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Rolf Morrien

Denken sie wie Warren Buffett

Robert Sasse

Robert Sasse

Im Jahre 1999 schrieb Robert G. Hagstrom ein Buch über den legendären Anleger Warren Buffett mit dem Titel „The Warren Buffett Portfolio“. Was so großartig an diesem Buch ist und was es von den anderen zahllosen Büchern und Artikeln über das „Orakel von Ohama“ unterscheidet ist, dass es dem Leser wertvolle Einblicke darüber gibt was Buffett über Investitionen denkt. In anderen Worten durchforscht das Buch die psychologische Denkart, die Buffett so sagenhaft wohlhabend gemacht hat.

Obwohl Anleger davon profitieren könnten das ganze Buch zu lesen, haben wir eine mundgerechte Portion von Tipps und Vorschlägen bezüglich der Denkart eines Investors und den Wegen zur Aktienauswahl bereitgelegt, die ihnen helfen wird in Buffetts Kopf zu kommen.

Sehen sie Aktien als Geschäft an
Viele Investoren sehen Aktien, und die Börse an sich, als nicht mehr als Blätter Papiere an, die zwischen Anlegern hin und her verkauft werden. Dies hilft vielleicht dabei, dass die Investoren nicht zu emotional über eine bestimmte Position werden, aber es erlaubt ihnen nicht unbedingt die bestmöglichen Investitionsentscheidungen zu treffen.

Deshalb sagt Buffett, dass er glaubt Aktienhalter sollten von sich selbst als „Teilhaber“ des Geschäfts, in welches sie investieren, denken. Indem man so denkt, argumentieren sowohl Hagstrom als auch Buffett, werden Investoren dazu tendieren spontane Entscheidungen zu vermeiden und sich mehr auf langfristige Geschäfte fokussieren. Darüber hinaus neigen langfristige „Eigentümer“ dazu Situationen detaillierter zu analysieren und machen sich somit mehr Gedanken über Kauf- und Verkaufsentscheidungen. Hagstrom sagt, dass dies dabei hilft verbesserte Investitionsrendite zu erhalten.

Vergrößern sie ihre Investitionen
Obwohl es selten – wenn überhaupt – Sinn macht, dass Investoren „alles in einen Topf werfen“, ist es genauso wenig hilfreich alles in zu viele Töpfe aufzuteilen. Buffett verfechtet, dass eine Überdiversifikation die Rendite genauso schmälern kann wie fehlende Diversifikation. Darum investiert er nicht in Anlagefonds. Außerdem zieht er es deshalb vor signifikante Investitionen in eine handvoll von Unternehmen zu tätigen.

Buffett ist der festen Überzeugung, dass Anleger erst ihre Hausaufgaben machen müssen bevor sie in jegliche Wertpapiere investieren. Aber nachdem dieser sorgfältige Prozess vervollständigt ist, sollten Anleger sich wohl genug fühlen um eine entsprechende Portion Vermögen einer bestimmten Aktie zu widmen.

Buffetts Standpunkt, dass mich sich genug Zeit nehmen sollte um seine Gelder vernünftig zu platzieren wird noch weiter ausgeführt durch seinen Kommentar, dass es sich dabei nicht nur um das beste Unternehmen handeln sollte, sondern dass es auch darum geht was man für ein Gefühl für das Unternehmen hat. Wenn das beste Unternehmen, welches sie besitzen das niedrigste finanzielle Risiko mit sich trägt und die günstigsten langfristigen Aussichten hat, warum sollten sie dann Geld in das 20-beste Geschäft stecken anstatt noch mehr zu den Favoriten hinzuzufügen?

Reduzieren sie Portfolio-Umwürfe
Schnelles Handeln von Aktien kann einem Einzelnen zwar potentiell viel Geld einbringen, aber nach Buffett hindert ein solcher Händler seine oder ihre Investitions-Rendite sogar. Dies ist so, da Portfolio-Umwürfe die Steuern erhöhen, welche für Kapitalzuwächse gezahlt werden müssen und verstärkt die Abzüge die für jedes Jahr gezahlt werden müssen.

Das „Orakel“ vertritt die Meinung, dass das, was in einem Geschäft Sinn macht auch für Aktien Sinn macht: Ein Investor sollte an einem kleinen Teil eines hervorragenden Geschäfts mit der selben Hartnäckigkeit festhalten, wie ein Eigentümer dem das ganze Geschäft gehört.

Anleger müssen langfristig denken. Durch diese Denkensweise können sie vermeiden riesige Kommissionsgebühren und ausschweifende Steuern für kurzfristige Kapitalzuwächse zu zahlen. Sie werden außerdem stärker dazu geneigt sein jegliche kurzzeitige Schwankungen loszuwerden und schlussendlich Belohnungen wie gestiegene Einnahmen und/oder Dividenden zu ernten.

Entwickeln sie alternative Benchmarks
Obwohl Aktienpreise das ultimative Barometer des Erfolgs oder Versagens einer gegeben Investition ist, fokussiert Buffett sich nicht auf dieses Metrum. Stattdessen analysiert und studiert er die vorliegenden wirtschaftlichen Gegebenheiten eines Geschäfts oder einer Gruppe von Geschäften. Wenn ein Unternehmen das tut, was es benötigt um auf einer profitablen Basis zu wachsen, dann wird sich der Aktienpreis um sich selbst kümmern.

