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Rolf Morrien

Geld: Kann ein Unternehmen zuviel davon haben?

Yannick Esters

Yannick Esters

Geld ist etwas, was Unternehmen lieben zu besitzen. Aber können sie zu viel davon haben? Vorrausgesetzt die Dinge laufen gut, hilft Fremdfinanzierung einer Firma um Rendite zurückzuzahlen, allerdings ist die Gefahr von Schulden den Investoren bewusst. Wenn Dinge anders verlaufen als geplant, können Schulden Ärger bedeuten.

Wenn hohe Schulden etwas schlechtes sind, bedeutet dies, dass eine Menge Geld etwas gutes ist? Auf den ersten Blick ist es für Investoren sinnvoll Unternehmen auszusuchen, die viel Geld in ihren Bilanzen aufweisen. Denn nach wie vor bietet Geld Schutz vor harten Zeiten und außerdem gibt es Unternehmen mehr Optionen für das zukünftige Wachstum.

Die Theorien

Leider ist nichts so simpel. Für Investoren, welche sich in die Grundsteine eines Unternehmens einarbeiten, kann ein großer Haufen Geld viele Dinge bedeuten – gute und schlechte. Wie Investoren Geld interpretrieren hängt davon ab wo das Geld herkommt, was für eine Art Geschäft das Unternehmen ist und was die Manager mit dem Geld vorhaben.

Unternehmensfinanzlehrbücher besagen, dass jede Firma ihr eigenes angemessenes Geldlevel haben und, dass Firmen grade genug Geld haben sollten um ihre Zinsen, Ausgaben und Investitionen abzudecken; und zusätlich sollten sie noch ein bisschen mehr für Notfälle halten. Die „current ratio“ und „quick ratio“ helfen Investoren zu bestimmen, ob Unternehmen genug haben um kurzfristige Geldanforderungen decken zu können.

In der Theorie ist es außerdem so, dass Geldbestände die über diese Level hinausgehen durch Dividenden oder AktienrückkÄufe an die Aktionäre umverteilt werden sollte. Wenn ein Unternehmen dann eine neue Investmentgelegenheit entdeckt, sollte sich die Manager an den Kapitalmarkt wenden um die notwendigen Mittel zu erhalten.

 

Gründe für zusätzliches Geld

Nichtsdestoweniger, gibt es oft gute Gründe, dass auf den Kassenberichten mehr Geld zu finden ist als es die Richtlinien empfehlen. Zunächst einmal signalisieren ständige und wachsende Geldreserven eine starke Leistung eines Unternehmens. Tatsächlich zeigt es, dass sich das Geld so schnell ansammelt, dass das Management keine Zeit hat um herauszufinden was sie damit machen soll.

Sehr erfolgreiche Firmen in Branchen wie Software und Dienstleistungen, Unterhaltung und Medien haben nicht die gleichen Ausgabenlevel wie sie für kapitalintensive Firmen erforderlich sind. Daher sammelt sich ihr Geld an.

Im Gegensatz dazu müssen Firmen, welche viel Investitionsbedarf, wie Stahlproduzenten, in Ausrüstung und Vorräte investieren, welche regelmäßig ersetzt werden. Kapitalintensive Firmen haben es viel schwerer Geldvorräte aufrechtzuerhalten. Investoren sollten außerdem erkennen, dass Unternehmen aus zyklischen Branchen Geldreserven haben müssen um konjunkturelle Abschwüngen voraus zu sein. Diese Firmen müssen Geld im Überfluss aufstocken um ihre kurzfristigen Ausgaben decken zu können.

 

Gründe gegen zusätzliches Geld

Dennoch sollten die Grundsätze aus Lehrbüchern nicht ignoriert werden. Hohe Geldreserven in den Jahresbilanzen kann ein Signal für lauernde Gefahren sein. Wenn das Geld ein mehr oder weniger dauerhafter Teil der Jahresbilanz eines Unternehmens ist, sollten sich Investoren fragen wieso dieses nicht verwendet wird. Das Geld könnte vorhanden sein, weil das Management keine Investitionsmöglichkeiten mehr hat oder zu kurzfristig denkt.

Auf Geld zu sitzen kann ein teurer Luxus sein, da es Gelegenheitseinbußen mit sich bringt, welche die Differenz zwischen den Zinsen, für das gesparte Geld und dem Preis, der dafür bezahlt wurde um das Geld zu erhalten beträgt.

Fallen Sie nicht auf die übliche Erklärung, zusätliches Geld gäbe Managern mehr Flexibilität und Geschwindigkeit um Akquisitionen zu tätigen, herein. Unternehmen mit überschüssigen liquiden Mitteln tragen Agency-Kosten wodurch sie versucht sind ein Imperium aufzubauen. Top-Manager können Geld durch verschwenderiche Anschaffungen und schlechte Projekte, welche ihre persönliche Macht vergrößern sollen, verplempern.

Schlimmer als das ist, dass reiche Firmen das Risiko mit sich trägt unvorsichtig zu werden. Das Unternehmen kann Opfer von schlechten Angewohnheiten, wie unzureichender Kontrolle der Ausgaben und einer mangelnden Bereitschaft die wachsenden Ausgaben zu stutzen.

Fazit

Um auf der sicheren Seite zu sein sollten Investoren den Kassenstand mit Hilfe von Finanztheorien sieben und so ein angemessenes Geldniveau ausarbeiten. In dem sie den künftigen Geldfluss einer Firma, Konjunkturzyklen, ihre Investitionsvorhaben und andere Geldangelegenheiten beachten, können Investoren berechnen wie viel Geld eine Firma wirklich benötigt.

 

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