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Rolf Morrien

Günstige Aktien können täuschen (Teil 1)

Robert Sasse

Robert Sasse

Einer der vereinenden Eigenarten der Anleger ist, dass so gut wie jeder eine „günstige“ Aktie finden möchte. Natürlich, gibt es Momentum-Anleger und Statistiker, die der Bewertung oder dem Preis nie Beachtung schenken, aber der Großteil der Anleger möchte ein „Schnäppchen“ erwerben. Was allerdings nicht jeder von ihnen realisiert ist, dass nicht alle Arten von „günstig“ gleich sind. Das „Wie“ und „Wieso“ eine Aktie günstig ist können erhebliche Rückwirkungen auf die Leistung eines Portfolios haben.

Die Unbekannte

Viele „günstige“ Aktien sind günstig, da sie einfach unbekannt sind. Oft sind dies Aktien ohne Analystenberichte. Ohne diese Berichte ist keiner da draußen, der Loblieder für ein solches Unternehmen singt. Daher (gegensätzlich zu dem was Anleger glauben und was institutionelle Anleger sagen) verbringen Profis ihre Tage nicht damit nach unentdeckten Diamanten und vergrabenen Schätzen zu suchen.

Tatsächlich ziehen viele Institutionen ein Unternehmen, ohne eine Mindestanzahl von Analysen, nicht ein mal in Betracht. Ohne diese institutionelle Unterstützung kann es schwer sein den notwendigen Kaufdruck zu produzieren um die Aktie nach oben zu treiben.

Unbekannte Aktien können für geduldige Wert-Anleger ein Geschenk des Himmels sein; es gibt viele exzellente Unternehmen da draußen, die bei großartigen Preisen gehandelt werden. Auf der anderen Seite kann es sehr lange dauern bis dieser Wert ans Licht kommt und dies kann eine schwierige Herausforderung für die Geduld eines Anlegers werden. Darüber hinaus fallen viele dieser Aktien in die Kategorie „unkäuflich“ und das kann die Wartezeit noch länger hinausziehen.

Die Ungeliebte

Ungeliebte Aktien sind solche, deren Unternehmen gegenüber der Wall Street gesündigt haben – verfehlte Einschätzungen, gesenkte Beratung oder auf jegliche andere Art die Analysten und institutionellen Komitees enttäuscht hat. Für ihre Überschreitungen werden diese Aktien oft weiter nach unten gedrückt als man es eigentlich denken würde. Nichtsdestoweniger können diese Aktien weiterhin unter ihrem eigentlichen Wert gehandelt werden, da sich niemand für ein solches Unternehmen lang machen möchte – Geld für eine populäre Aktie zu verlieren ist akzeptabel, aber Geld für einen Hund zu verlieren erregt Fragen und/oder kleinere Boni.

Die Vorteile beim Kauf von Ungeliebten besteht darin, dass diese Aktien oft unproportional bestraft wurden und gutes Erholungspotential haben. Darüber hinaus ist oft eine Zeitperiode Teil dieser Buße, welche Anlegern etwas mehr Zeit gibt um die Daten zu sortieren und analysieren. Auf der anderen Seite müssen sich Anleger darauf vorbereiten, dass mindestens für ein paar Quartale Skepsis gegenüber der Aktie besteht. Wichtig ist es für Anleger auch, dass sichergegangen wird, dass die Aktien zu Unrecht ungeliebt sind – obwohl viele Firmen stolpern und sich erholen, ist das erste Stolpern oft die letzte Warnung bevor das Unternehmen stürzt.

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