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Rolf Morrien

Die besten deutschen Börsenplätze für Ihre Wertpapierorder – Teil 2

Rolf Morrien

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Heute erhalten Sie den zweiten Teil der Serie zu den wichtigsten Börsenplätzen in Deutschland. Im ersten Teil habe ich Ihnen am 6. April die elektronische Handelsplattform Xetra vorgestellt. Xetra ist der mit Abstand liquideste Börsenplatz in Deutschland und somit für Sie als Einsteiger auch der wichtigste. Unsere Depot- Aktien Deutsche Post, Nestlé, Coca-Cola und BAT können Sie jeweils über Xetra  kaufen.

Wenn Sie eine Wertpapierorder aufgeben wollen, finden Sie in der Ordermaske Ihres Online-Brokers eine ganze Liste von Handelsplätzen. Es ist nicht immer einfach, daraus den richtigen herauszusuchen. Wenn Sie wissen, worauf sich die einzelnen Börsen spezialisiert haben, finden Sie auch die Börse, die Ihnen in der Regel gute Konditionen bieten wird. „Gute Konditionen“ bedeutet:
• schnelle Ausführung
• niedrige Spreads, also einen geringen Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs
• möglichst wenige Teilausführungen.

Im Muster-Depot auf Seite 3 gebe ich Ihnen jeweils einen Hinweis, an welcher Börse Sie das jeweilige Wertpapier einfach und günstig handeln können.
Börse Frankfurt: Computer verdrängen Parketthandel

Die mit Abstand wichtigste deutsche Aktienbörse, die Frankfurter Börse, hat nach einer über 400-jährigen Geschichte den Parketthandel aufgegeben. Das heißt aber nicht, dass keine Wertpapiere mehr gehandelt werden. Es ist eher so, dass sich die Umsätze vervielfacht haben, seitdem die Computer, in diesem Fall das vollelektronische Handelssystem Xetra, den Handel übernommen haben.

Zuvor siedelten sich eine ganze Reihe in- und ausländischer Geldhäuser im Zuge des Aufstiegs Frankfurts zum wichtigsten deutschen Finanzplatz in der Stadt an. Frankfurt bekam daher auch den Spitznahmen „Mainhattan“ verliehen.

Am 28. November 1997 wurde die elektronische Handelsplattform Xetra eingeführt und übernahm seitdem immer mehr den Handel. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich wildgestikulierende und schreiende Händler die Orders zuriefen und auf Zetteln notierten, die zu Handelsschluss das gesamte Parkett bedeckten. Die Händler müssen  ich nicht mehr persönlich auf dem Parkett treffen. Die Kauf- und Verkaufs-aufträge können von jedem beliebigen Ort auf der Welt aus abgegeben werden. Diese führt das System, wenn Stückzahl und Preis übereinstimmen, automatisch aus. Am 23. Mai 2011 war es in Frankfurt endgültig mit dem Parketthandel, wie man ihn sich traditionellerweise vorstellt, vorbei.

Zum Glück für einige Händler auf dem Parkett hieß die vollständige Umstellung des Handels auf das Xetra-System nicht, dass diese überflüssig geworden sind und ihre Arbeitsplätze verloren hätten. Zwar kann der Handel von überall abgewickelt werden, allerdings bleibt der große Frankfurter Handelsraum auch deshalb erhalten, weil er wesentlich fernsehwirksamer ist.

Im Zuge der Umstellung des Handels auf Xetra änderten sich die Aufgaben der Händler nicht  sonderlich. Auch zuvor arbeiteten sie mit Computern. Zusätzlich müssen sie für eine angemessene Liquidität bei wenig gehandelten Papieren sorgen. Um dies bewerkstelligen zu können, treten sie selbst als Käufer und Verkäufer in den Markt ein. Dies ist notwendig, da bei einem rein elektronischen Handel große Kursstürze verursacht würden, wenn einem großen Verkaufsauftrag eines Papiers keine Kaufaufträge gegenüberstünden.
Stuttgart: Der Derivate-Spezialist

Die Börse Stuttgart wurde am 11. Februar 1861 gegründet. Zunächst fungierte sie als Warenbörse, an der überwiegend Textilien gehandelt wurden. Sie gehört zu den jüngeren deutschen Börsenplätzen, vor allem im Vergleich zu Frankfurt oder Hamburg.

