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Rolf Morrien

Parkettgeflüster: Der Fall MAN zeigt, dass Index-Produkte systembedingte Fehler besitzen

An der Börse sind zum Teil merkwürdige Kursbewegungen zu beobachten. Einen Musterfall erleben wir in diesen Tagen: Die Stammaktie von MAN ist von 95 auf unter 85 € gefallen. Im Prinzip ist das nicht so bemerkenswert. Die Aktie hat stärker als der DAX verloren, aber in einem schwachen Gesamtmarkt leiden zyklische Aktien besonders stark.

Bemerkenswert ist der Kursverfall, weil die MAN-Aktionäre ihre Aktien für 95 € verkaufen konnten. VW will den DAXKonkurrenten übernehmen und hat ein Übernahmeangebot vorgelegt. Jeder MAN-Aktionär hat von seiner Depot-Bank ein
Schreiben mit dem Angebot erhalten und konnte sich mehrere Wochen lang überlegen, ob 95 € angemessen sind.

Kaum ist die Angebotsfrist abgelaufen, fällt die Aktie wie ein Stein Richtung 80 €. Wer verkauft MAN-Aktien ohne neue Unternehmens-Meldung zu 80 bis 85 €, wenn Tage vorher 95 € garantiert wurden?

Urlauber, die das Angebot verpasst haben und jetzt in Panik verkaufen, können nicht der Auslöser sein. Dafür sind die Umsätze viel zu hoch. Auf Jahressicht wurden pro Tag rund 800.000 MAN-Stammaktien im Xetra-Handel bewegt. In dieser Woche sind es durchschnittlich über 1,5 Mio. Aktien. Der Umsatz ist explodiert. Das können keine Privatanleger sein. Die Lösung ist relativ einfach: Die in den Medien oft gefeierten Index-Produkte, also Index-Fonds (ETF) und Index-Zertifikate, zeigen in solchen Sondersituationen eine systembedingte Schwachstelle: Sie müssen immer 1:1 den Index abdecken und rennen damit ab und zu ins offene Messer.

dem Übernahmeangebot 30% der MAN-Stammaktien und jetzt 56% (gut möglich, dass VW in diesen Tagen weiter aufstockt, aber offizielle Zahlen liegen noch nicht vor). Diese Aufstockung bedeutet, dass der Anteil der frei handelbaren MANStammaktien von 70 auf 44% geschrumpft ist. Die Deutsche Börse hat darauf direkt reagiert und das Index-Gewicht der MAN-Aktie im deutschen Leitindex DAX deutlich reduziert.

Die Folge: Da die Index-Produkte den DAX 1:1 abdecken, müssen jetzt auch die Fonds und Zertifikate umgestellt werden. Es werden aus den Fonds- und Zertifikate-Beständen massenhaft MAN-Stammaktien ohne Limit verkauft.

Die Börse wird mit MAN-Stammaktien überflutet, gleichzeitig schwächelt der Gesamtmarkt. Diese Kombination hat den Aktienkurs zweistellig nach unten gedrückt. Zum Vergleich: Die MAN-Vorzugsaktie, die nicht im DAX vertreten ist, hält sich relativ stabil auf dem Angebotsniveau.

Dieser Spezialfall zeigt, dass Index-Produkte in Sondersituationen systembedingte Schwächen aufweisen. Ein aktiver Fondsmanager hätte dagegen das Angebot annehmen oder auf die Erholung warten können. Das zeigt: Index-Fonds sind eine
gute Beimischung, aber kein „Wundermittel“ an der Börse.

 

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