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Rolf Morrien

IPO – der Börsengang: Unternehmen beschaffen sich Kapital und betreten die Börse

Rolf Morrien

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Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle über Kapitalerhöhungen geschrieben. Kapitalerhöhungen stellen für die börsennotierten Unternehmen eine Möglichkeit dar, sich „neues“ Eigenkapital (Geld) zu beschaffen. Heute schreibe ich über eine Möglichkeit der Kapitalbeschaffung für bislang nicht börsennotierte Unternehmen. Es ist sozusagen der „Königsweg“ der Kapitalbeschaffung. Die Rede ist von sogenannten IPOs – oder zu deutsch Börsengängen.

Unter einem Börsengang oder IPO (initial public offering) versteht man das erstmalige Angebot der Aktien eines  nternehmens auf dem organisierten Kapitalmarkt (Börse). Die Abwicklung des Börsengangs wird in der Regel von einem aus mehreren Investmentbanken bestehenden Konsortium vorgenommen.

Mögliche Gründe für einen Börsengang

Einer der wichtigsten Gründe für einen Börsengang ist der, dem Unternehmen durch Ausgabe von Aktien neue finanzielle Mittel zuzuführen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen bietet interessierten Anlegern 1 Mio. Aktien zu je 10 Euro an. Wenn der Börsengang erfolgreich ist, sammelt  das Unternehmen so 10 Mio. Euro ein (1 Mio. x 10 Euro).

Dieses Kapital dient einerseits der Finanzierung von Wachstum und andererseits der Eigenkapitalstärkung. Ein  örsengang kann aber auch den Alteigentümern die Möglichkeit eröffnen, eigene Anteile über die Börse zu verkaufen. Andere Gründe für den Börsengang sind die Deckung des wachstumsbedingten Eigenkapitalbedarfs, die Verringerung  er Fremdkapitalkosten durch Verbesserung der Bonität oder die Steigerung des Bekanntheitsgrades. In der Regel sind bei Börsengängen mehrere Gründe gleichzeitig ausschlaggebend.

Die ersten Schritte Richtung Börsengang

Ein Börsengang ist ein sehr zeitintensiver Prozess, der im Durchschnitt ein Jahr benötigt. Außerdem ist dieser Vorgang   wenn er erst einmal gestartet ist – ein sehr teures Vorhaben. Deshalb sollte ein Unternehmen, bevor es für einen geplanten Börsengang Banken anspricht, zuerst einmal überprüfen, ob es überhaupt schon börsenreif ist. Da das dazu notwendige Know-how wohl in den seltensten Fällen intern (also im Unternehmen) vorhanden ist, bietet es sich an, dafür einen bankenunabhängigen IPO-Berater zu konsultieren.

Sollte dem Unternehmen die Börsenreife attestiert werden, besteht der nächste Schritt darin, dass eine oder mehrere Emissionsbanken gesucht werden. Diese Emissionsbanken begleiten den Börsengang und erhalten dafür ein üppiges Honorar.

Vor, während oder nach diesem Auswahlprozess wird gemeinsam mit den beteiligten Konsortialbanken die Transaktionsstruktur des Börsengangs festgelegt. Dabei wird zum einen der gewollte oder erwartete Investorenkreis hinsichtlich geografischer Herkunft und Art (z. B. Mitarbeiter, Kleinanleger, Investmentfonds, etc.) abgeschätzt.

In der Folge lässt die Bank eine sogenannte „Due- Diligence-Prüfung“ durchführen. Diese beinhaltet die Prüfung der rechtlichen und finanziellen Lage des Unternehmens. Die Prüfung wird in der Regel von Wirtschaftsprüfern übernommen, die am Ende einen „Comfort Letter“ ausstellen, mit dem sie für die Richtigkeit der Zahlen bürgen.
Erstellung erster Finanzanalysen

Danach lassen die Konsortialbanken ihre unabhängigen (Finanz-)Analysten Finanzstudien, sogenannte Research-Reports, erstellen, die Marktstellung und Marktpotenzial des Unternehmens beschreiben. Diese Research-Reports enthalten neben einer allgemeinen Beschreibung des Unternehmens samt Historie, aktuellen Entwicklungen und Wettbewerbsanalysen insbesondere auch Discounted Cashflow- Analysen (auf den Tag der Analyse abgezinste zukünftig erwartete Cashflows) und Chancen- sowie Risikoabschätzungen.