Allerdings hat sich Stuttgart mittlerweile zum zweitgrößten deutschen Handelsplatz aufgeschwungen. Die Börse Stuttgart ist der Haupthandelsplatz in Deutschland für den Handel mit derivativen Wertpapieren (zum Beispiel Zertifikate und Optionsscheine) und führend im Handel mit Unternehmensanleihen sowie aktiv gemanagten Fonds und ETFs.

Mit etwa 950.000 notierten Wertpapieren wurde 2012 täglich ein durchschnittliches Handelsvolumen von rund 400 Mio. Euro umgesetzt. Die Stuttgarter rühmen sich, entgegen dem Trend anderer großer Börsenplätze, die ihr Geschäftsmodell auf wenige große Marktteilnehmer ausrichten, besonders günstige Bedingungen für den Privatanleger zu bieten.

Einige besonders kundenfreundliche Innovationen und Handelsverbesserungen wie beispielsweise das Best-Price- und Best-Size-Prinzip, das Courtage- Cap, die Handelszeitverlängerung bis 20:00 Uhr oder die ersten kostenlosen Realtime-Kursinformationen gingen von der Börse Stuttgart aus.

Um dem Privatanleger die höchsten Qualitäts- und Dienstleistungsstandards liefern zu können, versucht die Stuttgarter Börse, die Vorteile eines elektronischen Handelssystems (Schnelligkeit und geringe Kosten), mit den Vorteilen einer individuellen Betreuung durch Marktexperten zu verbinden.
Hamburg: Der Fonds-Spezialist

Die Hamburger Börse wurde im Jahr 1558 gegründet. Damals erhielt eine Vereinigung von Hamburger Händlern vom Rat der Stadt die Erlaubnis, einen gepflasterten Platz gegenüber dem Rathaus an der Trostbrücke als täglichen Versammlungsort zu nutzen. Zwischen 1577  und 1583 wurde dort das erste Börsengebäude errichtet.

Bis zum 19. Jahrhundert wurden in Hamburg hauptsächlich Waren gehandelt. Denn in der weltbekannten Handelsstadt fanden sich Händler, die verschiedenste Waren auf den Markt brachten. Erst ab dem 19. Jahrhundert rückte der Handel mit Wertpapieren an der Hamburger Börse in den Vordergrund.

Im Jahr 1999 wurde der Börsenplatz Hamburg mit der Börse Hannover zusammengeführt. Zusammen belegen sie nach Umsatz den 3. Platz der deutschen Börsen hinter Frankfurt und Stuttgart. An beiden Börsen sind über 11.000 Wertpapiere gelistet, darunter Aktien, offene Fonds, Anleihen, Options- und Genussscheine sowie Zertifikate.

Hamburg-Hannover ist der führende Börsenplatz für den Handel mit offenen, aktiv gemanagten Fonds in Deutschland. Dabei wurde die erste deutschlandweite
Fondsbörse für Investmentfonds entwickelt und im Jahr 2002 gestartet. Weiterhin beherbergt Hamburg die „Fondsbörse Deutschland“, auf der geschlossene Fonds gehandelt werden können.

Meine 3 Tipps zur Wahl des Börsenplatzes:

1. Nehmen Sie niemals ohne Überprüfung den Handelsplatz, den Ihre Bank in der Ordermaske voreingestellt hat. Oft ist das der ungünstige Direkthandel. Auch gibt es Gerüchte, dass bestimmte Banken mit bestimmten Börsen kooperieren und Provisionen dafür bekommen, wenn sie ihre Orders über diesen Handelsplatz abwickeln.

2. Glauben Sie nicht der Aussage „Das geht nicht“. Dies betrifft vor allem die Kunden von Filialbanken. Bankberater verschweigen gerne, dass Sie beim Handelsplatz die freie Auswahl haben. Sträubt er sich, dann wahrscheinlich aus Provisionsinteressen.

3. Vergleichen Sie vor dem Wertpapier-Kauf die einzelnen Börsen miteinander. Fast immer gilt: Je größer der Börsenumsatz, desto fairer der Kurs.

 

 

 

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