Buchtipp des Monats
Buch
ARCHIV
THEMEN
Rolf Morrien

Fakten über Pfennigaktien

Robert Sasse

Robert Sasse

Erfolgreiche Unternehmen werden nicht geboren, sie werden gemacht und sie müssen sich ihren Weg durch holprige Anfänge bahnen wie jedes andere Unternehmen auch. Leider denken manche Anleger, dass das nächste „große Ding“ zu finden bedeutet Pfennigaktien zu durchforsten in der Hoffnung das nächste Microsoft oder Wal-Mart zu finden. Diese Strategie erweist sich in den meisten Fällen als Fehlschlag. Lesen sie weiter um herauszufinden, weshalb Pfennigaktien sie am Ende ohne Pfennig dastehen lassen können.

Pfennigaktien 101

Die Begriffe „Pfennigaktien“ und „micro-cap-Aktien“ können als Synonyme verwendet werden. Technisch sind micro-cap-Aktien als solche durch ihre Börsenbewertung klassifiziert, während Pfennigaktien nach ihrem Preis beurteilt werden. Die Definitionen variieren aber grundsätzlich ist eine Aktie mit einer Börsenbewertung von 50$ bis 300 Millionen $ eine micro-cap. Nach der Securites & Exchange Commission (SEC), ist jede Aktie unter 5$ eine Pfennigaktie.

Die Hauptsache, die sie über Pfennig- und micro-cap-Aktien wissen müssen ist, dass sie viel riskanter sind als gewöhnliche Aktien.

Ein Vermögen für einen Pfennig?

Was macht Pfennigaktien riskant? Vier Hauptfaktoren machen diese Wertpapiere riskanter:

  1. Fehlender Zugang zu Informationen für die Öffentlichkeit

Der Schlüssel für jede erfolgreiche Investitions-Strategie ist es genug Informationen zu sammeln um vernünftige Entscheidungen zu treffen. Für micro-cap-Aktien sind Informationen viel schwieriger zu finden. Unternehmen die auf den „Pink-Sheets“ gelistet sind nicht verpflichtet Akten bei der SEC einzureichen und werden daher nicht so eingehend von der Öffentlichkeit geprüft als wenn sie auf der NYSE oder dem Nasdaq gehandelt werden würden. Darüberhinaus sind viele Informationen über micro-cap-Aktien von unzuverlässigen Quellen.

  1. Keine Minimal-Standards

Aktien auf den „Pink-Sheets“ müssen keine minimalen Standardanforderungen erfüllen um auf dem Markt zu bleiben. Sobald ein Unternehmen seine Position auf einem großen Markt nicht mehr halten kann muss das Unternehmen auf einen kleineren umziehen. Minimal-Standards dienen für manche Anleger als Sicherheitspolster und als Bezugswert für manche Unternehmen.

  1. Fehlende Geschichte

Viele der micro-cap-Aktien gehören Unternehmen, die entweder neu gegründet wurden oder dem Bankrott nahe sind. Diese Unternehmen haben für gewöhnlich schwache Erfolgsgeschichten oder sogar gar keine. Wie sie sich vorstellen können, machen diese fehlenden Informationen über die Geschichte es schwer das Potential einer Aktie zu bestimmen.

  1. Liquidität

Wenn Aktien nicht genug Liquidität besitzen, treten zwei Probleme auf: Erstens, besteht die Möglichkeit, dass sie nicht in der Lage sein werden die Aktie zu verkaufen. Wenn es nur ein niedriges Liquiditätslevel gibt, wird es schwer für einen Käufer sein eine bestimmte Aktie zu finden, und sie müssen ihren Preis eventuell senken damit er für einen anderen Käufer attraktiv wird. Zweitens, liefern niedrige Liquiditätslevel für manche Händler Gelegenheiten Aktienpreise zu manipulieren, was auf viele verschiedene Arten getan werden kann – der einfachste ist eine große Anzahl von Aktien zu kaufen, diese zu hoch anzupreisen und diese dann an Anleger zu verkaufen die sie attraktiv finden.

