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Rolf Morrien

So können Sie die Unterschiede zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien nutzen

Rolf Morrien

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Im laufenden Jahr ist der DAX von Rekord zu Rekord geeilt. Diese Entwicklungwicklung hatte ich übrigens hier im  „Einsteiger-Depot“ im vergangenen Dezember so prognostiziert.

Aber: Was tun, wenn der DAX – und auch der Gesamtmarkt – vor dem nächsten Kursanstieg noch etwas Luft holen? In diesen Zwischenphasen bieten sich Spezial-Strategien an: Aktien, die sich in einer Sondersituation befinden. In dieser Ausgabe stelle ich Ihnen Stammund Vorzugsaktien vor, in der kommenden Woche folgen Übernahme- Kandidaten.
Aktien, die sich in einer Sondersituation befinden, können auch dann zulegen, wenn der Gesamtmarkt noch in der Seitwärtsbewegung gefangen ist.

Kursunterschiede zwischen Stamm- und Vorzugsaktien bieten Ihnen hohe Gewinn-Chancen

Falls Sie hohe Börsen-Gewinne anstreben, müssen Sie nicht zwangsläufig höhere Risiken eingehen (zum Beispiel Optionsscheine oder Hebel-Zertifikate kaufen). Es gibt noch „vergessene“ Aktien, die ein hohes Kurs-Potenzial aufweisen.

Denn: Einige Unternehmen sind mit 2 Aktiengattungen (Stammaktien und Vorzugsaktien) an der Börse vertreten. Wenn die Kursunterschiede zwischen den Aktiengattungen ungewöhnlich hoch sind, deutet das darauf hin, dass eine Aktiengattung gerade besonders begehrt ist (zum Beispiel aufgrund einer geplanten Übernahme), oder eine Aktiengattung von den Anlegern kurzzeitig vernachlässigt wurde. Beide Erklärungen sprechen dafür, dass die günstigere Gattung eine Aufholjagd starten wird – und das relativ unabhängig vom Gesamtmarkt.

Ich habe für Sie die DAX-Konzerne analysiert, die mit Stamm- und Vorzugsaktien an der Börse vertreten sind (die  bersicht finden Sie auf Seite 2). Bevor ich im Detail auf die Auswertung der Analyse „Stammaktien/ Vorzugsaktien“ eingehe, möchte ich Ihnen ganz kurz die beiden Aktiengattungen vorstellen, damit Sie sich ein Bild davon machen können, warum gewisse Bewertungsunterschiede gerechtfertigt sind und wann von einer Übertreibung gesprochen werden kann.

Stammaktien: Das Stimmrecht ist heiß begehrt

Stammaktien besitzen – im Gegensatz zu den Vorzugsaktien – auf der Hauptversammlung ein Stimmrecht. Wer auf der Hauptversammlung die meisten Stimmen hat, kann den Kurs des Unternehmens bestimmen. Wird eine Übernahme geplant, muss sich der Investor die Stimmrechte sichern.

Daher wird ein Käufer zunächst die Stammaktien einsammeln und ist im Regelfall auch bereit, eine Prämie für das Stimmrecht zu zahlen. Bei Unternehmen mit Übernahmephantasie notieren die Stammaktien häufig deutlich höher als die Vorzugsaktien.

Ein zusätzlicher Grund für die oft höhere Bewertung der Stammaktien: Einige Fonds stellen feste Anlageregeln auf. So kommt es vor, dass Fondsmanager grundsätzlich nur Aktien mit Stimmrecht kaufen dürfen. Daher ist die Nachfrage nach Stammaktien größer. Eine höhere Nachfrage führt zu höheren Preisen.
Vorzugsaktien: Die unterschätzte Aktiengattung

Ein höherer Kurs bedeutet jedoch nicht automatisch eine bessere Performance. So erhalten Besitzer von Vorzugsaktien als Ausgleich für das fehlende Stimmrecht eine höhere Dividende.

Diesen „Mehrertrag“ sieht man nicht im Kursverlauf, wohl aber auf dem Kontoauszug. Bei der Bewertung von Stamm- und Vorzugsaktien muss daher immer die Gesamtperformance (Kursveränderung und erhaltene Dividendenerträge) betrachtet werden.

Über 30% Nachschlag für Vorzugsaktionäre von Wella

Vorzugsaktien werden von einigen Investoren wie „Aktien 2. Klasse“ behandelt, doch das kann ein Fehler sein, wie der folgende Fall zeigt. 2003 hat der Konsumgüterriese Procter&Gamble ein Übernahmeangebot für den deutschen Kosmetikhersteller Wella vorgelegt. Die Besitzer der Stammaktien sollten 92,25 Euro je Aktie erhalten, die Besitzer der Vorzugsaktien nur 61,50 Euro.

Einige Vorzugs-Aktionäre schalteten ihre Anwälte ein. Genaue Details sind nicht durchgedrungen, aber Gutachter und auch Richter sollen sich sehr eindeutig geäußert haben. Im Jahr 2005 präsentierte Procter& Gamble plötzlich ein neues Angebot.

Den Wella-Aktionären wurden einheitlich 80,37 Euro je Stamm- und Vorzugsaktie geboten. Die Vorzugsaktionäre, die auf Zeit gespielt hatten, kassierten einen Aufschlag von über 30%.

MAN-Übernahme bestätigt den Trend

Ein aktuelles Beispiel ist die MAN-Übernahme. Als VW mit der MAN-Übernahme begann, wollte VW den Stamm-Aktionären ursprünglich deutlich mehr zahlen als den Vorzugs-Aktionären. Die Kurse der Vorzüge und Stämme haben sich jedoch fast angeglichen. Vor 2 Jahren notierten die MAN-Stammaktien 46% höher als die Vorzüge, aktuell sind es nur noch 4%.


Wichtig für die Bewertung:

Index-Zugehörigkeit und Liquidität Die Aktiengattung, die in einem Index vertreten ist, verdient einen Bewertungsaufschlag. Diese Aktien werden stärker nachgefragt. Da die Börsenregeln vorschreiben, dass nur eine Gattung in einem Index vertreten sein darf, steht immer eine Gattung im Rampenlicht und eine im Schatten (das führt zu einer Unterbewertung).

Ein weiterer Punkt ist die Liquidität. Fast immer wird eine Aktiengattung wesentlich stärker an der Börse gehandelt. Aktien, die an der Börse stärker gehandelt werden und daher leichter zu kaufen und verkaufen sind, verdienen ebenfalls einen Aufschlag.

Bewertungsunterschiede von 10 bis 20% können angemessen sein, Differenzen von 30 bis 50% weisen dagegen auf eine Fehlbewertung hin, die Ihnen eine attraktive Anlage-Chance bietet.

Zusammenlegungen

Es stellt sich die Frage, wann sich die Kurse von Stamm- und Vorzugs-Aktien annähern. Hier einige Musterfälle:

1) Im Falle einer Übernahme (die Beispiele MAN und Wella habe ich auf dieser Seite beschrieben).

2) Wenn Vorzüge und Stämme vereinigt werden. Der Trend geht seit einigen Jahren in diese Richtung, da dann das Index-Gewicht steigt (Beispiele sind Krones, Fresenius, Hugo Boss und zuletzt FMC).

3) Wenn die Bewertungslücke im historischen Vergleich zu groß ist (war bei BMW zeitweise der Fall).

 

 

 

 

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