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Rolf Morrien

Kennen Sie Ihre Grundkosten

Yannick Esters

Yannick Esters

Anleger kaufen Aktien aus einem wichtigen Grund – um Geld zu machen. Um zu wissen, ob eine Investition die erwünschten Gewinne erbracht hat, müssen Investoren das Abschneiden ihres Portfolios verfolgen. Das Verständnis der Kostenbasis so wie die Einhaltung der jüngsten Änderungen im Steuerrecht sind entscheidend dafür zu wissen ob eine Investition Früchte trägt.

Obwohl Maklerunternehmen erforderlich sind um den gezahlten Preis für versteuerbare Wertpapiere der IRS zu melden, müssen für manche Aktien, so wie solche die schon länger gehalten werden oder die, die von einem Maklerunternehmen übertragen wurden, die Anleger die Geschichte der Kostenbasis liefern. Der anfängliche Kaufpreis ist nur ein Teil der Gesamtkosten einer Investition.

Die Eigenkapital-Kostenbasis sind die Gesamtkosten eines Investors; dieser Betrag beinhaltet den Kaufpreis pro Aktie und zusätzlich die reinvestierten Dividenden und Anzahlungen. Die Eigenkapital-Kostenbasis ist nicht nur erforderlich um zu bestimmen wie viel Steuern, wenn überhaupt, für eine Investition gezahlt werden müssen, sondern auch entscheidend dafür die Gewinne und Verluste einer Investition zu verfolgen um Kaufs- oder Verkaufsentscheidungen zu treffen.
Dividenden
Direkte Berechnungen der Eigenkapital-Kostenbasis für Aktien, die keine Dividenden zahlen, sind simpel: Kaufspreis pro Aktie plus der Gebühren pro Aktie. In den meisten Fällen müssen jedoch auch andere Inputs betrachtet werden, so wie reinvestierte Dividenden, Aktienteilungen, Fusionen oder sogar bankrotte Aktien.

Das Reinvestieren von Dividenden erhöht die Grundkosten einer Aktie, da Dividenden verwendet werden um mehr Anteile zu kaufen. Wenn ein Investor beispielsweise 10 Aktien des Unternehmens ABC für 1000$ gekauft hat plus 10$ Handelsgebühren und im ersten Jahr eine Dividende von 200$ und im zweiten Jahr eine von 400$ erhält, beträgt die Kostenbasis 1610$. Wenn er oder sie diese Aktie dann im 3. Jahr für 2000$ verkauft, wäre der besteuerbare Gewinn 390$.

Einer der Gründe weshalb Investoren reinvestierte Dividenden mit einschließen müssen ist, dass Dividenden in dem Jahr versteuert werden indem sie erhalten wurden und wenn sie nicht in der Kostenbasis beinhaltet sind, wird der Anleger zweimal Steuern für sie zahlen müssen. Im oben genannten Beispiel, betragen die Grundkosten 1010$ und der versteuerbare Gewinn 990$, wenn die Dividenden ausgeschlossen worden wären.

Unternehmenshandlungen
Die Handlungen der Unternehmen tendieren dazu die Kalkulationen für die Kostenbasis zu beeinflussen. Fusionen, Bankrott und Aktienteilungen sind häufige Unternehmenshandlungen. Wenn ein Unternehmen mit einem anderen fusioniert, erhalten die Investoren Anteile des neuen Unternehmens auf einer vergleichbaren Basis oder zusätzlich zu der Anzahl von Aktien die sie bisher im Besitz hatten. Wenn die Anzahl der Aktien die gleiche ist, dann verändert sich die Kostenbasis nicht, wenn sich die Anzahl der Aktien jedoch verändert, dann müssen die Grundkosten abgeändert müssen.

Wenn das Unternehmen XYZ beispielsweise ABC kauft und zwei Anteile für jede bisher besessene Aktie erstellt, dann besitzt der Investor aus dem vorherigen Bespiel nun 20 Aktien des Unternehmens XYZ.

Konkurssitutationen sind noch komplizierter. Wenn Unternehmen Bankrott melden variiert der Einfluss auf die Aktien. Konkursmeldungen bedeuten nicht immer, dass Aktien wertlos sind. Wenn ein Unternehmen Kapitel 7 erklärt, dann hört das Unternehmen auf zu existieren und die Anteile sind wertlos; wenn ein Unternehmen aber Kapitel 11 erklärt, dann werden die Aktien durch Austausch oder durch eine OTC-Option („over the counter“)  noch weiter gehandelt und behalten noch etwas von ihrem Wert. Daher sind die Anfangsbasiskosten anzuwenden.

Wenn der Obligationär eines Unternehmens des Kapitels 11 jedoch Aktien im Austausch für ein paar der Aktien, die vor dem Bankrott gehalten wurden, erhält ist die Kostenbasis komplizierter. Die Grundkosten werden für gewöhnlich als der Marktwert einer gewöhnlichen  Aktie am Wirksamkeitsdatum betrachtet; dieser Wert wird im Kapitel 11 dargelegt.
Glücklicherweise verkomplizieren nicht alle Unternehmenshandlugen die Grundkostenberechnung, einen Aktiensplit bekannt zu geben ist eine dieser Handlungen.
Beispiel: Wenn ein Unternehmen ein 2 für 1 Split erklärt, würde ein Investor anstatt von 10 Anteilen des Unternehmens ABC 20 besitzen. Die Anfangskosten von 1000$ würden jedoch gleich bleiben, so dass die 20 Aktien einen Preis von 50$ hätten und nicht 100$.

