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Die richtige Orderart für den Aktienkauf – Teil 2

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

In der vergangenen Woche konnten Sie an dieser Stelle den 1. Teil der neuen (kleinen) Serie zum Thema Orderarten lesen, in dem Sie sich im ersten Schritt bereits einiges an Grundlagenwissen aneignen konnten.

Zudem konnten Sie im 1. Teil bereits die ersten beiden der aus meiner Sicht wichtigsten Orderarten bzw. Orderzusätze kennenlernen – die Limit-Order und die Market Order. Heute im 2. Teil lernen Sie weitere Orderarten bzw. Orderzusätze kennen.

Die Stop-Buy-Order

Wenn Sie eine Aktie kaufen wollen, sobald sie einen bestimmten Preis überschritten hat, z. B. weil ein charttechnischer Widerstand gebrochen wurde, können Sie die Stop-Buy-Order einsetzen. Unter einem charttechnischen Widerstand ist eine bestimmte Kursmarke zu vestehen, die aus charttechnischer Sicht ein Kaufsignal darstellt.

Im Falle einer Stop-Buy-Order wird Ihr Kaufauftrag ausgeführt, wenn ein Kurs auf oder über dem Stop-Buy-Limit festgestellt wird. Ein fiktives Beispiel: Sie wollen die Aktie der Max

Müller AG erst dann kaufen, wenn sie die 100-Euro-Marke überspringt. Ihre Order liegt dann im System und wird zum Kaufauftrag, sobald die Aktie auf 100 Euro (oder höher) klettert.

Die Stop-Loss-Order

Die Stop-Loss-Order ist eines der wichtigsten Instrumente zur Vermeidung von Verlusten und zur Absicherung von Gewinnen. Das Stop-Loss-Limit liegt unter dem aktuellen Kurs. Wird ein Kurs auf oder unter dem Stop-Loss-Limit festgestellt, wird Ihre Aktie anschließend automatisch verkauft.

Das bedeutet, dass im Falle des Erreichens oder Unterschreitens der Stop-Loss-Marke ein Verkauf ohne Limit durchgeführt wird. Eine Stop-Loss-Marke sollten Sie deshalb nicht zu dicht unterhalb des aktuellen Kurses setzen.

Vor allem dann nicht, wenn es sich um recht schwankungsstarke Aktien handelt. Denn dann kann es sein, dass eine kurze Schwächephase reicht und Ihre Aktie die Stop-Loss-Marke erreicht und ungewollt verkauft wird. Daher sollte der Abstand zur Stop-Loss-Marke bei mindestens 5 bis 10% liegen.

Die O.C.O.-Order

O.C.O. bedeutet „One Cancels Other“. Übersetzt bedeutet das: eine erfolgreiche Order löscht die andere Order. Wird ein Orderkriterium erfüllt, wird die alternative Order gelöscht.

Ein Beispiel: Sie besitzen eine Aktie und wollen diese durch eine Stop-Loss-Order gegen Verluste absichern. Gleichzeitig soll die Position geschlossen werden, wenn Ihr Kursziel erreicht wird. Je nachdem, welches Ereignis früher eintritt, wird eine Order ausgeführt und die andere gelöscht.

Die If-Done-Order

Bei der If-Done-Order (oder zu Deutsch: „wenn-dann“-Order) werden zwei Aufträge gekoppelt, ohne dass bereits eine Position besteht. Wenn Sie eine Aktie kaufen wollen, kann dies zum Beispiel eine Limit-Order sein, die nach der Ausführung um eine Stop-Loss-Order ergänzt wird.

Sie können dadurch also eine Aktie mit einem bestimmten Limit (z. B. 50 Euro) kaufen und diese Position automatisch im Anschluss durch das Platzieren einer Stop-Loss-Marke nach unten absichern.

Die Trailing-Stop-Order

Der Trailing-Stop wird automatisch nachgezogen und sichert so immer größere Teile des aufgelaufenen Gewinnes ab. Trailing-Stops können prozentual oder in absoluten Zahlen unter den festgestellten Höchst- oder Tiefstkursen angepasst werden.

Beispiel: Eine Aktie wird mit einem Trailing-Stop von 5 Euro ausgestattet. Mit jedem neuen Höchstkurs wird eine vorhandene Stop-Loss-Order so angepasst, dass das Stop-Loss-Limit 5 Euro unter dem neuen Höchstkurs der Aktie platziert wird.

Fazit: Limit-Order und Stop-Loss-Order für Sie am wichtigsten

Die gerade genannten Orderformen und -zusätze stellen „nur“ die aus meiner Sicht wichtigsten dar. Grundsätzlich gibt es noch einige andere Orderformen und -zusätze. Diese brauchen Sie aber (zumindest aktuell) nicht weiter zu interessieren.

Von den von mir vorgestellten Varianten sollten Sie vor allem die Limit-Order und die Stop-Loss-Order interessieren, da diese aus meiner Sicht für Börseneinsteiger die wichtigsten sind.

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