Buchtipp des Monats
Buch
ARCHIV
THEMEN
Rolf Morrien

Die Aktien-Buchstabensuppe

Yannick Esters

Yannick Esters

Wenn sie jemals Finanz-TV geschaut oder Finanz-Zeitschriften gelesen haben, haben sie schon von Klassifikationen wie zyklischen, Wachstums- oder Einkommensaktien gehört. Da die Unterschiede zwischen bevorzugten und gewöhnlichen Aktien noch nicht genug ist, gibt es jetzt noch mehr Kategorien, die einen verwirren. In diesem Artikel probieren wir ihnen ein Wenig Klarheit zu verschaffen.

Aktien und der Geschäftszyklus

Viele Aktien können in Kategorien aufgebrochen werden, die andeuten auf welche Art und Weise welche Aktie in den verschiedenen Perioden des Geschäftszyklus abschneidet:

–                    Saisonal: Diese Unternehmen sind durch die unterschiedlichen Nachfragelevel, denen sie in einem Jahr gegenüberstehen gekennzeichnet. Ein Schnee-Schaufelhersteller ist zum Beispiel im Sommer nicht sonderlich beschäftigt. Ein weiterer saisonaler Effekt ist die Erhöhung der Einzelhandels-Verkäufe während den Feiertagen. Aber das investieren in saisonale Aktien bedeutet nicht einfach, dass sie einen gesunden Profit erzielen in dem sie eine Einzelhandelsaktie im Herbst kaufen und nach Weihnachten wieder verkaufen – nicht alle saisonalen Aktien sind Garanten für ein gutes Abschneiden, selbst in ihren Spitzenzeiten. Wenn sie Finanz-Statements einer saisonalen Aktie analysieren, müssen sie die Ergebnisse mit denen des Vorjahres zur selben Zeit vergleichen.

–                    Nicht saisonal: Der Wechsel der Jahreszeiten hat auf diese Aktien keinen Einfluss. Bestimmte Unternehmen produzieren oder verkaufen Güter, welche eine unelastische Nachfragekurve haben. Ein gutes Beispiel ist ein Erdnussbutterhersteller – die Nachfrage für Erdnussbutter verändert sich nicht durch Feiertage oder das Wetter.

–                    Zyklisch: Diese Unternehmen, deren Geschäftsaktivitäten sehr intensiv den Geschäftszyklen folgen, sind immer die ersten Aktien die eine Rezession oder Expansion widerspiegeln. Diese Unternehmen haben nicht immer unbedingt die Intention dem Zyklus zu folgen, es ist einfach so, dass ihre Produkte diese Beziehung mit der Wirtschaft teilen. Ein gutes Beispiel für ein Unternehmen mit einer zyklischen Aktie ist ein Autohersteller oder eine Airline. Luxus ist ein Faktor in der Beziehung zwischen diesen Aktien und dem Geschäftszyklus. Nehmen wir Porsche als ein Beispiel: Wenn es der Wirtschaft gut geht, steigt der Verkauf dieser Autos. Wenn die Wirtschaft jedoch hinkt, verlangsamt sich auch der Verkauf.

–                    Nicht zyklisch: Dies ist das Gegenteil der zyklischen Aktie. Die Profite einer solchen, verändern sich nicht mit dem Geschäftszyklus. Dies sind Unternehmen, die uns mit Bedürfnisgütern versorgen, wie Gesundheitspflege und Essen. Auch als defensive Aktien bezeichnet, verlassen sich diese Aktien nicht auf das ökonomische Umfeld um Verkäufe zu steigern. Ein perfektes Beispiel ist die Windel-Industrie: Egal ob es der Wirtschaft gut geht oder ob sie kränkelt, müssen Eltern Windeln für ihre Babys kaufen.

Aktien und Dividenden

Zusätzlich zu der ganzen Verwirrung kommt, dass Aktien auch noch nach ihrer Art von Dividendenausschüttung klassifiziert werden. Dies ist anders als, das worüber wir schon gesprochen haben. Dividendenausschüttungen haben wenig mit den saisonalen Nachfragen und Unternehmensarten zu tun; stattdessen werden sie von den individuellen Regeln und Zielen des jeweiligen Unternehmens bestimmt.

