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Rolf Morrien

Nebenwerte-Favoriten 2011: Chips und Rohstoffe sorgen für Gewinne

Rolf Morrien

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Die 30 deutschen Börsenschwergewichte im DAX haben kurz vor Jahresende doch noch die 7.000-Punkte-Marke geknackt. In Frankfurt dürften einige Sektkorken knallen. Noch mehr Grund zum Feiern haben jedoch die Anleger, die auf die mittelgroßen und kleinen Werte an der Börse setzen. Auch die Nebenwerte-Favoriten 2010 des Depot-Optimierers haben sich prächtig entwickelt. Und ich bin überzeugt: Die neuen Favoriten für 2011 werden die Erfolgsserie fortsetzen.

Ich kann schon an dieser Stelle verraten: Die neu ausgewählten Unternehmen profitieren vom Chip-Karten-Boom und vom Rohstoffhunger der Wachstumsregionen. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte. Betrachten Sie daher den Chart auf dieserSeite. Die untere Linie zeigt die DAX-Entwicklung über 10 Jahre, die obere Linie den Nebenwerte-Index SDax (das S vor dem Dax steht für „Small“ = klein). Im Vergleich zu den Kursschwankungen der Nebenwerte sieht die Entwicklung der DAX-Werte fast ruhig aus.

Dabei ist der DAX in dieser Zeit von knapp 8.000 auf 2.200 gefallen, um anschließend auf gut 8.000 Punkte zu steigen, wieder auf 3.600 Punkte abzustürzen und jetzt auf 7.000 Punkte zu steigen. Diese Entwicklung ist aber harmlos im Vergleich zur Entwicklung der Nebenwerte.

Die höchsten Gewinne sind mit Nebenwerten möglich:
BayWa + 670%, Fuchs Petrolub + 830%

Mit den Nebenwerten, also Aktien von relativ kleinen börsengehandelten Unternehmen, können Sie die höchsten Gewinne machen (die Nebenwerte BayWa und Fuchs Petrolub führen mit +670% und +830% die Gewinnerliste des Depot-Optimierers an und auch der österreichische Nebenwert Schoeller-Bleckmann hat die 500%-Marke schon geknackt), aber in Abschwungphasen kann es auch rasant nach unten gehen. Daher die Empfehlung: Setzen Sie im Aufschwung auf Nebenwerte und reduzieren Sie den Depot-Anteil in schwachen Konjunkturphasen (Wachstumswerte raus, Substanzwerte halten). Börsenschwergewichte wie Nestlé oder BAT können Sie dagegen in allen Börsenphasen halten.

Die starken Kursschwankungen könnten darauf hindeuten, dass Nebenwerte „Zocker-Aktien“ mit unkalkulierbaren Risiken sind. Diese Aussage trifft jedoch nicht zu; zumindest dann nicht,
wenn Sie qualitativ hochwertige Aktien auswählen. Unsere beiden „Überflieger“ BayWa und Fuchs Petrolub sind dafür ein gutes Beispiel: Beide Unternehmen sind aus meiner Sicht konservativer und substanzstärker als 90% der DAX-Werte. Insgesamt hat die Qualität der deutschen Nebenwerte in den vergangenen 10 Jahren deutlich zugenommen. Meine Erklärung dafür: In der Crash-Phase 2000 bis 2003 haben die Banken den Kredithahn zugedreht. In dieser kritischen Phase mussten viele kleine und mittelgroße Unternehmen, die eine etwas „wacklige“ Bilanz hatten, um das nackte Überleben kämpfen. Wer diesen Kampf gewonnen hat, ist anschließend vorsichtiger geworden und hat im nächsten Aufschwung Kapitalpolster aufgebaut.

Bilanzqualität verbessert

Da Kapitalpolster vorhanden waren, konnten die kleinen Unternehmen in der Erholungsphase ab 2009 schnell wieder auf Wachstum umschalten. Von der Finanz- und Wirtschaftskrise ist in den Bilanzen der meisten mittelständischen Unternehmen nicht mehr viel zu finden. Besonders die Eigenkapitalquote sticht heraus. Während 2002 bei deutschen Mittelstandsunternehmen die Eigenkapitalausstattung bei nur 17,4% lag, ist dieser Wert mittlerweile auf starke 29,8% gestiegen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung von über 50.000 Bilanzen durch die Universität Münster im Auftrag der WGZ Bank.

Ausblick bleibt 2011 positiv

Die kleineren Unternehmen profitieren von Kosteneinsparungsmaßnahmen während der Krise. Zusätzlich sorgen jetzt die verbesserte Binnennachfrage und das brummende Exportgeschäft für hohe Gewinne. Auch der kurz- und mittelfristige Ausblick ist angesichts voller Auftragsbücher positiv. Für 2011 rechnet der Depot-Optimierer mit einer weiteren Verbesserung der Bilanzstruktur. Die hohe Eigenkapitalquote bildet ein starkes Fundament zur Finanzierung neuer Investitionen im Aufschwung. Hinzu kommt eine gestiegene Rentabilität.

4 Gründe sprechen für eine positive Kursentwicklung im Jahr 2011

Die Nebenwerte haben sich 2010 mehrheitlich gut entwickelt. Der Aufwärtstrend ist stabil, wie der Chart auf Seite 1 zeigt.
Für weitere Kursgewinne sprechen 4 Gründe:

1) Kleine Unternehmen reagieren flexibler

An der Börse gibt es ein schönes sprachliches Bild: Die Schwergewichte aus dem DAX sind die Dickschiffe, die stabil in stürmischer See liegen, dafür langsam und nicht so beweglich sind. Nebenwerte sind dagegen kleine, wendige Schnellboote.Ein Beispiel: Das Unternehmen SMT Scharf, das ich Ihnen auf Seite 4 als Neu-Empfehlung präsentiere, war noch im Jahr 2004 auf der Umsatzseite zu 72% vom deutschen Heimatmarkt abhängig. Der Anteil 2009: 16%. Im laufenden Jahr steigt der Exportanteilsogar auf 90%. Innerhalb von nur 6 Jahren hat sich das Unternehmen völlig neu positioniert und dabei gleichzeitig denUmsatz zweistellig gesteigert.

