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Rolf Morrien

Der Reiz von Übernahme-Kandidaten an der Börse und wie Sie davon profitieren können

Rolf Morrien

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Der DAX marschiert aktuell in Richtung 10.000 Punkte. Seit Mitte 2012 steigen die Kurse mit nur kleinen Rücksetzern. Angesichts der Kursrally erhalte ich fast täglich Post von Lesern mit der Frage: Lohnt sich jetzt noch eine Aktien-Investition?

Meine Antwort lautet: Ja! Trotz der bereits erreichten Kursgewinne ist auch in den kommenden Monaten mit steigenden Kursen qualitativ guter Aktien zu rechnen.

Es sind 2 Gründe, die für eine Fortsetzung der Rally sprechen. Zum einen ist das die moderate Bewertung. Die DAX-Werte notieren noch immer knapp unter dem historischen Durchschnitt. Denn nicht nur die Aktienkurse sind gestiegen, sondern auch die Unternehmensgewinne.

Ein Beispiel: In der Boomphase 2000 kletterte der DAX zum ersten Mal auf 8.000 Punkte. Die 30 DAX-Werte wurden  amals mit dem 25fachen Jahresgewinn bewertet (KGV 25). Aktuell steht der DAX sogar bei rund 9.500 Punkten, die DAX-Werte werden aber nur mit dem 13fachen Jahresgewinn bewertet (KGV 13). Im Jahr 2000 waren die 8.000 Punkte eine spekulative Übertreibung, im Jahr 2013 sind 9.500 Punkte aus fundamentaler Sicht ein angemessener Wert.

Zum anderen hat die Liquidität enorm zugenommen. Um die Wirtschaft in den USA anzukurbeln, hat die amerikanische  Notenbank Federal Reserve (Fed) die geldpolitischen Schleusen geöffnet. In Japan und Europa pumpen die Notenbanken ebenfalls Milliarden in das Wirtschaftssystem.  Es ist deutlich festzustellen, dass Teile dieses Geldes in Aktien investiert werden. Denn Aktien bieten als Sachwerte Inflationsschutz und sind eine Alternative zu Staatsanleihen, die aufgrund der Niedrig-Zins-Politik kaum noch Rendite abwerfen.

Falls Sie aktuell nach dem langen Kursanstieg am Aktienmarkt vorsichtiger agieren möchten, können Sie auf attraktive Spezialstrategien zurückgreifen, die weniger stark vom Gesamtmarkt abhängen. In dieser Ausgabe geht es um Übernahme-Kandidaten, die auch dann Gewinne und Dividenden abwerfen, wenn sich der Aktienmarkt in den kommenden Monaten wider Erwarten nicht positiv entwickeln sollte.

Übernahme-Kandidaten: Kombinieren Sie Sicherheit und Gewinn-Chancen

Der deutsche Gesetzgeber hat klare Grenzen gezogen, damit die Aktionäre im Rahmen einer Übernahme nicht benachteiligt werden. Wenn Sie auf Übernahme-Kandidaten setzen wollen, sind für Sie 3 Beteiligungs-Schwellen wichtig:

1) Ab 30% muss ein Pflichtangebot erfolgen
Wenn ein Großaktionär bei einem Unternehmen auf mindestens 30% aufstockt, muss dieser Investor zwingend ein Übernahme-Angebot veröffentlichen. Die restlichen Aktionäre können entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen und einen Barausgleich erhalten, oder ob sie Anteilseigner (Aktionär) des Unternehmens bleiben wollen.

2) Ab 75% kann ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag erfolgen
Spannend wird es wieder, wenn der Großaktionär den Aktien-Anteil auf mindestens 75% erhöht. Dann können der Großaktionär und das Unternehmen, das übernommen wird, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abschließen. Nach Abschluss dieses Vertrages übernimmt der Großaktionär die operative Leitung des Unternehmens.Dieser Schritt erfolgte im Börsenjahr 2013 bei der MAN-Übernahme durch VW.

