Buchtipp des Monats
Buch
ARCHIV
THEMEN
Rolf Morrien

Die Grundzüge der Investititonssteuern

Yannick Esters

Yannick Esters

„… nichts ist sicher, außer Tod und Steuern.“ – Benjamin Franklin

Das Axiom des Gründungsvaters ist heute noch genauso wahr wie am Tag als er es schrieb was bedeutet, dass Anleger verstehen müssen was sich die Regierung nimmt.

Die Regierung versteuert nicht nur Investitionseinkommen – Dividenden, Zinsen, Immobilienmieten, etc. – aber realisierten auch Kapitalgewinne. Auch der Steuereinnehmer ist clever; Anleger können nicht durch Fonds, ETFs, REITs oder Partnerschaften entkommen. Für steuerliche Absichten sind diese Einheiten transparent. Der steuerliche Charakter ihrer Distributionen fließt durch die Investoren in Proportion zu ihrer ökonomischen Interessen, und Anleger sind auch dann zu Steuerzahlungen für Kapitalgewinne verpflichtet wenn sie verkaufen.

Steuern für Dividenden
Unternehmen zahlen Dividenden nach den Steuerabzügen aus, was bedeutet, dass die Steuereinnehmer bereits einen Anteil genommen haben. Deshalb kriegen Anteilhaber eine begünstigte Steuerrate von 15% für „qualifizierte Dividenden“ wenn das Unternehmen in den USA domiziiert ist oder in einem Land das ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA hat. Unqualifizierte Dividenden – die von anderen ausländischen Unternehmen oder Entitäten gezahlt werden, die unqualifizierte Einkommen erhalten – werden mit einer normalen Einkommenssteuerrate besteuert, die für gewöhnlich höher sind. In 2013 ist das eine Skala die auf 39,6% steigt plus zusätzlichen 3,8% Extrasteuer für Steuerzahler mit hohen Einkommen (200000$ für Singles, 250000$ für verheiratete).

Aktienhalter profitieren von den begünstigten Steuerraten nur dann, wenn sie Aktien für mindestens 61 Tage der 121-Tage-Periode gehalten haben, welche 60 Tage vor dem Ex-Dividendendatum beginnt. Zusätzlich dazu zählen alle Tage nicht an denen der Empfänger sein Verlustrisiko verringert (durch eine Put-Option zum Beispiel).
–    Fall Nr.1: Ein Investor, der die nationale Einkommenssteuer bei einer Rate von 28% zahlt und eine qualifizierte Dividende von 500$ für eine Aktie, die er seit mehreren Jahren auf einem besteuerbaren Konto hält schuldet 75$ an Steuern. Wenn die Dividende unqualifiziert wäre, oder der Investor nicht die minimale Halteperiode erfüllen würde, betrügen die Steuern 140$. Ein Spitzenklasse-Steuerzahler (Einkommenssteuer bei 39,6% plus den 3,8% Gesundheitspflege-Steuer) würde für eine unqualifizierte 217$ Steuern zahlen.
Anleger können die Steuern reduzieren wenn sie Vermögen, wie ausländische Aktien oder Anlagefonds, in einem aufgeschobenen Konto wie ein IRA oder 401(k) und heimische Aktien in ihren regulären Maklerkonten halten.

Zinssteuern
Die Regierung behandelt die meisten Zinsen wie gewöhnliche Einkommenssubjekte für die Steuern. Selbst Nullkouponanleihen können nicht entkommen. Obwohl Anleger bis zur Fälligkeit kein Geld erhalten, müssen sie Steuern für den jährlichen Zinszuwachs dieser Wertpapiere zahlen.
Die Ausnahme? Zinsen für Anleihen die durch die US-Bundesstaaten und Kommunen, die meist befreit von der nationalen Einkommenssteuer sind. Kommunalanleihen, die befreit von der regulären nationalen Einkommenssteuer sind, sind dennoch noch Subjekt der alternativen Minimumsteuern. Investoren sollten den nationalen Steuerstatus von Kommunalanleihen prüfen bevor sie diese kaufen.
Investoren können auch einen Abbruch der staatlichen Einkommenssteuern für Zinsen bekommen. Die US-Staatsschatzwertpapiere sind befreit von staatlichen Einkommenssteuern, während die meisten Staaten keine Zinsen von Kommunalanleihen besteuern, die von innerstaatlichen Entitäten gestellt werden.
–    Fall Nr.2: Ein Investor, der die nationale Einkommenssteuer bei einer Rate von 33% bezahlt und  halbjährlich 1000$ für Zinsen auf 40000$ Grundkapital erhält schuldet 330$ an Steuern, was ihm 670$ lässt. Wenn der gleiche Investor 800$ Zinsen für ein Eigenkapital von 40000$ einer steuerfreien Kommunalanleihe erhält, sind keine Steuern fällig. Selbst Spitzenklasse-Steuerzahler würden weder die Einkommenssteuer noch die Gesundheitspflege-Extrasteuer zahlen müssen. Anleger die Subjekt der höheren Steuerklassen sind ziehen es oft vor Kommunalanleihen anstelle von anderer Anleihen in ihren abgabepflichtigen Konten.