2) Schwacher Euro als Exportmotor

Viele Börsianer zittern vor der Euro-Krise, aber die Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung ist für viele deutsche Exportunternehmen ein Glücksfall. Plötzlich werden die Güter außerhalb der EU-Zone viel günstiger. Ein Teil des unerwarteten Konjunkturaufschwungs ist die Reaktion auf die Entwicklung des Euro zur „Weichwährung“.

3) Übernahmen treiben die Kurse

Da große Unternehmen teilweise Probleme haben, aus eigener Kraft zu wachsen, kaufen sie sich Umsatz und Gewinn hinzu. Im MDax läuft zum Beispiel aktuell ein Übernahme-Poker um Hochtief. Die Aktie des Baukonzerns war trotz erstklassiger Aussichten 1 Jahr lang im Bereich 50 bis 60 Euro gefangen. Durch das erste Übernahmeangebot konnte der Aktienkurs nach oben ausbrechen (wir setzen im Depot-Optimierer mit einem Call auf den weiteren Kursanstieg).

4) Die Suche nach der „Überrendite“

Einige Investoren suchen immer den „Kick“ an der Börse und wollen den Gesamtmarkt klar schlagen. Das geht natürlich nur, wenn der Investor Aktien findet, die von der Masse noch nicht entdeckt wurden. Und diese Aktien befinden sich naturgemäß im Nebenwertebereich. Wird so ein Trüffel entdeckt, kommt es zu spektakulären Kurssteigerungen.

Die Favoriten 2010 haben sich prächtig entwickelt

Im Dezember 2009 hat Ihnen der Depot-Optimierer 6 Nebenwerte-Favoriten für das Börsenjahr 2010 vorgestellt. Die Performance kann sich sehen lassen. Sie liegen mit diesen Werten 20 bis 65% im Plus. Als Vergleichsmaßstab: Der DAX hat im gleichen Zeitraum um 24% zugelegt (inklusive Dividenden).

Neu-Empfehlung SMT Scharf: Gewinner des Rohstoffbooms

Beim Eigenkapital-Forum in Frankfurt gehörte die Präsentation von SMT Scharf unbestritten zu den Höhepunkten. Das Unternehmen entwickelt, baut und wartet Transportausrüstungen für den Bergbau und den Einsatz in Tunneln. Der Rohstoffboom hat aus der Aktie eine Kursrakete gemacht. Das war so vor einigen Jahren nicht absehbar. Damals hat SMT den deutschen Bergbau ausgerüstet (Umsatzanteil 72%). Die Zukunftsaussichten waren düster. Aktuell ist der deutsche Markt auch nur noch für 10% der Umsätze verantwortlich. Die explodierende Rohstoffnachfrage hat jedoch dazu geführt, dass weltweit neue Rohstoffvorkommen abgebaut werden. Und genau dann kommen die Förder- und Transportsysteme von SMT Scharf zum Einsatz. Mehr als 80% der Umsätze stammen aus den großen Rohstoffmärkten China, Russland und Südafrika. In diesen Schlüsselmärkten hält SMT nach eigenen Angaben jeweils einen Marktanteil von mindestens 35%. Zu den Kunden gehören Unternehmen wie: Xstrata, Mittal Steel, Harmony Gold, Impala Platinum oder auch AngloGold Ashanti. Die Prognose: Hält der Rohstoffboom weiter an, wird SMT Scharf in neue Dimensionen wachsen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 ist die Aktie trotz des Kurssprungs günstig bewertet. Kaufen Sie die Aktie bis 18 €.

Neu-Empfehlung Mühlbauer: Der Siegeszug der Chip-Karten sorgt für Rekordgewinne

Der Siegeszug der Chip-Karten (SmartCards) ist nicht aufzuhalten. Die Chip-Karte übernimmt immer mehr Funktionen: Sei es in Form eines elektronischen Personalausweises mit biometrischen Daten, als Bank- oder Kreditkarte, als „Gesundheitskarte“ oder als Prämien- und Werbekarte (Payback). Die Chip-Karten verbreiten sich fast inflationär, aber gleichzeitig gibt es nur wenige, hochspezialisierte Unternehmen, die die Maschinen bauen, mit denen anschließend die Chip-Karten produziert werden. Zu den Weltmarktführern gehört die deutsche Mühlbauer AG. In der Konjunkturkrise wurde der Siegeszug kurz unterbrochen, aber bereits die aktuellen 9-Monats-Zahlen belegen, dass Mühlbauer den rasanten Wachstumskurs fortsetzt. Die Höhepunkte: Der Umsatz wurde von 123 auf 147 Mio. € gesteigert – das ist noch moderat. Sehr stark ist aber bereits die Gewinnentwicklung. Der operative Gewinn ist von 7,5 auf 27,6 Mio. € gestiegen und der Gewinn je Aktie von 0,36 auf 1,50 €. Noch wichtiger: Der Auftragseingang stieg von 128,1 auf 235,9 Mio. € und der Auftragsbestand von 82,4 auf 155,6 Mio. €. Die Basis für ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 ist bereits vorhanden. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 ist relativ hoch, aber ein schuldenfreies, wachstumsstarkes Unternehmen werden Sie nicht zum Schnäppchenpreis bekommen. Kaufen Sie bis 38 €.

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