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Rolf Morrien

Für Sie auf den Punkt gebracht: Das neue System der Abgeltungsteuer in der Übersicht

Rolf Morrien

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Zu Beginn des Jahres 2009 wurde in Deutschland die Besteuerung von Kapitalerträgen von Grund auf geändert. Ziel der Regierung war eine Vereinfachung. Doch was dabei heraus kam, ist für die meisten Kapitalanleger mit zusätzlicher Bürokratie und einer teilweise komplizierten Handhabe bei der Steuererklärung verbunden. Allein der Anwendungserlass zur Abgeltungsteuer umfasst über 300 Randziffern. Das zeigt, dass das neue System doch nicht so einfach geworden ist wie eigentlich beabsichtigt.

Kapitalerträge werden mit festem Steuersatz belastet
Im Grunde scheint es auf den ersten Blick sehr einfach zu sein: Seit dem 1.1.2009 werden von sämtlichen Kapitalerträgen wie Dividenden, Zinsen und Kursgewinnen, pauschal 25% Abgeltungsteuer zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag (auf die Abgeltungsteuer; Gesamtsteuersatz 26,375%) und ggf. Kirchensteuer einbehalten. Da der Steuereinbehalt – von der Bank automatisch vorgenommen – abgeltende Wirkung hat, müssen die Kapitalerträge also im Grunde nicht mehr in der Steuererklärung angegeben werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, auf die später noch eingegangen wird. Die Übersicht auf den nächsten beiden Seiten zeigt Ihnen auf einen Blick, welche Änderung es gab und wie heute die Besteuerung erfolgt.

Kursgewinne aus Käufen vor 2009 besitzen einen Bestandsschutz
Sind in Ihrem Depot noch Wertpapiere, die Sie vor dem 1.1.2009 gekauft haben, so sind deren Kursgewinne steuerfrei (Ausnahme Zertifikate). Durch den Bestandsschutz können die Wertpapiere weiter gehalten werden, um z. B. die Altersvorsorge zum Teil steuerfrei zu gestalten. Verluste aus diesen Wertpapierpositionen zählen nicht mehr.
Kursgewinne aus Käufen vor 2009 besitzen einen Bestandsschutz
Sind in Ihrem Depot noch Wertpapiere, die Sie vor dem 1.1.2009 gekauft haben, so sind deren Kursgewinne steuerfrei (Ausnahme Zertifikate). Durch den Bestandsschutz können die Wertpapiere weiter gehalten werden, um z. B. die Altersvorsorge zum Teil steuerfrei zu gestalten. Verluste aus diesen Wertpapierpositionen zählen nicht mehr.

Für Sparpläne gibt es neue Regelungen
Die Regelungen für Sparpläne wurden angepasst: Werden z. B. Anteile an Investmentfonds über einen Sparplan erworben und später teilweise verkauft, so gilt das „FIFO-Prinzip“ („first in – first out“, Englisch für „als erstes rein – als erstes raus“). Das zuerst erworbene Wertpapier gilt als zuerst verkauft. Für die Berechnung der Kursgewinne oder -verluste hat dies eine große Bedeutung. Unter Umständen lässt sich mit einem zweiten Depot eine Steuerersparnis erzielen.

Einjährige Spekulationsfrist gilt für physische Edelmetalle weiterhin
Die einjährige Spekulationsfrist gilt für den Kauf und Verkauf von Gold und Silber in Form von Barren und Münzen weiterhin. Verkaufen Sie diese nach mehr als einem Jahr, so bleibt der Gewinn steuerfrei. Wird allerdings innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist verkauft, muss der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Allerdings gilt eine Freigrenze von 600 €: Ist der Gewinn niedriger, bleibt er steuerfrei. Übersteigt der Gewinn diese Grenze, so wird aber der gesamte Gewinn besteuert. Ausgenommen sind wiederum physisch hinterlegte Edelmetallanleihen in Form von Fonds wie z. B. Xetra Gold. Diese zählen zu den Wertpapieren, die der Abgeltungsteuer unterliegen. Auf der folgenden Seite finden Sie eine Übersicht, gestaffelt nach Produktarten.

Steuer-Tipp: Sparen Sie Steuern mit Stückzinsen
Mit dem gezielten Kauf von Anleihen können Sie noch in diesem Jahr Steuern sparen. Denn ist die Summe aus Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen in diesem Jahr bereits über dem Sparer Pauschbetrag von 801 € (Ledige) bzw. 1.602 € (Eheleute) so können Sie mit den Stückzinsen beim Kauf von Anleihen diese Schwellen wieder unterschreiten. Käufer von Anleihen zahlen Stückzinsen (aufgelaufene Zinsen seit dem letzten Zinszahlungstag) an den Verkäufer. Sie gelten als negative Kapitaleinnahme und dürfen die übrigen Kapitaleinnahmen mindern. Bereits gezahlte Abgeltungsteuer auf weitere Kapitaleinnahmen des Jahres erstattet Ihnen Ihre Bank.

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