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“Der Mann der Millionäre macht” – Ehemaliger Börsenguru wieder vor Gericht

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Der ehemalige Börsenguru Markus Frick bezeichnete sich in seiner Glanzzeit selbst gern als “der Mann der Millionäre macht”. Jetzt muss er sich zum zweiten Mal innerhalb von 3 Jahren vor Gericht verantworten.

Der einstige N24-Moderator Frick, der bereits seit Januar in Untersuchungshaft sitzt, muss sich gemeinsam mit zwei mutmaßlichen Komplizen wegen des Verdachts der Kursmanipulation und des bandenmäßigen Betrugs verantworten. Frick drohen bis zu 10 Jahre Haft.

Die Anklage der Frankfurter Staatsanwälte fällt vergleichsweise klein aus. Etwa 30 Geschädigte sollen den Ermittlungen zufolge zusammen 625.000 Euro verloren haben. Dabei handelt es sich allerdings wahrscheinlich nur um die Spitze des Eisbergs.

Laut einigen Medienberichten sollen die Anleger, die den Anlage-Tipps von Markus Frick gefolgt sind insgesamt etwa 5 Millionen Euro verloren haben.

Die ermittelnde Oberstaatsanwältin will sich jedoch nicht auf Spekulationen einlassen und sagte, dass nur das angeklagt worden sei, was auch bewiesen werden könne.

Im aktuellen Fall handelt es sich, verglichen zur ersten Anklage und Verurteilung Fricks, allerdings nur um “Peanuts”.

Erste Anklage 2011 wesentlich umfangreicher

Nach Ermittlungen der Bundesfinanzaufsicht waren damals rund 20.000 Kleinanleger betroffen. Diese waren den Tipps des TV-Börsenexperten gefolgt und hatten Aktien vermeintlich Erfolg versprechender Energieversorger im Wert von 760 Millionen Euro erworben.

Viele der rund 20.000 Kleinanleger erlitten damals zum Teil herbe Verluste. Jedoch kam Frick im April 2011 trotz der gigantischen Summen mit einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten wegen Börsenmanipulation davon.

Neben der Bewährungsstrafe bekam er damals noch eine zweite Strafe: Er musste 420.000 Euro aus seinem Privatvermögen an die Senatskasse zahlen. Übrigens: Betrug konnte ihm damals nicht nachgewiesen werden.

Frick zeigte sich damals vor dem Landgericht Berlin als reumütiger Borsenbrief-Autor, dem schwere Fehler bei der Recherche unterlaufen seien und bat die Anleger, die durch seine Tipps Verluste erlitten haben, um Verzeihung.

Dieses Mal steht Frick nicht ohne Vorstrafe vor Gericht

2011 wurde Fricks Strafe unter anderem deshalb für 3 Jahre zur Bewährung ausgesetzt, weil er finanzielle Wiedergutmachung leistete und weil er zuvor ohne Vorstrafe war.

Letzteres hat sich im aktuellen Fall geändert. Der Tatzeitraum, für den sich Frick ab dem 24. Oktober vor Gericht verantworten muss beginnt im Mai 2012 und liegt somit innerhalb der Bewährungsfrist.

Ob ihm im aktuellen Fall – anders als im Zusammenhang mit der ersten Verurteilung – eine Schädigungsabsicht und somit Betrug nachgewiesen werden kann, kann nur der Prozess zeigen.

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