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Rolf Morrien

“DAX-Aufsteiger-Fluch“: Ist VW das nächste Opfer?

Rolf Morrien

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Der Aufstieg in den DAX ist für ein börsennotiertes Unternehmen aus Deutschland der ultimative Ritterschlag. Welches Unternehmen möchte nicht in der 1. Börsenliga mitspielen?

Das hat nicht nur mit dem Prestige zu tun. Es gibt auch handfeste Gründe. Die vielen Index-Fonds müssen automatisch die Aufsteiger- Aktien kaufen. Aber auch die aktiv geführten Fonds orientieren sich oft am Index und versuchen durch eine optimierte Gewichtung den Vergleichsindex zu schlagen. Auch das sind also potenzielle Käufer.

Da das Medieninteresse groß ist, stoßen auch mehr private Anleger auf die DAX-Aufsteiger. Das ist die dritte neue Käufergruppe. Wenn die Nachfrage steigt, steigt auch der Preis. Daher war in der Vergangenheit eine Investition in DAX-Aufsteiger oft eine interessante Anlage-Chance.

Das hat sich aber zumindest in den vergangenen 2 Jahren in der Wahrnehmung vieler Investoren deutlich geändert. Der DAXAufsteiger K+S erreichte als MDax-Wert einen Höchstkurs von knapp 90 € und stürzte nach dem DAX-Aufstieg auf 25 € ab. Aktuell notiert die Aktie bei 46 €.

Ein ähnliches „Schicksal“ erlebte die Stahlaktie Salzgitter. Als MDax-Wert schoss die Aktie gen Himmel und erreichte fast 150 €, als DAX-Wert folgte der Absturz auf 40 €. Für den DAXAufsteiger Hannover Rück wurde es fast schon peinlich: Nur 6 Monate nach dem DAX-Aufstieg musste die Versicherungs- Aktie den deutschen Leitindex im September 2009 schon wieder verlassen.

Das sieht schon ein wenig wie ein „DAX-Aufsteiger-Fluch“ aus. Allerdings relativieren sich diese Abstürze, wenn Sie die Rahmenbedingungen betrachten. Die Kursstürze erfolgten in der Crash- Phase 2007 bis 2009. Nicht nur eine Salzgitter-Aktie wurde verprügelt, auch die Aktie des Stahlkonkurrenten ThyssenKrupp ist von 45 auf 12 € abgestürzt. Eine Daimler-Aktie ist von 75 auf 17 € gefallen. Von den Finanzwerten ganz zu schweigen …

Einen Effekt können wir jedoch tatsächlich beobachten: Die Investoren warten heute häufig nicht mehr, bis der DAX-Aufstieg einer Aktie offiziell verkündet wird, sondern steigen schon vorher ein, wenn sich ein Aufstieg andeutet. Ein Teil der „Aufsteiger- Prämie“ wird also schon vorab verteilt. Nach dem Aufstieg ist der positive Kurseffekt dann geringer.

Es ist also kein Beinbruch, dass unser DAX-Aufsteiger im Portfolio, die Vorzugsaktie von VW, das erste Kursziel von 80 € noch nicht erreicht hat. Das hat nichts mit einem „Fluch“ zu tun. Eine Kursbremse ist die angekündigte Kapitalerhöhung. Taktisch war es von VW nicht sehr klug, erst eine große Kapitalerhöhung zu beschließen und dann lange mit der Durchführung zu warten. Die Ungewissheit über den Ablauf verunsichert die Investoren. Eine klare Aussage muss her.

 

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