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Fundamental versus quantitativ – Wer hat mehr Erfolg?

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Es gibt verschiedene Ansätze, mit denen Sie Ihre Aktienauswahl bestimmen können. Da ich persönlich für Charttechnik – zumindest wenn man Sie ausschließlich verwendet – nicht viel übrig habe, möchte ich Ihnen heute zwei andere Ansätze vorstellen.

Bei den beiden Ansätzen, die ich Ihnen heute vorstellen möchte, handelt es sich um den fundamentalen Ansatz und den quantitativen Ansatz.

Was genau ist unter diesen Ansätzen zu verstehen? Wie funktionieren sie? Und welcher ist der bessere? Diese Fragen werde ich jetzt versuchen für Sie zu beantworten.

Die Fundamentalanalyse

Eine Definition, die ich bei Wikipedia gefunden habe besagt folgendes: “Die Fundamentalanalyse versucht, den fairen Wert oder angemessenen Preis von Wertpapieren (innerer Wert) zu ermitteln.”

Doch wie will die Fundamentalanalyse den fairen Wert eines Wertpapiers ermitteln? Auch darauf gibt Wikipedia eine Antwort: “Im Gegensatz zur Chartanalyse basiert die Fundamentalanalyse nicht auf einer Betrachtung von Börsenkursen, sondern von betriebswirtschaftlichen Daten und ökonomischem Umfeld eines Unternehmens, den sogenannten Fundamentaldaten.”

Der fundamentale Investor versucht sich also einen Überblick zu verschaffen über die Zukunftsaussichten des Unternehmens um dann anhand über Kauf oder Verkauf der Aktie zu entscheiden.

Er redet oft mit Vorständen, sieht sich Wachstumsraten, Marktanteile und andere Fakten an. Am Ende dieser Arbeit steht zumeist eine Excel-Tabelle, in der Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre gemacht werden.

Am Schluss werden die Gewinnschätzungen herunterdiskontiert auf den heutigen Tag und es entsteht ein fairer Wert für die Aktie bzw. das Unternehmen. Liegt dieser faire Wert schließlich über dem aktuellen Bewertungsniveau, lohnt es sich aus Sicht der Fundamentalanalysten in die Aktie einzusteigen.

Im Rahmen der Fundamentalanalyse spielt es also keine Rolle ob der Kurs einer Aktie steigt oder fällt – solange der Kurs nur unter dem zuvor bestimmten fairen Wert der Aktie liegt.

Quantitatives Management bzw. quantitative Analyse

Auch hierfür liefert Wikipedia eine Definition, die ich Ihnen zunächst vorstellen möchte: “Der Begriff quantitatives Management bedeutet die Anwendung von mathematischen rationalen Methoden bei der Entscheidung über die Zusammensetzung eines Aktienportfolios oder eines Investmentfonds. Dabei wird versucht, qualitative und subjektive Entscheidungen [...] aus dem Prozess der  Anlageentscheidung möglichst auszuklammern.”

Der quantitative Investor geht also anders vor. Statt die Zukunft vorhersagen zu wollen, versucht er, die heutige Realität des Marktes abzubilden und in die nach den Regeln eines bestimmten quantitativen Modells attraktivsten Aktien zu investieren.

Die Regeln des Modells nehmen Bezug auf die heutige Situation oder die Vergangenheit – nicht jedoch auf die Zukunft. Das ist der wohl entscheidende Unterschied zum fundamentalen Investor.

Und was steckt hinter der quantitativen Analyse? Der quantitative Investor geht davon aus, dass der Mensch nicht ohne Fehler ist und dass diese Fehler zu systematischen Fehlentscheidungen führen.

Wegen dieser systematischen Fehler überlässt der quantitative Investor die Selektionsarbeit einem emotionsfreien Computer bzw. seinem Modell und versucht auf diese Weise von den systematischen Fehlern der anderen zu profitieren.

Dies kann er deshalb, weil die systematischen Fehler der anderen früher oder später vom Markt korrigiert werden und somit zu Gewinnen des quantitativen Investors führen.

Die wesentlichste Gemeinsamkeit der beiden Ansätze

Die wesentlichste Gemeinsamkeit ist die, dass es für beide Vertreter unter bestimmten Umständen keine Rolle spielt, ob der Kurs einer Aktie sinkt oder fällt.

Dem fundamentalen Investor ist es egal ob der Kurs einer Aktie sinkt oder fällt, solange der aktuelle Kurs unter dem von ihm berechneten fairen Wert der Aktie liegt. Und dem quantitativen Investor ist es egal, ob der Kurs einer Aktie sinkt oder fällt, solange die Aktie nach den Regeln seines quantitativen Modells in sein Portfolio gehört.

Fazit: Erfolg hat wer konsequent ist

Ganz egal welchen der beiden Ansätze Sie verfolgen oder verfolgen wollen – das wichtigste ist, dass Sie versuchen, Ihre Emotionen so weit wie möglich (am besten sogar komplett) versuchen auszublenden.

Seien Sie konsequent in der Umsetzung Ihrer Strategie und legen Sie sich keine “Lieblingsaktie” zu. Soll heißen: Bewerten Sie alle Aktien bzw. Unternehmen gleich. Wenn Sie dies tun, ist ein wesentlicher Grundstein für Ihren künftigen Börsenerfolg gelegt.

 

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