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Rolf Morrien

Mit diesem Leitfaden überwinden Sie die neuen Steuerhürden

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Bald ist die nächste Steuererklärung fällig. Ein falsch ausgefülltes Formular kostet viel Geld. Mit Einführung der Abgeltungsteuer sollte das System vereinfacht werden, aber die Realität sieht leider anders aus. Fast täglich erreichen uns Anfragen zu Steuerthemen. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir in der Redaktion des Depot-Optimierers unter Federführung unseres Steuerexperten Dirk Schöbel die wichtigsten Fakten, Tipps und Tricks zusammengefasst. Dieser Leitfaden wird Ihnen helfen, die neuen Steuerhürden erfolgreich zu überwinden.

Seit dem 1. Januar 2009 gilt in Deutschland die Abgeltungsteuer. Unabhängig von der Haltedauer müssen Kursgewinne pauschal versteuert werden. Egal, ob ein Daytrader in 5 Minuten rein- und wieder rausgeht, oder ein Anleger Aktien für die private Altersvorsorge in 30 Jahren kauft, alle Börsianer müssen zahlen. Das soll mehr Gerechtigkeit bringen. Die Wahrheit ist: Das soll mehr Geld in die Staatskasse bringen.

Die jetzige Opposition aus SPD und Grünen geht noch einen Schritt weiter. Der Vorschlag: Höhere Steuern für Wohlhabende – inklusive Abgeltungsteuer. Nach der Ankündigung von Bill Gates und Warren Buffett, Milliarden zu spenden, ist der Zeitpunkt aus Sicht der SPD und der Grünen günstig, auch bei den „reichen“ deutschen Aktienbesitzern anzuklopfen. Die Abgeltungsteuer soll nach dem Vorschlag der SPD von 25 auf bis zu 30% angehoben werden (der Solidaritätszuschlag kommt natürlich auch noch hinzu).

Es sagt schon sehr viel über das Weltbild einiger Politiker aus, wenn Aktionäre automatisch mit den „Superreichen“ aus den USA in einen Topf geworfen werden. Aktionäre sind in dieser Welt noch immer die raffgierigen Blutsauger und nicht die Investoren, die Unternehmen Kapital zur Verfügung stellen (und damit auch neue Arbeitsplätze schaffen).

Die Steuer bestraft die breite Masse der Anleger, denn die „Superreichen“ haben es nicht nötig, in schwankungsstarke Aktien zu investieren. Daher kann die Abgeltungsteuer nicht „sozial“ sein. Da insbesondere mittlere und niedrige Einkommensklassen auf eine private Altersvorsorge angewiesen sind, sollte der Gesetzgeber die Attraktivität der langfristigen (!) Aktienanlage wieder erhöhen (es geht nicht um Steuerfreiheit für Kurzfrist-Zocker). Wird dagegen die Steuerschraube angezogen, nimmt die Zahl der Aktienbesitzer weiter ab.

Während 2009 noch 8,8 Millionen Anleger in Aktien und Aktienfonds investiert waren, ist dieser Wert im ersten Halbjahr 2010 – trotz steigender Kurse – um rund 200.000 Anleger gefallen. Im Jahr vor der Einführung der Abgeltungsteuer waren sogar noch 9,3 Mio. Bundesbürger Aktionäre oder Aktienfonds-Besitzer. Meine Einschätzung: Die Abgeltungsteuer ist ein Ärgernis, aber kein Grund das Börsenparkett zu verlassen, wie Sie nach der Lektüre dieser Spezial-Ausgabe Steuer feststellen werden.

Rolf Morrien, Chefredakteur

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