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Rolf Morrien

Gold: Der Internationale Währungsfonds IWF will mit der „Salami-Taktik“ den Goldpreis nach unten drücken

Rolf Morrien

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Am 18. Februar hat der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Goldmarkt kurzzeitig einen Schlag versetzt. Der IWF kündigte an, 191,3 Tonnen Gold aus dem eigenen Bestand verkaufen zu wollen. Sofort gaben der aktuelle Goldpreis und auch die Goldpreise an den Terminmärkten nach.

Der Zeitpunkt der Verkaufsmeldung war geschickt gewählt: Genau in der Phase drohte die Griechenland-Krise zu eskalieren. Wäre zeitgleich der Goldpreis Richtung Allzeithoch, das bei gut 1.200 USD je Unze liegt, marschiert, hätte das eine Fluchtbewegung in das Edelmetall auslösen können.

Da der Internationale Währungsfonds die Papierwährungen USD und Euro stützen muss, überrascht die Ankündigung von Goldverkäufen nicht wirklich. Der Goldpreis stand auch nur kurz unter Druck und erholte sich schnell wieder.

Bemerkenswert ist aber, dass die Marktteilnehmer immer wieder auf diese taktischen Tricks reinfallen. Der Depot- Optimierer hat an dieser Stelle mehrfach darüber berichtet.

Rückblende: Im September 2009 hat der IWF angekündigt, 403,3 Tonnen Gold verkaufen zu wollen. Das setzte den Goldpreis unter Druck. Wenig später kündigte der IWF an, die erste Hälfte der Gold-Tranche verkaufen zu wollen. Das „Material“ verschwand aber direkt vom Markt: Indien kaufte 200 Tonnen und Mauritius und Sri Lanka zusammen rund 10 Tonnen.

Mitte Februar folgte dann die erneute Verkaufsankündigung: Dieses Mal sollen 191,3 Tonnen verkauft werden.

Das heißt: Diese Verkaufsmeldung war überhaupt nicht neu. Es handelt sich nur um die 2. Tranche aus dem 400-Tonnen- Verkauf. Seit einem halben Jahr sorgte der IWF immer wieder für Verkaufsdruck am Goldmarkt.

Dabei ist mehr als fraglich, ob die 191,3 Tonnen überhaupt noch verfügbar sind. Mehrere Zeitungen in China und Russland melden, dass die chinesische Zentralbank das Gold kaufen will, oder sogar bereits gekauft hat. Eine offizielle Bestätigung seitens des IWF fehlt aber noch. Der Goldmarkt soll weiterhin unter Druck bleiben.

Ich bin aber überzeugt, dass China Interesse angemeldet, oder sogar schon zugeschlagen hat. Das würde perfekt zum Szenario passen, das ich hier im Herbst 2009 aufgezeigt habe: Indien spielt den „Türöffner“ und kauft die erste große Tranche. Wenn Indien Gold vom IWF kauft, darf der asiatische Nachbar China anschließend auch kaufen.

Umgekehrt wäre das Spiel zu riskant gewesen: Hätte China zuerst gekauft, hätte das den USD zu sehr unter Druck gesetzt. Da China die weltweit größten USD-Reserven besitzt, darf das Land nicht zu offensichtlich aus der US-Währung fliehen. Das würde das eigene Vermögen entwerten. Im Windschatten von Indien ist der Gold-Kauf dagegen weniger verdächtig.

 

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