–                    Wachstum

–                    Wachstumsaktien sind bekannt für ihre fehlenden Dividenden und stark ansteigenden Marktpreisen. Definiert durch ihre Tendenz schneller als der Markt zu wachsen, reinvestieren diese Unternehmen grundsätzlich alle Einnahmen in Infrastruktur um ein schnelles Wachstum beizubehalten, anstatt ihre Einnahmen an Anleger auszuzahlen. Junge Technik-Unternehmen werden oft als stark wachsend angesehen, aber die Hauptcharakteristik dieser Unternehmen ist, dass sie glauben, dass die Anleger eher profitieren, wenn die Einnahmen in Recherche und Entwicklung gesteckt werden, anstatt alle 3 Monate ausgezahlt zu werden.

–                    Einkommen

–                    Diese Aktien sind nicht wachstumshungrig, oder sie haben ihr Wachstumspotential bereits ausgeschöpft. Die Preise von Einkommensaktien tendieren nicht dazu stark zu schwanken. Ihre Dividendenausschüttungen sind jedoch höher als der Durchschnitt. Der Wert einer Einkommensaktie hängt von ihrer Zuverlässigkeit und Erfolgsgeschichte bei Dividendenausschüttungen ab. Je länger ein Unternehmen Dividendenzahlungen beibehalten hat, umso größer ist der Wert für die Anleger.

Aktien-Slang

Die Finanz-Industrie verwendet viele Slang-Begriffe um Aktien zu beschreiben und kategorisieren. Diese Begriffe sind nicht immer intuitiv, aber sie haben einen festen Platz in der Finanzwelt. Hier sind ein paar dieser:

–                    Blue Chip: Diese sind Unternehmen, die das Sahnehäubchen, Alte Schule oder ewig sind. Blue Chips sind Börsen-Mammuts und haben ihre Fähigkeit bewiesen gute und schlechte Zeiten zu überleben. Der Begriff stammt aus dem Poker, wo blaue Chips die wertvollsten sind. Diese Unternehmen sind grundsätzlich teuer, aber sind meist sichere Wetten. General Electric (NYSE:GE), Wal-Mart (NYSE:WMT) und IBM (NYSE:IBM) sind solche Blue Chip-Unternehmen.

–                    Pfennigaktien: Der Begriff „Pfennigaktien“ wird verwendet um Aktien zu kennzeichnen, die für weniger als einen Dollar gehandelt werden. Diese Aktien sind meist neu auf dem Markt, ohne jeglichen Ruf oder Geschichte auf die man sich berufen könnte. Pfennigaktien sind eine Möglichkeit für große Gewinne und Verluste.

–                    Bo Derek: Dies ist ein Begriff, der von Händlern in den späten 70ern kreiert wurde, um die perfekte Aktie zu beschreiben. Damals war Bo Derek „die perfekte 10“. Dieser Begriff ist für Anleger dieser Generation etwas veraltet, da Bo Derek während einer anderen Ära berühmt war.

Der Schlussstrich

Und wie passen diese Begriffe nun alle zusammen, fragen sie? Nächstes mal, wenn sie hören, dass eine zyklische Einkommensaktie „Bo Derek“ genannt wird, wissen sie was es bedeutet.

Die Kategorisierung einer Aktie, kann variiert werden und neigt dazu sich in unterschiedlichen Situationen zu ändern. Aktien die mal spekulativ waren, werden vielleicht Blue Chip, zyklische Aktien können nicht-zyklisch werden, aufgrund von ökonomischen Veränderungen und saisonale Aktien reduzieren vielleicht ihre Anfälligkeit für Jahreszeitenwechsel durch den Export von Gütern. Der Wandel der Zeit bedeutet, dass dynamische Unternehmen ihre Visionen und Ziele ändern. Das wichtige ist nicht nur zu erkennen, zu welcher Kategorie eine Aktie gehört, sondern wie sie im Vergleich mit andern Aktien der selbe Klasse abschneidet.

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Diesen Artikel weiterempfehlen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Bulle
Geldanlage Empfehlung
Infografik der Woche
Teaser