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Rolf Morrien

Frankfurt Hohenheimer Leitfaden

Die Projektgruppe „Ethisch-ökologisches Rating“ (EÖR) unter Leitung der Professoren Dr. Johannes Hoffmann und Dr. Gerhard Scherhorn hat zwischen 1992 und 1997 den Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden (FHL) erarbeitet, um nachhaltigen Investmentfonds die Auswahl der einzelnen Werte anhand von nachhaltigen Kriterien zu erleichtern. Der Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden geht auf rund 800 Aspekte zur Kultur-, Sozial- und Naturverträglichkeit ein. Darüber hinaus beinhaltet der Leitfaden zehn Gebote der Nachhaltigkeit.

1.     Du sollst die biokulturelle Grundnorm (Überlebenssicherheit) in allen Handlungskontexten einhalten!

2.     Du sollst keine Schmerzen verursachen!

3.     Du sollst niemanden unfähig machen!

4.     Du sollst niemandem Freiheit oder Chancen entziehen!

5.     Du sollst niemandem seine Freude an etwas nehmen!

6.     Du sollst nicht täuschen oder betrügen!

7.     Du sollst Deine Versprechen halten!

8.     Du sollst fremdes Eigentum respektieren!

9.     Du sollst dem Gesetz gehorchen!

10.  Du sollst niemanden über das Können hinaus sittlich beanspruchen!

Auf Basis des FHL definierte die oekom research aus München in Kooperation mit der Projektgruppe rund 200 aussagekräftige, soziale, kulturelle und ökologische Kriterien für die ethische Bewertung von Unternehmen. Das daraus entstandene „Corporate Responsibility Rating“ (CRR) ist das weltweit einzige Bewertungssystem, das den FHL umfassend abbildet. Das „Corporate Responsibility Rating“ setzt sich aus einem Sozial- Kultur-Rating und einem Umwelt-Rating zusammen. In beiden sind 100 Kriterien aus drei Untersuchungsbereichen enthalten. Beim Sozial-Kultur-Rating sind dies Sozial- und Kulturmanagement, Mitarbeiterbeziehungen und Beziehungen zu externen Anspruchsgruppen. Das Umwelt-Rating umfasst Öko-Effizienz, Produkte und Dienstleistungen und Umweltmanagement.

Im Oktober 2000 entstand aus der Kooperation zwischen der Projektgruppe und oekom research der Verein CRIC (Corporate Responsibility Interface Center – Verein für ethische Investoren). CRIC versteht sich als Verein für ethisch orientierte private Investoren und institutionelle Kapitalanleger wie Hilfswerke, Landeskirchen, Stiftungen, Versicherungen und Banken. CRIC fördert ethisches Investment und gibt Kapitalanlegern konkrete Hilfestellungen.

CRIC bietet Mitgliedern einen bevorzugter Zugang zu Kapitalprodukten auf Basis des “Corporate Responsibility Rating” der oekom research AG, Informationsveranstaltungen und einen Newsletter. Aktuell benutzen 29 Publikums- und Rentenfonds das „Corporate Responsibility Rating“ als Grundlage Ihrer Anlageentscheidungen. Der Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden ist die weltweit detaillierteste Kriteriensammlung für die ethische Bewertung von Unternehmen.

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