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DAX-Ziel: 55.000 Punkte – für das Jahr 2038

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Wie wird sich der DAX in den nächsten Jahren entwickeln? Eine verblüffend einfache Antwort ist von der Börsenlegende Andre Kostolany überliefert. Seine ewig gültige DAX-Prognose lautete: „Er wird steigen“.

Die Antwort von Kostolany klingt trivial, aber die Mehrheit der Deutschen würde den wahren Kern dieser Aussage nicht erkennen. Speziell die Crash-Phase 2000 bis 2003, als der DAX von 8.000 auf 2.200 Punkte abstürzte, hat die Aktienkultur in Deutschland massiv beschädigt. Das Misstrauen ist riesig.

Immer wieder habe ich in den vergangenen Jahren einen Satz gehört: „Alles was steigt, fällt auch wieder.“ Diese Aussage ist nicht korrekt.

Das zeigen die Kursentwicklungen des DAX oder auch des Dow Jones. Es gibt mehrere Gründe, warum der DAX in den nächsten Jahren mit einer extrem hohen Wahrscheinlichkeit weit in den fünfstelligen Bereich klettern wird:

1) Die Inflation treibt die Börsenkurse

Papierwährungen neigen zur Schwäche. Das galt für die D-Mark und das gilt auch für den Euro. Pro Jahr müssen Sie mit einer Geldentwertung von 2 bis 3% rechnen. Zur Inflation gehört auch, dass die Unternehmen die Preise erhöhen.

Bei einer konstanten Gewinnmarge steigen die Gewinne und als Reaktion auch die Aktienkurse. 2 bis 3% Kursgewinn pro Jahr können Sie also als automatischen Inflationsausgleich verbuchen.

2) Der DAX ist ein Performanceindex

Ein Performanceindex (im englischen auch „total return index“ genannt) wird so berechnet, als ob alle Dividenden und sonstigen Einnahmen aus dem Besitz der Aktien, wie etwa Bezugsrechtserlöse, wieder in die Aktien reinvestiert würden.

Aus meiner Sicht ist das die beste Index-Form. Denn: Auch Sie als Aktienbesitzer erhalten die Dividenden und die Bezugsrechtserlöse. Das gehört zum Gesamtergebnis dazu. Es wäre ja auch unsinnig, eine Anleihe zu bewerten und dabei die Zinserträge zu ignorieren.

Der deutsche Leitindex DAX und auch viele andere Aktien-Indizes werden sowohl als Performance- als auch als Kursindex berechnet. Sie können daher sowohl die Index-Entwicklung inklusive der Dividenden als auch die reine Kursentwicklung betrachten.

3) Schwache Unternehmen werden aussortiert

Ein Index zeigt immer an, welche Unternehmen in der Vergangenheit erfolgreich waren. Wer schwächelt, wird zum Absteiger. Die Auf- und Abstiegsregeln sorgen dafür, dass regelmäßig „Ballast“ abgeworfen wird.

Wenn Sie diese 3 Faktoren berücksichtigen, kommen Sie zum gleichen Ergebnis wie Kostolany: Der DAX wird steigen. Nicht unbedingt kurzfristig, wohl aber über einen längeren Zeitraum.

Wenn wir eine kleine Musterrechnung aufmachen und die 8% Rendite, die der DAX 1988 bis 2013 im Durchschnitt erreicht hat, auf Sicht von 25 Jahren fortschreiben, wird der DAX beim „Gold-Jubiläum“ im Jahr 2038 bei rund 55.000 Punkten notieren.

Daher mein Fazit: Wer an der Börse Ausdauer hat, der wird auch belohnt!

 

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