Der Vorteil für die MAN-Aktionäre (und andere Aktionäre in einer vergleichbaren Übernahme-Situation): Sie können frei wählen, ob Sie die Aktien über die Börse verkaufen, das neue Übernahmeangebot annehmen, oder Aktionär bleiben und zukünftig einefestgelegte Garantie-Dividende kassieren, die jedes Jahr gezahlt werden muss.

Da die Garantie-Dividenden im Regelfall deutlich über der Standard-Dividende liegen, können Sie hier mit Renditen in Höhe von 4 bis 6% rechnen. In der aktuellen Niedrig-Zins-Phase sind Garantie-Dividenden eine gute Alternative zu Zins-Anlagen.

3) Ab 95% kann ein Squeeze-out-Verfahren eingeleitet werden

Squeeze-out bedeutet „herauspressen“. Wenn ein Großaktionär mindestens 95% der Stimmrechte besitzt, kann er die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen herauspressen und so den Aktienanteil auf 100% erhöhen. Aber natürlich gibt es auch für diesen Zwangs-Verkauf an den Großaktionär feste Regeln. Es wird ein Gutachten erstellt, das den Wert des Unternehmens ermittelt.

Der Großaktionär hat 2 Optionen: Er kann den Mindestpreis bieten. Wenn er damit durchkommt, spart er bei der Übernahme viel Geld. Der Nachteil: Profi- Investoren werden gegen diesen Preis klagen. Der Rechtsstreit dauert mehrere Jahre. Der Großaktionär muss daher die Gerichtskosten einkalkulieren und zusätzlich das Risiko, dass ein Gericht den Übernahme- Preis erhöht.

Daher ist es aus Sicht des Großaktionärs taktisch oft klüger, einen Aufpreis zu zahlen, wenn dadurch die Übernahme  hne Gerichtsverfahren glatt und zeitnah über die Bühne geht.

Je weiter die Übernahme fortgeschritten ist, desto geringer das Kurs-Risiko
Unternehmen, bei denen eine Übernahme schon weit fortgeschritten ist, eignen sich für Sie sehr gut zur Depot-Ergänzung, um Risiken zu glätten. Denn hat ein Übernahme-Kandidat bereits dem Großaktionär die Unternehmensleitung übertragen, wird – wie bereits beschrieben – vertraglich eine Garantie-Dividende vereinbart. Diese erhält der Aktionär auch dann, wenn das Unternehmen in Schwächephasen Verluste schreibt. Die hohe Dividende stabilisiert den Aktienkurs.

Viele Aktien mit Garantie-Dividende haben in den zurückliegenden Krisen bewiesen, dass  ie  Vermögen erhalten können. Als Sahne-Häubchen können Sie mit weiter steigenden Kursen rechnen, wenn es zur Komplett-Übernahme kommt (Squeeze-out).

Übernahme-Kandidaten können für den Rendite-Kick sorgen

Übernahme-Kandidaten ohne Garantie-Dividende, bei denen erst jüngst ein Großaktionär eingestiegen ist, sind weniger sicher, bieten Ihnen dafür eine höhere Rendite-Chance. Wenn ein Unternehmen übernommen wird, will der Großaktionär möglichst viele Aktien einsammeln und bietet daher fast immer einen hohen Aufschlag auf den Börsenkurs. Im Schnitt beträgt der Aufschlag 30%. Im Einzelfall sind sogar Gewinne von über 100% möglich.

Achtung: Neue Gesetzeslage

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat vor kurzem ein Urteil gefällt, aus dem hervorgeht, dass Aktionäre von Unternehmen, die sich von der Börse zurückziehen, keine Barabfindung mehr erhalten müssen (aber können). Das könnte im Fall einer Übernahme bedeuten, dass Sie – sofern Sie Aktien eines Unternehmens halten, das übernommen und somit auch von der Börse genommen wird – keine Barabfindung mehr zu erwarten haben. Ich gehe jedoch davon aus, dass dieses Urteil in seiner jetzigen Form nicht lange Bestand haben wird. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisiert dieses Urteil und hat bereits angekündigt, gegen diese Entscheidung kämpfen zu wollen.

Fazit: Übernahmen bleiben Gewinntreiber

Egal, ob das Urteil noch gekippt wird, Übernahmen bleiben an der Börse ein Gewinntreiber.

 

 

 

 

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