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Einlagensicherung: Aktien-Depots überstehen auch Banken-Pleiten

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

In der Europäischen Union sind die Spareinlagen von Bankkunden vor einem Zahlungsausfall ihrer Bank geschützt. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestsumme beträgt 100.000 Euro pro Kunde.

Sie als Kunde würden im Fall einer Pleite Ihrer Bank diese Summe zurück erhalten. Viele Banken sichern sogar einen höheren Betrag als die genannten 100.000 Euro ab. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Form der Geldanlage unter die sogenannte Einlagensicherung fällt.

Was unter die Einlagensicherung fällt

Spar-, Sicht- und Termineinlagen sind geschützt. Unter diesen 3 Einlageformen versteht man das Geld, welches auf verschiedenen Bankkonten liegt.

Diese Konten sind beispielsweise:

• Girokonten

• Tagesgeldkonten

• Sparkonten

• Festgeldkonten

• Verrechnungskonten, die zu einem Wertpapierdepot gehören, über die Wertpapiergeschäfte abgewickelt werden.

Was nicht unter die Einlagensicherung fällt

Wertpapierdepots fallen nicht unter die Einlagensicherung. Das ist allerdings keine schlechte Nachricht für Sie. Denn: Die Wertpapiere sind Ihr Eigentum und nicht das der Bank! Das bedeutet, dass Ihre Depotbank nur treuhänderisch tätig ist.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, Ihr Eigentum (beispielsweise Ihre Aktien) zurückzuverlangen. Diese Möglichkeit bleibt auch im Fall einer Pleite Ihrer Bank bestehen, da die Gläubiger der Bank oder ein Insolvenzverwalter darauf keinen Zugriff haben.

Der Inhalt von Bankschließfächern fällt übrigens auch nicht unter den gesetzlichen Einlagenschutz. Sie haben einen Anspruch auf die Herausgabe der darin gelagerten Wertgegenstände.

Fremdwährungskonten sind ein Sonderfall, da hier Banken gesetzlich nicht zur Einlagensicherung verpflichtet sind. Viele Banken tun dies aber trotzdem.

Tipp: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank, ob sie eine freiwillige Einlagensicherung bei Fremdwährungskonten leistet.

Wie Einlagensicherung in Deutschland funktioniert

Die Art Ihrer Bank entscheidet darüber, wie genau die Einlagen abgesichert werden. In Deutschland existieren unterschiedliche Sicherungssysteme, die von den Banken umgesetzt werden können. Genossenschaftsbanken (Volks-, Raiffeisen- und Spardabanken) sowie Sparkassen unterliegen dem sogenannten Institutsschutz.

Das bedeutet, dass eine Bank aus dem Verbund, die in Schieflage geraten ist, von den anderen dazugehörigen Banken gerettet wird. Den Genossenschaftsbanken sind ebenfalls die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Ärzte- und Apothekerbank angeschlossen.

Bei den Sparkassen ist der Institutsschutz etwas anders organisiert als bei den Genossenschaftsbanken. Im Ergebnis gibt es für Sie allerdings keinen Unterschied im Vergleich zu den Genossenschaftsbanken. Der Vollständigkeit halber muss noch erwähnt werden, dass diesen auch die Landesbausparkassen (LBS) angeschlossen sind.

Privatbanken hingegen haben kein Interesse daran, einzelne Institute vor einer Insolvenz zu retten. Nach Ansicht der Privatbanken ist die Zahlungsunfähigkeit einer Bank nicht das Problem anderer Banken, die dazu in Konkurrenz stehen. Bei Privatbanken gibt es daraus resultierend keinen Institutsschutz.

Dafür greift im Fall der Insolvenz einer Bank sofort der Einlagenschutz. Es muss also im Zusammenhang mit Privatbanken nicht erst ein ganzer Verbund pleite sein, bevor die Einlagensicherung greift.

Der gesetzlich vorgeschriebene Schutz beträgt 100.000 Euro pro Kunde und ist von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) garantiert. Im Pleitefall Ihrer Privatbank zahlt diese Einrichtung die verloren gegangenen Einlagen bis zu dem genannten Höchstbetrag an Sie zurück.

Ausländische Privatbanken mit Sitz in Deutschland können zwischen 2 Möglichkeiten wählen. Sie haben die Möglichkeit, sich der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken anzuschließen, oder sie können sich dem Sicherungssystem des Landes des Hauptsitzes der Bank anschließen.

Die letztgenannte Möglichkeit kann für Sie hinsichtlich der Höhe der Einlagensicherung aber nur dann einen Unterschied bedeuten, wenn sich der Hauptsitz der Bank außerhalb der EU befindet. Einen gravierenden Unterschied gibt es aber: Sie müssten Ihre Ansprüche im Ausland geltend machen.

Ein Hinweis: Diese gesetzlichen Regelungen werden in der Praxis dann greifen, wenn einzelne Banken vor dem Ruin stehen. Sollte es in der Bankenbranche zu einem „Massensterben“ kommen, wird die Einlagensicherung zusammenbrechen.

 

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