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Rolf Morrien

Eine Einführung in die Börse Indiens (1)

Robert Sasse

Robert Sasse

Mark Twain teilte die Welt einst in zwei verschiedene Arten von Menschen: Solche, die das berühmte indische Monument, das Taj Mahal, gesehen haben und solche, die es nicht sahen. Das gleiche kann man über Investoren sagen. Es gibt zwei Arten von Investoren: Solche, die von den Anlege-Möglichkeiten Indiens wissen und solche, die es nicht tun. Indien sieht vielleicht nur wie ein kleiner Punkt für jemanden aus den USA aus, aber unter genauerer Betrachtung, werden Sie die selben Dinge finden, die man von einem vielversprechenden Markt erwartet. Wir bieten Ihnen hier nun einen Überblick über die Börse Indiens.

Die BSE und NSE

Der Großteil des Handels am indischen Aktienmarkt findet auf den zwei Börsen statt: Der Bombay Stock Exchange (BSE) und der National Stock Exchange (NSE). Die BSE existiert seit 1875. Die NSE hingegen wurde 1992 gegründet und begann 1994 zu handeln. Beide Börsen folgen jedoch den gleichen Trading-Mechanismen, Trading-Zeiten, etc. Bei der letzten Zählung listete die BSE ungefähr 4.700 Unternehmen, während die rivalisierende NSE ca. 1.200 hatte. Von all den gelisteten Unternehmen der BSE besitzen nur ungefähr 500 Unternehmen eine Börsenbewertung von 90%; der Rest besteht aus hoch illiquiden Anteilen.

Fast alle signifikanten Unternehmen Indiens sind auf beiden Börsen gelistet. Die NSE genießt eine dominante Position im Spotgeschäft mit ungefähr 70% Marktanteilen seit 2009 und einem fast vollständigen Monopol im Derivate-Handel mit ungefähr 98% Anteil an diesem Markt, ebenfalls seit 2009. Beide Börsen konkurrieren im Order-Flow, welcher zu reduzierten Kosten, Markteffizienz und Innovation führt.

Trading-Mechanismen

Der Handel an beiden Börsen findet durch ein offenes elektronisches Limit-Order-Buch statt, in welchem die Ordern vor einem Trading-Computer verarbeitet werden. Es gibt keine Markt-Macher oder Spezialisten und der gesamte Prozess wird von Ordern betrieben, was bedeutet, dass Markt-Ordern, platziert von Investoren, automatisch mit den besten Limit-Orders abgestimmt werden. Als Resultat bleiben Käufer und Verkäufer anonym. Der Vorteil eines orderbetriebenen Markts ist, dass er eine größere Transparenz bietet, in dem er alle Kaufs- und Verkaufs-Ordern im Trading-System anzeigt. Durch die Abwesenheit der Markt-Macher gibt es keine Garantie dafür, dass alle Ordern ausgeführt werden.

Alle Ordern im Trading-System müssen durch Makler platziert werden, welche oft einen Online-Service anbieten. Institutionelle Investoren können außerdem den Vorteil des direkten Markt-Zugangs (DMA – direct market access) nutzen – eine Option mit welcher Trading-Terminals verwendet werden, die von Maklern angeboten werden, damit Ordern direkt beim Trading-System der Börse abgegeben werden können.

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