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Bilanz-Serie – Teil 4: Bedeutung und Berechnung der wichtigsten Rentabilitätskennzahlen

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Heute finden Sie hier auf aktienschule.de den 4. Teil meiner Bilanzserie. In diesem 4. Teil der Serie möchte ich Ihnen die Bedeutung und die Berechnung der wichtigsten Rentabilitätskennzahlen näherbringen.

Die Analyse der Kapital- und Vermögensstruktur eines Unternehmens und dessen Liquiditätslage liefert Ihnen als Aktionär wichtige Entscheidungshilfen, ob Sie die Aktie des Unternehmens kaufen, halten oder verkaufen sollten. Noch etwas bedeutsamer sind die Kennzahlen, die die Rentabilität einer Aktiengesellschaft widerspiegeln.

Nur eine Aktie von einem rentablen Unternehmen ist auf Dauer ein gutes Investment. Unter rentabel ist in diesem Zusammenhang ein dem Kapitaleinsatz angemessener Gewinn zu verstehen.

Bei der Analyse der Rentabilität wird der Gewinn des Unternehmens beispielsweise in Relation zum Gesamtkapital, zum Eigenkapital oder zum Umsatz gesetzt. Alle 3 daraus resultierenden Kennzahlen können interessante Ergebnisse liefern.

Die Gesamtkapitalrendite

Bei der Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität werden neben dem Gewinn auch die gezahlten Zinsen berücksichtigt. Die Formel lautet:

JÜ + Zinsaufwand

——————– x 100 = Gesamtkapitalrendite (in %)

Gesamtkapital

JÜ steht in der Formel für Jahresüberschuss. Die Kennzahl Gesamtkapitalrentabilität gibt an, wie rentabel das Gesamtkapital des Unternehmens eingesetzt wurde. Die Gesamtkapitalrentabilität sollte höher als der durchschnittliche Zinssatz sein, der für das Fremdkapital gezahlt werden muss.

Ansonsten hat das Unternehmen Fremdkapital aufgenommen, ohne dass es Investitionsmöglichkeiten gab, die nach Abzug der Zinsen einen Gewinn abwarfen.

Die Eigenkapitalrendite

Bei der Berechnung der Eigenkapitalrendite werden der Gewinn und das Eigenkapital in Relation gesetzt. Diese Kennzahl gibt an, wie rentabel das von den Aktionären zur Verfügung gestellte Eigenkapital vom Unternehmen eingesetzt wurde. Die entsprechende Formel sieht folgendermaßen aus:

Jahresüberschuss

———————- x 100 = Eigenkapitalrendite (in %)

Eigenkapital

Die Eigenkapitalrendite sollte höher sein als die Gesamtkapitalrendite, da das Eigenkapital primär das Risiko des Unternehmens trägt – und somit Sie als Aktionär und Eigenkapitalgeber. Für dieses höhere Risiko verdient das Eigenkapital bzw. der Aktionär als Eigenkapitalgeber gegenüber den sicheren Zinsen für Fremdkapital eine Risikoprämie.

Darin liegt übrigens auch der finanztheoretische Grund für die langfristig höhere Rendite von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.

Die Nettoumsatzrendite

Zur Beurteilung des operativen Geschäfts können verschiedene Kennzahlen angesetzt werden. Es können beispielsweise der operative Gewinn (EBIT) oder der Jahresüberschuss ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt werden.

Für Sie als Aktionär ist aber auch die Nettoumsatzrendite von entscheidender Bedeutung, da in dieser Zahl neben den operativen Ergebnissen des Unternehmens auch der Zinsaufwand und die Steuerbelastung enthalten sind. Bei der Berechnung der Nettoumsatzrendite wird der Jahresüberschuss in Relation zum Umsatz gesetzt. Die Formel lautet:

Jahresüberschuss

———————- x 100 = Nettoumsatzrendite (in %)

Umsatz

Für die Höhe der Nettoumsatzrentabilität gibt es keine allgemein verbindliche Anforderung, wie es beispielsweise bei der Gesamt- oder der Eigenkapitalrentabilität der Fall ist.

Ausblick: Nachdem ich Ihnen in den ersten beiden Teilen dieser Serie die im Rahmen der Bilanzanalyse wichtigsten Kennzahlen vorgestellt habe, werde ich Ihnen in den nächsten Teilen die beiden Seiten (Aktiv- und Passivseite) einer Bilanz näherbringen.

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