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DAX über 9.000 Punkten: So können Sie Ihr Depot absichern

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

In der vergangenen Woche habe ich hier auf aktienschule.de unter anderem über Crash-Propheten berichtet. Zudem konnten Sie meine Begründung dafür lesen, dass ein großer Börsencrash auch in diesem Jahr ausbleiben wird.

Wenn Sie angesichts des jüngsten Aufschwungs und des Rekord-Niveaus des DAX allerdings trotzdem etwas nervös geworden sind, sollten Sie diesen Artikel unbedingt lesen. Denn heute werde ich Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Depot gegen größere Korrekturen oder einen möglichen Crash absichern können.

So lautet die Formel für Ihre Depot-Sicherheit

Zunächst die gute Nachricht für Sie: Wenn Sie einen einfachen und wirksamen Schutz für Ihr Aktien-Depot wünschen, können Sie die „Depot-Versicherung“ innerhalb von 30 Minuten kalkulieren und die entsprechende Order Ihrer Bank mitteilen. Die Depot-Absicherung ist sehr einfach. Als Basis reicht eine kleine Formel:

Depotwert

————————————- = Anzahl der Put-Optionsscheine

Index-Stand x Bezugsverhältnis

Zahlenbeispiel für die Depot-Versicherungs-Formel

Ein Beispiel: Sie besitzen für 10.000 Euro Index-Fonds auf den DAX (oder Einzelwerte aus dem DAX). Der DAX notiert am Stichtag bei 9.000 Punkten. Sie suchen dann einfach über eine Börsenseite im Internet wie etwa onvista.de, finanzen.net, finanznachrichten.de oder finanztreff.de einen Put-Optionsschein auf den DAX mit dem Basispreis 9.000 und einer Laufzeit von 12 Monaten.

Ein Put-Optionsschein mit dem Basispreis 9.000 erlaubt Ihnen, den DAX am Tag der Fälligkeit für 9.000 Punkte zu verkaufen (auch wenn der Index dann nur noch bei 6.000 Punkten notieren sollte). Die Anzahl der erforderlichen Put-Optionsscheine können Sie rechnerisch ermitteln:

10.000

—————-  = 111,11

9.000 x 0,01

Ergebnis: Wenn Sie also rund 111 dieser Put-Optionsscheine kaufen, haben Sie eine Art Depot- Versicherung abgeschlossen.

So wirksam ist der Depot-Versicherung

Angenommen, ein Jahr nach dem Kauf der Put-Optionsscheine notiert der DAX nur noch bei 4.500 Punkten (-50%). Ihre DAX-Indexfonds wären dann nur noch 5.000 Euro wert (10.000 Euro – 50%). Gleichzeitig wäre der Wert der Put-Optionsscheine sprunghaft gestiegen. Wie beschrieben, verbrieft der ausgewählte Put-Optionsschein das Recht, dass Sie den DAX für 9.000 Punkte verkaufen dürfen.

Da der DAX nur noch bei 4.500 Punkten notiert, würden Sie die Differenz zwischen 9.000 und 4.500 Punkten (multipliziert mit dem Bezugsverhältnis des Optionsscheins) kassieren.

Die Rechnung lautet:

4.500 x 0,01 = 45 Euro je Put-Optionsschein

Da Sie 111 Put-Optionsscheine gekauft haben, würde Ihr Wertpapier-Depot wie folgt aussehen:

• Position 1: Die Indexfonds auf den DAX sind noch 5.000 Euro wert

• Position 2: Die 111 Put-Optionsscheine sind 4.995 Euro wert (111 x 45 Euro)

Ihr Gesamt-Depot läge damit bei 9.995 Euro.

Fazit: Während der DAX in diesem Beispiel innerhalb von 12 Monaten um 50 Prozent eingebrochen ist, hätte sich Ihr Depot-Wert so gut wie nicht verändert. Sie besäßen noch Wertpapiere im Wert von 9.995 Euro. Praxis-Test bestanden.

Das sind die Kosten Ihrer Depot-Versicherung: 5 bis 12% pro Jahr

Sie kennen das von Ihren normalen Versicherungen: Einen Versicherungsschutz bekommen Sie niemals gratis. Für die Sicherheit müssen Sie zahlen. Sie zahlen den Preis dafür, dass Sie das Risiko minimieren und nachts ruhiger schlafen können. Was kostet eine solche Depot-Versicherung?

Eine exakte Zahl kann ich Ihnen nicht nennen. Das hängt zum Beispiel davon ab, mit welchen Instrumenten Sie Ihr Depot schützen und wie stark die Märkte zum Zeitpunkt des Kaufs der Put-Optionsscheine schwanken. Als Faustformel gilt: Je höher die Schwankungen, desto teurer wird die Absicherung (höhere Schwankungen = höheres Risiko, dass die „Versicherung“ greifen muss).

Insgesamt müssen Sie bei dieser Absicherungsstrategie mit Kosten von etwa 5 bis 12 Prozent pro Jahr rechnen. Große Investoren sind hier im Vorteil, da diese am Terminmarkt maßgeschneiderte Absicherungen deutlich günstiger erwerben können. Als Privatanleger haben Sie diese Möglichkeit im Regelfall nicht. Stattdessen müssen Sie auf einfache und relativ teure Instrumente zurückgreifen.

Tipp: So sparen Sie Absicherungs-Kosten

Wie bei anderen Versicherungen gilt auch beim Depot-Schutz: Wenn Sie eine höhere Selbstbeteiligung wählen, sinken die Kosten. Wenn Sie nicht den aktuellen Index-Stand absichern, sondern einen Basispreis wählen, der unter dem aktuellen Kurs liegt, werden die Optionsscheine deutlich günstiger.

Diese Variante bietet sich an, wenn Sie mit kleineren Kursrückschlägen gut leben können, aber einen Schutz gegen einen Crash einbauen möchten. Oder: Sie halten den Optionsschein nicht 12 Monate, sondern nur in der Urlaubszeit, in der Sie Ihr Depot nicht kontrollieren können.

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