Gerade diese ersten Research-Reports (auch initial coverage genannt) umfassen oft an die hundert Seiten, auf denen die Finanzanalysten das Unternehmen von allen Seiten betrachten.

Die dann fertigen Research-Reports sollen eine Idee vermitteln, welches ein fairer Börsenwert für das Unternehmen sein könnte und stellen somit einen Hinweis dar, wie hoch der Emissionspreis (= Verkaufspreis der ersten Aktien) anzusetzen ist.
Festlegung des Emissionspreises

Im nächsten Schritt wird der Emissionspreis festgelegt. Dafür gibt es drei Möglichkeiten.

  •  Angabe einer Preisspanne (also eine Bandbreite, in der der Emissionspreis voraussichtlich liegen wird)
  • Angabe eines Festpreises
  • Ein Auktionsverfahren

Zeichnung und Zuteilung der Aktien

Als nächstes werden die Aktien in der Zeichnungsfrist öffentlich angeboten. Die Interessenten müssen sich verpflichtend festlegen, wie viele Aktien sie zu welchem Maximalpreis erwerben möchten.

Ist das Interesse größer als die Anzahl der angebotenen Aktien, so spricht man von einer Überzeichnung. Dann ist es relativ wahrscheinlich, dass der Aktienkurs nach dem Börsengang steigen wird.

Ist die Nachfrage nach den neuen Aktien dagegen gering, muss mit Kursabschlägen nach dem Börsengang gerechnet werden.

Der letzte Schritt zur Erstnotiz der Aktie

Nachdem die Order-Bücher geschlossen wurden, erfolgt die Zuteilung der Aktien und die endgültige Festlegung des Emissionspreises. Dann werden die Aktien in das Handelsregister eingetragen.

Mit der Erstnotierung wird die Aktie erstmals an der Börse gehandelt und es wird zum ersten Mal ein Börsenkurs, die sogenannte Erstnotiz, festgestellt.
IPO-Kandidaten in Deutschland

In den vergangenen 12 Monaten haben einige bekannte Unternehmen den Sprung an die deutsche Börse gewagt. Dazu gehören zum Beispiel: Evonik, LEG Immobilien, Telefonica Deutschland und Talanx.

Einige weitere Kandidaten wollen noch 2013 an die Börse. Als Kandidaten gelten Kion (Maschinenbau) und Deutsche Annington (Immobilien).

Börsengänge bereichern den Börsenplatz, da der  Markt ansonsten durch Übernahmen und Fusionen langsam austrocknen würde.
Fazit: Vor dem Kauf genau prüfen
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Wie gerade geschrieben: Ein Börsengang bereichert den Aktienmarkt und ist daher positiv zu werten.

Aber: Ein Börsengang bedeutet immer, dass der Altbesitzer Anteile am Unternehmen (Aktien) abgibt. Prüfen Sie daher stets bei einem Börsengang, ob der Altbesitzer nur „abkassieren“ will, oder ob der festgelegte Aktienpreis angemessen ist und zukünftig Kurssteigerungen zulässt.

In meiner gut 20-jährigen Börsenpraxis bin ich fast immer gut damit gefahren, Aktien nicht direkt beim Börsengang zu kaufen, sondern das dann börsennotierte Unternehmen erst gut ein Jahr lang zu beobachten. In dieser Zeit trennt sich oft schon die Spreu vom Weizen und Sie können in die soliden Aktien investieren.

 

 

 

 

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