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Twitter: Mit tiefroten Zahlen an die Börse

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Im Mai letzten Jahres erfolgte einer der aufsehenerregendsten Börsengänge des 21. Jahrhunderts – die Rede ist vom Börsengang der US-amerikanischen Social Media Plattform Facebook.

Noch in diesem Jahr steht ein weiterer Börsengang dieser Kategorie bevor. Dabei handelt es sich um den Börsengang des Kurznachrichtendienstes Twitter.

Kaum ein Medium ist so nah dran am Geschehen wie Twitter

Kaum ein Medium ist an den verschiedensten Ereignissen so nah dran wie Twitter. Egal ob es sich dabei um eine Bundestagswahl, Olympische Spiele oder einen “Tatort” handelt – über Twitter wird durch Medien und Jedermann das Geschehen kommentiert, auf Entwicklungen hingewiesen oder es werden passende Fotos hochgeladen.

Twitter will über die enorme Reichweite des Kurznachrichtendienstes Investoren anlocken. Laut des gestern vorgelegten Börsenprospekts hat Twitter mehr als 215 Millionen aktive Nutzer pro Monat. 100 Millionen nutzen den Dienst gar täglich.

Weiterhin geht aus dem Prospekt hervor, dass täglich rund 500 Millionen Kurznachrichten verbreitet werden. Diese Kurznachrichten werden bei Twitter “Tweets” genannt und dürfen maximal 140 Zeichen lang sein.

Wie Twitter Geld verdient – und vor allem wie viel Geld Twitter verdient

Twitter verdient Geld, in dem es in den Nachrichtenstrom der Kurznachrichten Anzeigen in Form beworbener Tweets einstreut, auf die Nutzerkonten von dafür zahlenden Nutzern hinweist oder gesponserte Schlagworte (bei Twitter “Hashtags” genannt) in die Top 10 der meistdiskutierten Themen einblendet.

Bisher bringt das pro Aufruf der persönlichen Nachrichtenliste (wie bei Facebook “Timeline” genannt) durch einen Nutzer gerade einmal 0,08 Cent. Die Umsätze sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Im vergangenen Jahr waren es dann schon 317 Millionen Dollar und im ersten Halbjahr 2013 sogar bereits 254 Millionen Dollar Umsatz. Das Problem ist jedoch vor allem der bislang fehlende Gewinn. In der Addition verzeichnet Twitter seit der Firmengründung im Sommer 2006 insgesamt einen Verlust von 419 Millionen Dollar.

Verlust steigt und Gewinn ist (noch) nicht in Sicht

Der Verlust des ersten Halbjahres 2013 beträgt 69 Millionen Dollar. Dieser Verlust ist eineinhalb Mal so hoch wie der des Vorjahreszeitraums. Ein Trend der Besserung sieht definitiv anders aus.

Es gibt jedoch relativ gute Gründe für diesen Verlust: Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren deutlich sein Personal aufgestockt (aus 200 Mitarbeitern wurden 2.000 Mitarbeiter) und musste hohe Ausgaben für Rechenzentren, neue Produkte und die Vermarktung schultern.

Fazit: Es muss möglichst schnell Gewinn her

Die bisherige Umsatz- und gleichzeitige Verlustentwicklung sehe ich als nicht problematisch an. Entscheidend wird jedoch sein, wie schnell Twitter Gewinne verbuchen kann und wie gut Twitter darin sein wird aus zukünftigen Trends Geld zu machen Hinsichtlich des aktuellen Trends der mobilen Nutzung sehe ich Twitter bereits bestens aufgestellt.

Meine persönliche und detaillierte Einschätzung zum Börsengang von Twitter können Sie demnächst an gleicher Stelle lesen.

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