Erfolgreiche Anleger müssen sich die Unternehmen in ihrem Besitz anschauen und ihre tatsächliches Einkommenspotential studieren. Wenn die Fundamente solide sind und das Unternehmen ihren Teilhaberwert verbessert indem es ein konsistentes Wachstum generiert, sollte der Aktienpreis dies auf längere Zeit reflektieren.

Lernen sie in Wahrscheinlichkeiten zu denken
Bridge ist ein Kartenspiel bei dem die erfolgreichsten Spieler fähig sind mathematische Wahrscheinlichkeiten zu beurteilen um ihre Gegner zu schlagen. Vielleicht gar nicht mal so überraschend, liebt Buffett dieses Spiel und spielt es aktiv und dabei übernimmt er die Strategien des Spiels in die Investment-Welt.

Buffett empfiehlt, dass Investoren sich auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten der Kompanien, die sie besitzen, fokussieren und dann versuchen sollten abzuwägen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass bestimmte Geschehnisse vorkommen werden oder nicht, fast so wie ein Bridge-Spieler die Wahrscheinlichkeiten der Blätter seiner Gegner überprüft. Er fügt noch hinzu, dass ein Anleger seine Fähigkeit verbessert Wahrscheinlichkeiten zu beurteilen, wenn er sich auf die ökonomischen Aspekte und nicht auf den Aktienpreis fokussiert.

In Wahrscheinlichkeiten zu denken hat einige Vorteile. Ein Anleger, der beispielsweise die Wahrscheinlichkeit abwägt ob ein Unternehmen eine bestimmte Einkommenswachstumrate in einer 5- oder 10-Jahresperiode vermelden wird, wird viel besser vorbereitet sein kurzfristige Fluktuationen des Aktienpreises abzuschütteln. Im weiten Sinne bedeutet dies, dass seine Investitionsrendite höher sein werden, und dass er außerdem geringere Transaktions- und/oder Kapitalzuwachskosten realisieren muss.

Begreifen sie die psychologischen Aspekte des Anlegens
Dies bedeutet ganz einfach, dass man verstehen muss, dass es eine psychologische Denkweise gibt, welche erfolgreiche Anleger für gewöhnlich haben. Genauer gesagt: Der erfolgreiche Anleger fokussiert sich auf Wahrscheinlichkeiten und ökonomische Angelegenheiten und lässt sich bei seinen Entscheidungen von rationalem und nicht von emotionalem Denken leiten.

Die Emotionen eines Investors können sein größter Feind werden. Buffett sagt, dass der Schlüssel um seine Emotionen zu überkommen ist in der Lage zu sein seinen Glauben in die Fundamente eines Unternehmens beizubehalten und nicht zu besorgt über die Börse zu sein.

Anleger sollten realisieren, dass es eine bestimmte psychologische Denkweise gibt, welche sie übernehmen sollten wenn sie erfolgreich sein möchten.

Ignorieren sie Markt-Vorhersagen
Es gibt ein altes Sprichwort, dass der Dow „eine Wand der Sorgen erklimmt“. In anderen Worten heißt das, dass trotz der negativen Beschaffenheit auf dem Marktplatz und denen, die behaupten, dass eine Rezession kurz bevor steht die Märkte immer ziemlich gut abgeschnitten haben. Daher sollten Schwarzseher ignoriert werden.

Auf der anderen Seite behaupten genauso viele ewige Optimisten, dass der Aktienmarkt immer weiter steigen wird. Diese sollten ebenfalls ignoriert werden.

Buffett schlägt vor, dass Anleger sich darauf konzentrieren sollten Aktien zu isolieren und in diese zu investieren, welche aktuell nicht akkurat vom Markt bewertet werden. Die Logik besteht hier darin, dass sobald der Markt realisiert welchen wahren Wert ein Unternehmen hat (durch höhere Preise und größere Nachfrage) der Unternehmer in der Lager sein wird eine Menge Geld zu machen.

Warten sie auf den perfekten Pitch
Hagstroms Buch verwendet das Modell des legendären Baseball-Profis Ted Williams als ein ein Beispiel eines weisen Anlegers. Williams wartete vor jedem Schlag auf einen bestimmten Pitch (in einen Bereich der Plate, wo er wusste, dass er eine hohe Chance hat den Ball zu treffen). Es heißt, dass diese Disziplin Williams ermöglichte einen höheren lebenslangen Batting-Durchschnitt als jeder Durchschnittsspieler zu erzielen.

Buffett schlägt genau so vor, dass alle Anleger sich so verhalten sollten als wenn sie eine Karte mit nur 20 Investitions-Versuchen für ihr ganzes Leben besitzen würden. Hier besteht die Logik darin, dass dies verhindern sollte, dass sie mittelmäßige Investitionsentscheidungen treffen und somit hoffentlich die Gesamtrendite ihrer Portfolios verbessern.

Der Schlussstrich
„The Warren Buffet Portfolio“ ist ein zeitloses Buch, welches wertvolle Einblicke in die Denkweise des legendären Anlegers Warren Buffett bietet. Natürlich wäre jeder reich, wenn das Investieren wie Warren Buffett so einfach zu erlernen wäre wie ein Buch zu lesen. Aber wenn sie sich ihre Zeit nehmen und versuchen ein paar der bewährten Strategien Buffetts übernehmen, könnten sie auf dem Weg sein bessere Aktien auszuwählen und größere Gewinne zu erzielen.

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