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Rolf Morrien

E.ON: Die Energiewende sorgt für Probleme

Yannick Esters

Yannick Esters

Über die Energiewende kann man ja sagen, was man will. Bei den etablierten Versorgern, allen voran E.ON und RWE wirkt sie. Statt wie gewohnt satte Gewinne verbuchen die DAX-Konzerne seit einigen Quartalen nur noch mau ausfallende Erträge. Schuld ist die Vorrangeinspeisung von Solar- und Windenergie und die dadurch unrentabler werden Großkraftwerke. Doch inzwischen scheint zumindest E.ON auf einem guten Weg zu sein.

Die Flucht ins Ausland

Da hierzulande keine neuen Großkraftwerke mehr gebraucht werden, sucht sich E.ON in der Ferne interessante Objekte. Der dazu in die Wege geleitete Umbau des Unternehmens hin zu einem internationalen Anbieter von Energielösungen geht zügig voran. Im Juli wurde der weltweit größte Offshore-Windpark London Array eingeweiht, in der deutschen Nordsee hat der Bau von Amrumbank West begonnen. E.ON verfügt aktuell über Windkraft- und Solaranlagen mit einer Leistung von mehr als 5 Gigawatt, inklusive der Wasserkraft sind fast 11 Gigawatt Erneuerbare Erzeugung am Netz. Im Bereich dezentraler Lösungen haben in Deutschland die ersten Anlagen aus der Kooperation mit Metro die Arbeit aufgenommen. Zudem hat E.ON den Zuschlag für den Bau einer hochmodernen Gas- und Dampfturbinen-Anlage für die Energieversorgung des Chemieparks Marl erhalten. Das sind zwar vorrangig Jubelmeldungen, die die tiefsitzenden Probleme verdecken sollen. Aber es ist eben auch ein Stück Hoffnung damit verbunden, dass E.ON auch künftig profitabel Strom erzeugt und verkauft.

Erstes Halbjahr durchwachsen

Das erste Halbjahr fiel bei E.ON alles in allem im Rahmen der Erwartungen aus. Der Umsatz lag mit 64,6 Mrd. Euro knapp unter dem Vorjahresniveau, während das EBITDA um rund 15 Prozent auf 5,7 Mrd. Euro zurückging. Als positiv wirkten sich dabei Kosteneinsparungen im Rahmen des Programms E.ON 2.0 sowie der Ergebnisanstieg in den Bereichen Erneuerbare Energien und Exploration & Produktion aus. Diese positiven Effekte wurden den Angaben zufolge aber durch den Wegfall der Ergebnisbeiträge veräußerter Gesellschaften und die derzeitigen Marktbedingungen in der fossilen Erzeugung mehr als aufgewogen. Insbesondere das europäische Kraftwerksgeschäft leidet weiter unter geringer Auslastung der Anlagen und zu niedrigen Großhandelspreisen in Folge der europäischen Wirtschaftskrise sowie weitreichender politischer und regulatorischer Eingriffe. Hinter letztgenannten Eingriffen verbergen sich dann solche Themen wie CO2-Zertifikatehandel und das Erneuerbare Energien-Gesetz. Doch noch schreibt E.ON schwarze Zahlen, auch wenn der nachhaltige Konzernüberschuss 42 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro einbrach. E.ON führt dies vor allem auf den Rückgang im EBITDA und eine höhere Steuerquote zurück.

Positiver Ausblick

Das Highlight der Zahlen war dann auch wenig überraschend der Blick in die Zukunft. Für das Geschäftsjahr 2013 geht E.ON dabei weiterhin von einem EBITDA im Bereich 9,2 bis 9,8 Mrd. Euro aus. Dieser Wert berücksichtigt bereits den Wegfall von Ergebnisbeiträgen durch den Verkauf von Beteiligungen im Rahmen des laufenden Desinvestitionsprogramms. Für den nachhaltigen Konzernüberschuss erwartet E.ON ein Ergebnis zwischen 2,2 und 2,6 Mrd. Euro. Und genau solche Prognosen mag der Anleger in diesen Zeiten hören. Als E.ON-Aktionär ist man ja bereits Kummer gewöhnt – da sind solche Aussichten wie Balsam. Der morgendliche Kurssprung spricht da Bände. Vielleicht kann RWE ja am Mittwoch ebenfalls so durchstarten. Wobei der zweitgrößte deutsche Versorger hinsichtlich der Verschuldung schlechter aufgestellt ist. So oder so sind die beiden Aktien nach K+S die Topverlierer im DAX – doch das muss ja nicht so bleiben. Die Börse lebt vom Wandel.

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