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Bilanz-Serie – Teil 2: Vermögensstruktur und Anlageintensität + Kapital-Vermögens-Struktur

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Nachdem ich Ihnen im ersten Teil meiner kleinen Bilanz-Serie hier auf aktienschule.de über die Kapitalstruktur und die Eigenkapitalquote von Unternehmen berichtet habe, möchte ich Ihnen heute im zweiten Teil die Vermögensstruktur und die Anlagenintensität von Unternehmen näher vorstellen.

Außerdem finden Sie im weiteren Verlauf alles wichtige über die sogenannte Kapital-Vermögens-Struktur von Unternehmen. Ich bin mir dessen bewusst, dass die Materie eine eher trockene ist – doch sind zumindest Grundlagenkenntnisse dieser Materie unbedingt von Nöten, wenn Sie an der Börse durch unterbewertete Aktien Geld verdienen möchten und somit dem Beispiel des erfolgreichsten Investors aller Zeiten – Warren Buffett – folgen wollen.

Vermögensstruktur und Anlagenintensität

Die Kapitalstruktur bezieht sich auf die Passivseite der Bilanz. Man spricht im Zusammenhang mit der Passivseite auch von der Mittelherkunft. Die Passivseite der Bilanz gibt also die Antwort auf die Frage, wo das Kapital des Unternehmens herkommt.

Die Vermögensstruktur bezieht sich auf die Aktivseite der Bilanz, die die Mittelverwendung darstellt und somit die Frage nach der Verwendung des auf der Passivseite dargestellten Kapitals beantwortet. Die wichtigste Kennzahl hinsichtlich der Vermögensstruktur ist die Anlagenintensität, die das Anlagevermögen in Relation zur Bilanzsumme setzt.

Die Formel zur Berechnung sieht wie folgt aus:

Anlagevermögen

———————- x 100 = Anlagenintensität (in %)

Gesamtvermögen

Zu beachten ist auch bei dieser Bilanzkennzahl, dass es in jeder Branche eine mehr oder weniger typische oder optimale Aufteilung des Vermögens in Anlagevermögen und Umlaufvermögen gibt. Zum Anlagevermögen zählen z. B. Maschinen und Fabrikanlagen. Typische Bestandteile des Umlaufvermögens sind beispielsweise Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen oder Handelswaren.

Ein überdurchschnittliches Umlaufvermögen bei den Vorprodukten lässt auf schlechtes Lagermanagement schließen und ein zu hoher Bestand an Fertigprodukten auf Absatzschwierigkeiten.

Eine Ursache für zu geringe Bestände im Umlaufvermögen kann Kapitalmangel sein. Dadurch kann im Extremfall die Möglichkeit bestehen, dass nicht kontinuierlich produziert werden kann, weil Vorprodukte fehlen.

Die Kapital-Vermögens-Struktur

Bei der Analyse der Kapital-Vermögens-Struktur werden sowohl die Aktiv- als auch die Passivseite der Bilanz berücksichtigt. Die in dem Zusammenhang maßgebliche Kennzahl ist der Anlagendeckungsgrad (ADG). Der Anlagendeckungsgrad setzt das Eigenkapital in Relation zum Anlagevermögen.

Die Berechnung sieht dann wie folgt aus:

Eigenkapital

——————— x 100 = ADG (in %)

Anlagevermögen

Mit Hilfe des Anlagendeckungsgrades soll ermittelt werden, ob das langfristig gebundene Kapital (also das Anlagevermögen) auch langfristig finanziert ist. Denn im Gegensatz zum Umlaufvermögen kann das in Maschinen, Immobilien oder Ähnlichem gebundene Anlagevermögen nicht kurzfristig zu Geld gemacht werden, ohne den Unternehmensfortbestand zu gefährden.

Der Anlagendeckungsgrad sollte laut Faustregel bei mindestens 100% liegen. Eine Abweichung nach unten ist nicht zwangsläufig ein K.O.-Kriterium. Jedoch sollte in einem solchen Fall die künftige Entwicklung sehr aufmerksam verfolgt werden, damit Sie erkennen können, ob die Abweichung womöglich einen längerfristigen Trend einleitet.

 

Ausblick: Im nächsten Teil dieser Serie widme ich mich unter anderem der Berechnung und Bedeutung von Liquiditätskennzahlen.

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