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Rolf Morrien

Thema des Monats: Gold und Silber im Sommer 2011

Das Märchen von den Gold-Spekulanten

In der Redaktionssprechstunde werde ich regelmäßig gefragt, ob ein Gold-Kauf so knapp unter dem Allzeithoch zu gefährlich sei, da die Spekulanten den Preis bestimmen.

Die These von den „bösen“ Spekulanten als Preistreiber gibt es am Edelmetallmarkt immer wieder. Es fehlen aber die Beweise. Die Einschätzung des Depot-Optimierers: Die Spekulanten setzen auf bestehende Trends und verschärfen diese – sie lösen diese Trends aber nicht aus.

Die Auswertungen des World Gold Council zeigen ein klares Bild der Nachfrageseite: Im Zehnjahreszeitraum 2001 bis 2010 ist die Goldnachfrage der Schmuckindustrie von 3.009 auf 2.017 Tonnen pro Jahr gefallen. Der Preissprung von 250 auf 1.500 USD je Unze hat die Nachfrage deutlich gedämpft.

Gleichzeitig ist ein ganz neuer Nachfrager aufgetaucht: Die Goldfonds (ETFs, ETCs etc.). Die Goldnachfrage der Fonds stieg von 0 auf 338 Tonnen. Goldfonds, die täglich ge- und verkauft werden können, sind also in der Tat ein wichtiger „Spieler“ am Goldmarkt geworden, aber die erreichte Größe reicht noch lange nicht, um den Goldmarkt zu steuern.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen ist seit 2008 sprunghaft gestiegen

Die größten Zuwächse gab es im Bereich „Barren und Münzen“. Die Nachfrage, die 2001 bis 2007 relativ konstant bei 300 bis 400 Tonnen pro Jahr lag, ist seit Ausbruch der Finanz- und Schuldenkrise auf zuletzt 1.149 Tonnen gestiegen:

Die Erfahrungswerte zeigen, dass die Käufer von Goldbarren und Münzen nicht zu den kurzfristigen Spekulanten gehören, die mit hohen Kredithebeln arbeiten, sondern mittel- bis langfristig investieren. Die Hauptmotive der Käufer sind: Schutz gegen Inflation und Schutz gegen Dollar- und Euro-Krisen.

Dieses Bedürfnis, das eigene Vermögen zu schützen, ist in den USA und in Westeuropa messbar, aber auch in China. Der„China-Faktor“ wird auch am Goldmarkt immer wichtiger. In meinem täglichen E-Mail-Newsletter „Morriens Schlussgong“ habe ich diese Beobachtung bereits ausführlich beschrieben.

China in der Dollar-Falle

Die „amerikanische Krankheit“, die Kombination aus Schuldenberg, Haushaltsdefizit und Dollar-Schwäche, macht auch die Chinesen nervös. Der Grund: China besitzt Währungsreserven in Höhe von rund 3 Billionen Dollar. Rund 70% davon stecken in Dollar-Anlagen fest. Implodiert die US-Währung, löst sich das Vermögen der Chinesen in Luft auf.

Die chinesische Regierung verfolgt daher eine Doppelstrategie: Zum einen wird immer wieder versucht, den Dollar zu stützen, zum anderen soll unauffällig die Dollar-Abhängigkeit reduziert werden. Eine Fluchtburg ist das Edelmetall Gold.

Gold: Vom Tabu-Thema zum Verkaufsschlager

Noch vor 10 Jahren war in China der Erwerb von Gold verboten. Das Verbot wurde zunächst gelockert und dann aufgehoben. Seit 2009 macht die Regierung sogar Werbung für Gold-Käufe. Die Bevölkerung soll Münzen und Barren aus Gold kaufen.

Gleichzeitig wurden auch an der Börse die Türen zum Edelmetallmarkt geöffnet. Seit einigen Monaten gibt es einen ersten Goldfonds, der physische Gold-Reserven aufbaut. Da die Nachfrage extrem groß ist, sollen schon bald die nächsten Fonds folgen.

Wie das World Gold Council ermittelt hat, war China im 1. Quartal 2011 zum ersten Mal weltweit der größte Goldkäufer.
Dabei galt bisher Indien traditionell als Goldkäufer Nr. 1. Psychologisch wäre es ein Schlag für Indien, wenn China jetzt auch noch in diesem Markt die Führung übernimmt. Ein Bieter-Duell China gegen Indien wäre ein neuer Höhepunkt in der Goldrally.

Der Staat kauft Gold, bleibt aber in der Dollar-Falle gefangen

Die chinesische Regierung ermuntert aber nicht nur die eigene Bevölkerung, Gold zu kaufen, sondern steht auch direkt auf der Käufer-Seite. Trotz der stetigen Käufe ist China aber ein Opfer des eigenen Erfolgs: Da die Devisenreserven weiterhin rasant zulegen, verändert sich der Goldanteil am Gesamtvermögen kaum.

China kauft eifrig am Weltmarkt und hortet zusätzlich das Gold das im Inland gefördert wird, kommt aber dennoch bei den Währungsreserven nur auf einen Goldanteil von rund 1,6 Prozent. In Deutschland und in den USA liegt die Quote bei über 70 Prozent.

Es ist ein faszinierendes Gedankenspiel, was mit dem Goldpreis passieren würde, wenn China den Goldanteil auf 10, 20 oder sogar 50% erhöhen würde. In der Praxis werden wir das wahrscheinlich nie erfahren, da China mit den Groß-Käufen den Goldpreis in heute noch undenkbare Höhen treiben würde. China bleibt daher vorerst in der Dollar-Falle gefangen.

Das Goldangebot kann nur schwer ausgeweitet werden

Bei den Goldminen macht sich der Boom bemerkbar. Die Produktion ist im Jahr 2010 um 10% gestiegen. Das war jedoch der einzige positive Angebots-Effekt.

Ein traditioneller Gold-Verkäufer ist weggefallen. Im Jahr 2010 waren die Notenbanken zum ersten Mal seit langer Zeit auf dem Goldmarkt Netto-Käufer. Viele Schwellenländer mit China, Indien und Russland an der Spitze stehen auf der Käufer-Seite. Im Jahr 2010 übertraf die Nachfrage der Notenbanken die Nachfrage um 76 Tonnen. Dieser Trend bestätigt sich bisher im Jahr 2011.

Auch im Bereich Recycling (Wiederaufbereitung) sieht es schlecht aus. 2010 sank die so produzierte Goldmenge um 3%. Obwohl der Goldpreis ein Allzeithoch erreichte, sank das Angebot. Auch diese Quelle scheint nicht mehr sehr ergiebig zu sein. Die Angebotsseite kann den Höhenflug des Goldpreises nicht stoppen.

 

 

 

 

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