungsunfähig wird und bietet die Anleihe daher unter Nennwert an).

Am Laufzeitende zahlt die XYZ AG dann jedoch die Zinsen und auch den Nennwert zurück.

Die Rechnung sieht dann wie folgt aus:

Der Käufer hat beim Kauf 900 Euro bezahlt, aber 1.000 Euro für den Nennwert und 50 Euro Zinsen (= 1.050 Euro) erhalten. Die Anleihenrendite liegt dann bei 1.050 : 900 = 16,67%

Die Anleihe der ABC AG hat dagegen beim Kauf 1.000 Euro gekostet. Es gibt am Laufzeitende keinen Kursgewinn, sondern nur die 50 Euro Zinsen. Die Anleihenrendite liegt dann bei 1.050 : 1.000 = 5,00%

Achtung: Gleiche Höhe des Zins-Kupons bedeutet nicht gleiche Höhe der Rendite

Der Zins-Kupon war in beiden Fällen identisch, die Rendite fällt jedoch – je nach Einstiegskurs – sehr unterschiedlich aus. Lassen Sie sich daher nicht von einem hohen Zins-Kupon beeindrucken.

Es kommt immer auf das Verhältnis von Zins-Kupon zu Einstiegskurs an.

 

 

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