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Rolf Morrien

Länderanalyse Schweiz: Der harte Franken ist Fluch und Segen

Rolf Morrien

Rolf Morrien

Wenn Anleger über Krisenschutz und einen „sicheren Hafen“ diskutieren, fallen fast immer die Stichworte Schweiz und Schweizer Franken. In der aktuellen Länderanalyse untersucht der Depot Optimierer, wie robust die Schweizer Wirtschaft und die Währung tatsächlich sind.

Da Sie in den Massenmedien fast nur Lobeshymnen finden schildere ich die Stärken nur kurz und räume den Schwachstellen mehr Platz ein, damit Sie sich ein möglichst objektives Urteil über die Anlage- Chancen machen können. Der „Mythos“ Schweiz begann mit der Unabhängigkeit im Jahr 1291.

Weitere Meilensteine waren die Verpflichtung zur Neutralität (1481) und die freiheitliche Verfassung (1848). Die Schweiz hat also schon sehr früh einen Sonderweg beschritten. Begriffe wie Freiheit und Besitz haben einen hohen Stellenwert. Auch heute noch können die Schweizer regelmäßig über wichtige Einzelfragen persönlich abstimmen (direkte Demokratie). Diese Grundeinstellung hat auch das Finanz- und Wirtschaftssystem der Schweiz geprägt.

Der Mythos vom sicheren Hafen Schweiz lebt (noch)

Die Eigentumsrechte werden in der Schweiz traditionell stark geschützt. Wer sein Geld – aus welchen Gründen auch immer – in Sicherheit bringen wollte, war in der Schweiz gut aufgehoben (wobei die Schweizer Banken für diesen Service sehr hohe Gebühren kassiert und glänzend daran verdient haben). Heute stellt sich allerdings die Frage: Was ist Fakt und was Mythos? Ich verweise auf die Datenträger mit Kundendaten, die weltweit angeboten wurden und auf den enormen Druck, den die US-Aufsichtsbehörden in der Finanzkrise auf die großen Schweizer Banken ausgeübt haben.

Wer welche Daten besitzt, kann heute nicht mehr mit Sicherheit gesagt werden. Nur die unabhängigen kleinen und mittelgroßen Banken können als relativ sicher eingestuft werden. Dennoch: Der Mythos „sicherer Hafen“ Schweiz lebt. Betrachten Sie nur den Goldmarkt. Während im Maschinenbau „Made in Germany“ für Qualität steht, lockt die Goldbranche mit dem Hinweis „Swiss storage“ (gelagert in der Schweiz). Die Kombination „Gold + Schweiz“ steht immer noch für doppelte Sicherheit. Die Folge: Wenn es in einzelnen Ländern, Regionen oder auch weltweit wirtschaftlich eine Sturmwarnung gibt, schichten Investoren ihr Geld um und bauen in der Schweiz Reserven auf. So konnte in der Schweiz – in Relation zur Landesgröße – eine riesige Finanzindustrie mit Banken, Versicherungen und Vermögensberatern entstehen. Der Nebeneffekt: Die Geldumschichtungen sorgten auch jeweils für einen starken Schweizer Franken.

 

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