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Rolf Morrien

Der Stichtag für die Verlustbescheinigung ist der 15. Dezember

Rolf Morrien

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Die Verrechnung von Verlusten aus Wertpapiergeschäften ist durch das System der Abgeltungsteuer größtenteils Sache der Banken geworden. In einigen Fällen müssen Sie allerdings selbst aktiv werden. Unter anderem ist das der Fall, wenn Sie Depots und Konten bei verschiedenen Banken haben und eine Verrechnung von positiven und negativen Kapitalerträgen zwischen diesen Banken erreichen möchten. Die bankenübergreifende Verlustverrechnung kann nur über die Einkommensteuererklärung durchgeführt werden.

Dazu ein Beispiel: Bei Bank A wird ein Wertpapierdepot geführt und bei Bank B eine rentable Zinsanlage. Die Zinszahlung wird unter Abzug von 25% Kapitalertragsteuer sowie 5,5% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer gutgeschrieben. Wurde bei der Bank A eine Wertpapierposition mit Verlust aufgelöst, stellt die Bank den Verlust zunächst in einen Verlustverrechnungstopf. Wird bis Jahresende keine Verrechnung mit anderen Kapitalerträgen (z. B. Verkauf von Aktien mit Gewinn) erreicht, wird die Bank den Verlustverrechnungstopf im Folgejahr fortführen. Sinnvoller kann es aber sein, diesen Verlust mit den positiven Zinserträgen bei der Bank B zu verrechnen, um die gezahlte Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag erstattet zu bekommen.

Dazu benötigen Sie eine Verlustbescheinigung, die die depotführende Bank auf Antrag ausstellen muss. Der Stichtag für diesen Antrag ist jeweils der 15.12. des laufenden Jahres. Stellt die Bank die Verlustbescheinigung aus, wird der Verlustverrechnungstopf wieder auf Null zurückgesetzt.

Die Silberpreismanipulation durch die Banken wird endlich offiziell untersucht

Es gibt schwere Vorwürfe, dass einige Banken (u. a. HSBC und JP Morgan) den Silberpreis in der Vergangenheit künstlich niedrig gehalten haben. Bereits seit 2008, so die Klageschrift, haben die Banken gemeinsam den Terminmarkt mit großen Leerverkäufen beeinflusst, was in der Konsequenz zu einem niedrigen Silberpreis führte. Die Silber-Bullen rechnen mit einem rasanten Preisanstieg, wenn die Banken ihre Wetten gegen den Silberpreis beenden müssen.

Zwar wurden in der Vergangenheit immer wieder Stimmen laut, die davon sprachen, dass der Silberpreis künstlich niedrig gehalten wird, beweiskräftige Belege fand man aber bisher nicht (oder wurden von den offiziellen Stellen nicht anerkannt). Einige Stimmen sprachen sogar von Deckung der Manipulationen durch die amerikanische Aufsichtsbehörde CFTC. Jetzt wird die Situation anscheinend anders bewertet. So sagte der Kommissar der Aufsichtsbehörde, Bart Chilton, dass er dem Ergebnis der laufenden Untersuchung zwar nicht vorgreifen möchte, aber die Öffentlichkeit ein Anrecht darauf hat, dass die vielen offenen Fragen beantwortet werden. Und weiter: Es gebe anscheinend „betrügerische Versuche“ den Silberpreis zu kontrollieren. Diese Verstöße sollen strafrechtlich verfolgt werden. Die Äußerungen des Kommissars deuten also darauf hin, dass der Silberpreis wirklich nach unten manipuliert wurde. Genug Geld für eine Preismanipulation am relativ kleinen Silbermarkt haben die beteiligten Banken auf jeden Fall.

MDax-Call: Setzen Sie ein Verkaufs-Limit bei 6,00 g

Der im Juni 2009 empfohlene Kauf-Optionsschein auf den MDax (WKN: DB62WG) erreicht am 15.12.2010 das Laufzeitende. Bisher liegen Sie mit der Position rund 150% im Plus. Die aktuelle Empfehlung: Noch ist der Schein nicht ganz ausgereizt. Setzen Sie bei 6 € ein Verkaufs-Limit, das bis Monatsende gültig ist. Wird dieses Kursniveau erreicht, steigt Ihr Gewinn auf rund 175%.

SAP-Call: Setzen Sie ein Verkaufs-Limit bei 0,85 g

Der im Juni 2007 empfohlene Kauf-Optionsschein auf die SAPAktie (WKN: CG32PZ) ist in der Crash-Phase 2007 bis 2009 abgestürzt, hat aber einen Teil der Verluste wieder aufholen können. Bis zum Laufzeitende am 10.12.2010 wird die Gewinnschwelle wahrscheinlich nicht mehr erreicht werden. Daher geht es jetzt darum, die Verluste zu begrenzen. Die aktuelle Empfehlung: Setzen Sie bei 0,85 € ein Verkaufs- Limit. Wird dieser Verkaufs-Preis erreicht, sinkt der Verlust unter die 30%-Marke. Angesichts der mehrjährigen Crash-Phase ist ein solcher Abschlag noch akzeptabel.

Rhön-Call: Setzen Sie ein Verkaufs-Limit bei 0,20 g

Der im November 2009 empfohlene Kauf-Optionsschein auf die Aktie des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum (WKN: DB3QQ5) erreicht am 10.12.2010 das Laufzeitende. Auch hier droht ein zweistelliger Verlust, da die Investoren extrem heftig auf etwas schwächere Quartalszahlen reagiert haben. Die Gewinnerwartung der Analysten wurde um rund 3% verfehlt. Das führte bei der Aktie zu einem deutlich übertriebenen Kurseinbruch von 10%. Die aktuelle Empfehlung: Auch in diesem Fall geht es um Verlustbegrenzung. Setzen Sie ein Verkaufs-Limit bei 0,20 €.

 

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