Geerbte Aktien und Geschenke
Zusätzlich zu den Unternehmenshandlung können auch andere Situationen die Kostenbasis beeinflussen; eine solche Situation ist das Erhalten einer Aktie als Geschenk oder Erbe. Kostenbasisberechnungen für geerbte Aktien ist viel einfacher als die für geschenkte. Die Grundkosten eines Erbes beträgt Durchschnittspreis am Todestag des Stifters. Gegenteilig sind geschenkte Aktien kompliziert. Wenn ein Anleger die Aktie verkauft, betragen die Grundkosten den Erwerbspreis des Tages an der Schenkende die Aktie kaufte, außer wenn der Preis am Tag des Schenkens niedriger ist.

Mehrfache Erwerbungen
Ein Grund für das Verfolgen der Eigenkapital-Kostenbasis sind die Steuererklärungen, da es bei Entscheidungen wann eine Aktie aus steuerlichen Gründen verkauft werden sollte hilft eine akkurate Verwaltung zu betreiben. Zusätzlich können Anleger wählen, welche Abrechnungsmethoden sie am liebsten verwenden wollen um Gewinne und Verluste zu berechnen. Einfach gesagt kann ein Investor auswählen, welche Aktien er oder sie verkaufen möchte wenn er Aktien zu verschiedenen Zeitpunkten gekauft hat.

Beispiel: Ein Anleger erwirbt Aktien von ABC an 3 verschiedenen Tagen: 10 Aktien für 100$/Aktie im Februar, 30 Aktien für 120$/Aktie im August und 15 Aktien für 150$/Aktie im November. Wenn er oder sie einen Teil seiner oder ihrer 55 Anteile verkauft, hängt die Kostenbasis für die er oder sie sich entscheidet zu verwenden von den steuerlichen Bedingungen des Verkaufs ab. Es gibt 3 häufig verwendete Methoden: FIFO (first in first out), LIFO (last in first out) oder den Durchschnitt.

Nehmen wir an, dass der Anleger 20 Aktien verkauft hat. Bei FIFO betragen die Grundkosten (10 Aktien x 100$/Aktie) + (10 Aktien x 120$/Aktie) = 2200$. Bei LIFO liegen die Grundkosten für 20 Aktien bei (15 Aktien x 150$/Aktie) + (5 Aktien x 120$/Aktie) = 2850$. Die durchschnittliche Kostenbasis bezieht nur den Durchschnittspreis der Erwerbungen mit ein, welche in diesem Fall 20 Aktien x [100$ x 10 + 120$ x 30 + 150$ x 15)]/55 =2490$ ist.

Die gewählte Methode sollte die dienlichste für die Steuersitutation des Anlegers sein. Wenn der Anleger keine auswählt ist FIFO der Standard.

Verfügbare Ressourcen
Der einfachste Weg um die Grundkosten zu berechnen und zu verfolgen ist durch Maklerunternehmen. Egal ob ein Anleger ein Online oder ein traditionelles Maklerkonto besitzt, es haben alle Firmen anspruchsvolle Systeme, die Berichte über die Transaktionen und für Aktien relevante Unternehmenshandlungen führen. Es ist jedoch immer ratsam für Investoren ihre eigenen Berichte zu führen um sicher zu gehen, dass die Berichte der Maklerunternehmen akkurat sind. Dies wird außerdem alle künftigen Probleme erleichtern wenn Anleger die Firmen wechseln, Aktiengeschenke machen oder welche als Erbe hinterlassen.

Aktien, die für mehrere Jahre außerhalb eines Maklerunternehmens, im Besitz waren, müssen Anleger vielleicht historische Preise recherchieren um die Grundkosten zu berechnen. Historische Preise können im Internet leicht durch Websites wie Yahoo finance oder USA today gefunden werden. Für Anleger die ihre Aktien selbst verfolgen, können Finanzsoftwares wie Intuit’s Quicken oder Microsoft Money verwendet werden um ihre Daten zu organisieren, oder einfach ganz simpel durch Kalkulationstabellen wie Microsoft Excel. Letztens stehen Websites wie GainsKeeper oder Netbasis zur Verfügung, die Grundkosten- und andere Berichtsdienstleistungen anbieten. All diese Ressourchen machen das Verfolgen und Verwalten von akkuraten Berichten deutlich einfacher.

Der Schlussstrich
Die Eigenkapital-Kostenbasis ist für Anleger wichtig um ein Portfolio und Steuererklärungen zu verwalten. Eigenkapital-Kostenbasisberechnungen sind für gewöhnlich komplizierter als das Summieren von Erwerbskosten und Gebühren. Das kontinuierliche Beobachten von Unternehmenshandlungen ist wichtig um sicherzustellen, dass Investoren das Gewinn/Verlust-Profil einer Aktie zu verstehen, aber auch um sicherzustellen, dass Kapitalgewinne/-verluste akkurat festgehalten werden. Obwohl Maklerunternehmen eigentlich zuständig dafür sind diese Informationen zu verfolgen und der IRS zu berichten, gibt es Situationen in denen den Unternehmen diese Infos fehlen, so wie im Fall einer geschenkten Aktie, daher wird das Verständnis davon wie die Eigenkapital-Kostenbasis funktioniert Anlegern helfen, diese vernünftig zu bestimmen. Zusätzlich zu Maklerunternehmen gibt es viele andere Onlinedienstleister, die dabei behilflich sind akkurate Berichte zu führen.

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