Fallen

Pfennigaktien sind schon seit einiger Zeit ein Dorn im Auge der SEC, da viele fehlerhafte Informationen über sie im Umlauf sind und eine schwache Liquidität micro-cap-Aktien zu einem leichten Ziel für Betrüger macht. Es gibt viele Tricks, die verwendet werden um Anleger von ihrem Geld zu trennen. Die häufigsten sind:

Befangene Empfehlungen

Manche micro-cap-Unternehmen zahlen Individuen Geld damit sie die Aktie in unterschiedlichen Medien empfehlen, sowie Newslettern, Finanzfernsehen und Radioshows. Sie erhalten vielleicht Spam-Mails, die sie überreden möchten eine bestimmte Aktie zu kaufen. Alle Emails und Empfehlungen dieser Art sollten überprüft werden. Gehen sie sicher, dass jede Pressemitteilung nicht von Leuten herausgegeben werden, die versuchen den Preis einer Aktie zu beeinflussen.

Auslandsmakler

Laut Regulation S, erlaubt die SEC Unternehmen Aktien außer halb der Vereinigten Staaten an ausländische Anleger zu verkaufen. Diese Unternehmen, werden die Aktie zu einem Discount-Preis an Auslandsmakler verkaufen, welche sie dann für einen erheblichen Profit an US-Anleger verkaufen.

Die Pfennigaktientäuschung

Zwei häufige Täuschungen die an den Pfennigaktien haften sind, dass viele der heutigen Aktien einst Pfennigaktien waren und, dass eine positive Korrelation zwischen der Anzahl der Aktien, die eine Person besitzt und seiner/ihrer Rendite besteht.

Anleger, die in die Falle der ersten Täuschung getappt sind, glauben das Wal-Mart, Microsoft und viele andere große Unternehmen einst Pfennigaktien waren, welche die durch hohe Dollarwerte gestiegen sind. Viele Anleger machen diesen Fehler, da sie auf den „bereinigten Aktienpreis“ schauen, welcher alle Aktiensplits miteinbezieht. Wenn man sowohl als auf Microsoft als auch auf Wal-Mart schaut, kann man sehen, dass die Preise an ihren ersten Tagen bei 21$ und 16,6$ lagen, obwohl die bereinigten Preise bei ca. 8 Cent und 1 Cent lagen. Anstatt, dass diese Unternehmen bei niedrigen Preisen starteten, begannen sie bei hohen Preisen und wuchsen so lange, bis sie splitten mussten.

Der zweite Grund weshalb viele Anleger von Pfennigaktien angezogen werden ist die Auffassung, dass es mehr Raum für Gewinne und mehr Möglichkeiten gibt um mehr Aktien zu besitzen. Wenn eine Aktie bei 10 Cent liegt und um 5 Cent steigt, haben sie eine 50%-ige Rendite erzielt. Dies und der Fakt, dass eine 1000$-Investition 10000 Aktien kaufen kann, überzeugt die Anleger, dass micro-cap-Aktien ein schneller und idiotensicherer Weg sind um ihre Profite zu steigern. Leider tendieren die meisten dazu, nur die Vorteile einer Pfennigaktie zu sehen, während sie die Nachteile außer Acht lassen. Eine 10 Cent-Aktie kann genauso einfach um 5 Cent fallen und somit die Hälfte ihres Wertes verlieren. Meistens sind diese Aktien nicht erfolgreich, und daher ist die Chance groß, dass sie ihre gesamte Investition verlieren.

Der Schlussstrich

Natürlich sind manche Unternehmen auf den „Pink-Sheets“ von guter Qualität und die Unternehmen arbeiten hart um sich einen Weg auf den Nasdaq und NYSE zu verschaffen. Dennoch gibt es viele gute Aktienmöglichkeiten, die nicht nur für einen Pfennig gehandelt werden. Pfennigaktien sind kein hoffnungsloser Fall, aber sie sind riskante Investitionen, die nicht für alle Anleger passen sind. Wenn sie den micro-caps nicht widerstehen können, gehen sie sicher, dass sie genug Recherche betreiben und verstehen auf was sie sich einlassen.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Fakten über Pfennigaktien, 5.0 out of 5 based on 1 rating
Diesen Artikel weiterempfehlen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Bulle
Geldanlage Empfehlung
Infografik der Woche
Teaser