Steuern für Kapitalgewinne
Onkel Sam’s Steuererhebungen für realisierte Kapitalgewinne hängen davon hab wie lange der Investor die Aktie schon hält.
Die Steuerrate für längerfristige (mehr als ein Jahr) Gewinne beträgt 15%, ausgenommen sind Steuerzahler mit hohen Einkommen (2013: 400000$ für Singles, 450000$ für Verheiratete), die 20% zahlen müssen. Diese Steuerzahler werden für gewöhnlich auch die Gesundheitspflegesteuern bei einer Rate von 23,8% zahlen müssen.

Genau wie bei der Mindesthalteperiode für qualifizierte Dividenden zählen die Tage nicht dazu an denen der Investor sein Risiko verringert hat.

Kurzfristige (weniger als ein Jahr einer gültigen Halteperiode) Kapitalgewinne werden zu einer Rate wie bei den regulären Einkommenssteuern versteuert.

- Fall Nr.3: Ein Investor der 25% Steuerklasse verkauft 100 Anteile von XYZ, die für 50$ pro Aktie erworben wurde, für 80$ pro Aktie. Wenn er oder sie die Aktie schon länger als ein Jahr hält betragen die Steuerschulden 450$ (15% von (80-50) x 100), im Vergleich zu 750$ an Steuern wenn die Halteperiode kürzer als ein Jahr ist. Zu den selben Bedingungen würde ein Spitzenklasse-Steuerzahler 1302$ für einen kurzzeitigen Kapitalzuwachs zahlen müssen vs. 450$ für einen langfristigen  Kapitalzuwachs.

Steuerverluste und Scheingeschäfte
Anleger verrechnen Kapitalzuwächse mit Kapitalverlusten, die entweder im selben Steuerjahr oder aus früheren Jahren mitgenommen wurden und dann realisiert wurden.

Anleger können ihre Steuerschulden für Kapitalzuwächse durch das abernten von Steuerverlusten minimieren. Wenn eine oder mehrere Aktien eines Portfolios unter die Kostenbasis eines Investors fallen, kann der Anleger diese verkaufen und einen Kapitalverlust für steuerliche Zwecke realisieren, welche verfügbar sein werden um Kapitalzuwächse entweder im selben Jahr oder in der Zukunft zu verrechnen.

Die Sache hat jedoch einen Haken. Die IRS behandelt den Verkauf und die Wiedererwerbung von einem „wesentlich identischen“ Wertpapier innerhalb von 30 Tagen als ein „Scheingeschäft“, für welches der Kapitalverlust im laufenden Jahr unerlaubt ist. Der Verlust vergrößert die Steuerbasis der neuen Position sogar und verschiebt die steuerlichen Konsequenzen zeitlich nur bis die Aktie in einer Transaktion verkauft wird, die kein Scheingeschäft ist.
–    Fall Nr.4: Ein Anleger der 35%-Steuerklasse verkauft 100 Anteile von XYZ zum Preis von 40$ pro Aktie, die er für 60$ erworben hatte, wodurch er einen Verlust von 2000$ realisiert und 100 Aktien von ABC für 100$ pro Aktie, die er für 30$ erworben hat, womit er einen 7000$ Gewinn realisiert. Er schuldet damit 5000$ an Steuern für den Nettogewinn. Die Rate hängt von der Halteperiode von ABC ab – 750$ für einen langfristigen Zuwachs oder 1750$ für einen kurzzeitigen. Wenn der Anleger die 100 Anteile von XYZ innerhalb von 30 Tagen nach dem Erstverkauf zurückerwirbt ist der Kapitalverlust für das Scheingeschäft unerlaubt und der Anleger schuldet Steuern für den gesamten 7000$ Gewinn – 1050$ für einen langfristigen oder 2540$ für einen kurzfristigen Zuwachs.

Der Schlussstrich: Steuern sind von Bedeutung
Steuern haben einen signifikanten Einfluss auf das Nettoeinkommen eines Investors. Detaillierte Steuerregeln sind auf der IRS-Website verfügbar, sowohl für Dividenden, Kapitalzuwächse als auch für Scheingeschäfte. Während eine umsichtige Gewinnplatzierung und Schuldenverlust-Ernte die Steuerschulden verringern kann, sind die Steuerumstände eines jeden einzigartig. Investoren sollten ihre privaten Finanz- oder Steuerberater konsultieren um die beste Strategie für ihre Investitionsziele zu bestimmen.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Diesen Artikel weiterempfehlen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Bulle
Geldanlage Empfehlung
Infografik der Woche
Teaser