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Thema des Monats: Das Comeback der japanischen Aktien

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Die neue Regierung holt zum großen Schlag aus

Für den jüngsten Kurssprung in Japan ist die Politik verantwortlich. Japans neuer Premier Shinzo Abe will die japanische Wirtschaft aus dem Tiefschlaf holen. Das Aufputschprogramm wird „Abenomics“ genannt.

Das Grundprinzip: Japan will innerhalb von 2 Jahren die Geldmenge verdoppeln. Der Geldsegen soll für „Partystimmung“ sorgen. Die Verbraucher gehen auf Shopping-Tour und die Unternehmen investieren wieder. So entsteht ein selbsttragender Aufschwung, der auch die Steuern sprudeln lässt und die Staatskasse füllt. Das ist die Theorie (oder auch der Wunschtraum). Hier die „3 Pfeile“, die Shinzo Abe abfeuern will:

Pfeil 1: Die geldpolitische Revolution

Die japanische Notenbank wird in den nächsten beiden Jahren jeweils für über 500 Milliarden Euro Staatsanleihen kaufen und so insgesamt über 1 Billion Euro in den Markt pumpen. Die Geldflut soll die Inflationsrate auf mindestens 2% steigern. Die Ankündigung der Geldspritze hat bereits gereicht, um die Anleger aufzuwecken. Wie oben beschrieben: Japanische Aktien haben seit Herbst 2012 um über 50% zugelegt.

Pfeil 2: Konjunkturpaket

Im zweiten Schritt will die Regierung eingreifen. Sie plant ein riesiges, kreditfinanziertes Konjunkturpaket. Das Geld soll  chwerpunktmäßig in die Infrastruktur des Landes investiert werden. Das ist ein Klassiker in Konjunkturkrisen und nicht besonders einfallsreich. Die Regierung lässt sich bisher nicht in die Karten schauen. Während die geldpolitischen Maßnahmen relativ genau beschrieben wurden, fehlen heute noch die Details, wie groß das Konjunkturpaket werden wird, wann es startet und welche Ziele verfolgt werden.

Pfeil 3: Wirtschaftsreform

Noch schwammiger wird es, wenn die Regierungsvertreter über den dritten Pfeil sprechen. Die Wirtschaft soll reformiert werden. Das klingt gut, aber noch ist völlig offen, was das bedeuten soll. So ist es aktuell noch so, dass eine „Altherrenmannschaft“ fast alle wichtigen Posten in der japanischen Wirtschaft besetzt. Sollen jetzt jüngere Männer mit mehr Schwung das Ruder übernehmen?
Oder sollen die Frauen stärker in die Arbeitswelt eingebaut werden? Bisher verschenkt Japan dieses Potenzial.


Kritik: Alter Wein in neuen Schläuchen

Die angekündigte Reform-Politik wurde zu Jahresbeginn am Kapitalmarkt gefeiert. Doch langsam wollen die Investoren mehr Details wissen. Die Schritte 2 und 3 sind noch offen. Einige Kritiker halten das ganze Programm für einen faulen Zauber. Ihr  Argument: Seit 20 Jahren setzt Japan auf eine lockere Geldpolitik und kreditfinanzierte Konjunkturprogramme. Das ist alles versandet. Zurück blieb nur der Schuldenberg. Die Staatsschulden liegen in Japan bei 240 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Reformen sind jetzt möglich

Nach ihrem Sieg im Unterhaus im Dezember 2012 haben es die konservative LDP und ihr Dauerpartner, die buddhistische Neue Gerechtigkeitspartei, im Juli 2013 geschafft und auch die Mehrheit im Oberhaus erobert.

Damit verfügt Japan erstmals seit Jahren über eine Regierung, die durchregieren kann. Außerdem, so scheint es, hat der Premier einen Plan. Shinzo Abe verspricht, Japan mit den „3 Pfeilen“ aus der Dauerkrise zu schießen: einer Geldschwemme der Notenbank, staatlichen Konjunkturpaketen und Strukturreformen.

Das Wahlergebnis aus Japan ist wirtschaftspolitisch von großer Bedeutung. Die politischen Vorhaben von Abe sind zwar selbst in  Japan umstritten, aber letztlich ist es so, dass es vor allem wichtig ist, dass es endlich eine konstante und berechenbare Wirtschaftspolitik in Japan gibt.

Daran hat es Japan in den vergangenen Jahren stets gefehlt, denn so gut wie immer hatte die jeweilige Opposition die Mehrheit im  berhaus, welches den meisten Gesetzen zustimmen muss. Und die Opposition nutzte ihre Mehrheit im Oberhaus, um die Regierung zu blockieren. Die Folge waren ein jahrelanger Reformstau und viele faule Kompromisse (diese politische Pattsituation kennen wir  auch aus den USA).

Das aktuelle Wahlergebnis spiegelt den Frust der Wähler über diese Blockaden wider. Durch das Ergebnis der Wahl steht Abe nun  jedoch unter dem Druck, seine bisher nicht sonderlich konkreten Reformvorschläge mit Details zu füllen.

Internationale Investoren vermissten vor den jüngsten Wahlen eine deutliche Senkung der Unternehmenssteuer und eine Reform des Arbeitsmarktes. Außerdem wurden am Rande des G20 Gipfels Forderungen laut, die eine Sanierung des japanischen Staatshaushaltes verlangten. Japan ist – wie bereits beschrieben – mit 240% des Bruttoinlandsproduktes verschuldet!

Es ist also an der Zeit für deutliche Strukturreformen. Jetzt, da der Weg dafür durch den Ausgang der Wahl frei geworden ist, bleibt abzuwarten, ob es zu diesen Reformen auch zügig kommen wird.

Ausblick: Unpopuläre Maßnahmen notwendig

Zwar vermochte es Abe mit seiner äußerst lockeren Geldpolitik, die wirtschaftliche Stimmung im Land ins Positive zu drehen, dabei musste er jedoch niemandem auf die Füße treten.

Möchte er den Aufschwung am Leben erhalten, kommt er aber zukünftig um unpopuläre Maßnahmen nicht herum. Dafür benötigt er Parteidisziplin, die nicht leicht durchzusetzen sein wird.

Allerdings wissen die Abgeordneten: Die Reformen von Abe könnten die letzte Chance sein, den Staat zu sanieren. Not schweißt (oft) zusammen. Eine reformfreudige und erfolgreiche Regierung würde auch den japanischen Aktienmarkt beflügeln.

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