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Risikostreuung: Günstig und einfach mit ETFs

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist ein an der Börse gehandelter Investmentfonds. ETFs werden meist passiv verwaltet.

Das heißt: Kein Fondsmanager sucht die einzelnen Aktien aus, sondern der Fonds deckt einfach einen Index 1:1 ab (daher der Ausdruck „passiv“ = keine aktive Auswahl durch einen Fondsmanager). Die Indexfonds (ETFs) können Sie so einfach und günstig wie eine Aktie an der Börse handeln.

Das sind die Eigenschaften von ETFs

ETF-Anteile verbriefen ebenso wie normale Investmentfonds-Anteile einen anteiligen Besitz an einem sogenannten Sondervermögen, das getrennt vom Vermögen der emittierenden Investmentgesellschaft geführt wird. Das bedeutet für Sie als Anleger, dass Sie Ihr Geld bzw. Ihre Anteile im Falle einer Pleite des Emittenten (z. B. einer Bank) nicht verlieren.

Anders als bei Zertifikaten – wie im Falle von Lehman Brothers – gibt es bei ETFs kein sogenanntes Emittentenrisiko. Also kein Ausfallrisiko im Falle einer Pleite der Bank. Die Anlagestrategie von ETFs ist in aller Regel passiv.

Das bedeutet, dass das Fondsmanagement das Fondsvermögen nicht auf der Basis eigener Meinungen investiert, sondern versucht, die Wertentwicklung einer vorab definierten Benchmark (also eines Indizes) abzubilden.

Es werden neuerdings aber auch aktiv gemanagte ETFs angeboten. Diese haben allerdings einen sehr geringen und fast zu vernachlässigenden Marktanteil. Den Weg für aktiv gemanagte ETFs ebnete übrigens kein geringerer als Bill Gross. Seines Zeichens Star in der Fondsmanager-Szene und Gründer des Fondsriesen Pimco.

So sieht die Kostenstruktur bei Indexfonds aus

Investoren tragen bei ETFs die folgenden Kosten:

• Kosten, die in der Gesamtkostenquote zusammengefasst werden, wie Managementgebühren, Indexgebühren und sonstige Kosten, z. B. für Prospekte.

• Die üblichen Gebühren für den Börsenhandel (Orderprovision, Maklercourtage, Abwicklungsentgelte, Geld-Brief-Spanne). Die anfallenden Kosten werden – wie bei Investmentfonds üblich – dem Sondervermögen entnommen.

Die jährlichen Gesamtkosten liegen typischerweise zwischen 0 und 1%. Bei ETFs, die eine passive Anlagestrategie verfolgen, fallen gegebenenfalls geringere Transaktionskosten an, als bei aktiv gemanagten ETFs. Außerdem entfallen bei der passiven Anlagestrategie die Kosten für einen oder mehrere Fondsmanager.

Da ETFs nicht über eine Investmentgesellschaft, sondern direkt über die Börse gekauft werden, entfällt zudem der andernfalls meistens zu entrichtende Ausgabeaufschlag.

Der Siegeszug der Indexfonds an der Börse

Das Gesamtvolumen des ETF-Marktes (verwaltetes Vermögen) ist weltweit seit Beginn der neunziger Jahre stetig gewachsen. Nur im Börsenhorrorjahr 2008 fand ein Rückgang statt. Der Rückgang war auf die Kursverfalle im Zuge der Finanzkrise zurückzuführen. Netto verzeichneten ETFs selbst 2008 einen Mittelzufluss.

Im Jahr 2002 lag das verwaltete Vermögen bei 142 Mrd. USD, 2007 bei 797 Mrd. USD, 2009 erreichte es sogar 1 Bio. USD. In Deutschland ist es von 5 Mrd. Euro im Jahr 2002 auf 64 Mrd. Euro im Jahr 2007 angewachsen.

ETFs stellen eine ideale Basis für einen Fondssparplan dar

ETFs werden sowohl von Privatanlegern als auch von institutionellen Anlegern genutzt. Dies liegt vor allem an den vergleichsweise geringen Gebühren (wie bereits beschrieben) und der guten Handelbarkeit von ETFs. Sie eignen sich dadurch hervorragend, um liquide Mittel kurzfristig „zwischenzuparken“.

Für Sie als Privatanleger bieten ETFs auch noch eine weitere attraktive Möglichkeit der Geldanlage: Sie können bereits mit kleinen Raten in ETF-Sparpläne (analog zu „gewöhnlichen“ Fondssparplänen) einsteigen. Diese Anlage eignet sich besonders gut als zusätzliche private Altersvorsorge.

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