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Bilanz-Serie – Teil 3: Berechnung und Bedeutung von Liquiditätskennzahlen

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Heute finden Sie hier auf aktienschule.de den 3. Teil meiner Bilanzserie. Nachdem ich mich im vergangenen Jahr im 1. und 2. Teil der Serie) an dieser Stelle der Kapital- und Vermögensstruktur von Unternehmen gewidmet habe, liegt der Schwerpunkt heute auf der Liquidität und der Rentabilität von Unternehmen.

Berechnung und Bedeutung von Liquiditätskennzahlen

In der fundamentalen Unternehmensanalyse wird in erster Linie zwischen 3 verschiedenen Liquiditätskennzahlen unterschieden. Diese unterscheiden sich allerdings nur im Detail voneinander.

Das Ziel der Liquiditätsanalyse eines Unternehmens durch Bildung und Interpretation von Liquiditätskennzahlen ist vor allem, die Erkenntnis darüber zu gewinnen, ob das Unternehmen über die flüssigen Mittel verfügt, die erforderlich sind, um in naher Zukunft alle Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können.

Das bedeutet vereinfacht gesagt: Man versucht herauszufinden, ob alle kurzfristigen Schulden bzw. Zahlungsverpflichtungen durch flüssige finanzielle Mittel gedeckt werden können. Dies ist deshalb wichtig, weil ein Mangel an Liquidität neben der Überschuldung die zweite Ursache für eine Insolvenz sein kann.

Die Formel zur Berechnung der Liquidität 1. Grades (die erste der drei Liquiditätskennzahlen):

flüssige Mittel

———————————- x 100 = Liquidität ersten Grades (in %)

kurzfristige Verbindlichkeiten

Unter dem Punkt flüssige Mittel sind der Kassenbestand und die sonstigen sofort verfügbaren Finanzmittel zu verstehen. Flüssige Mittel entsprechen der aktiven Bilanzposition B.IV. „Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten“.

Kurzfristige Verbindlichkeiten sind (in diesem Zusammenhang) alle Schulden, die innerhalb von weniger als einem Jahr zurückgezahlt werden müssen.

Bei der Liquidität 2. Grades teilt man die flüssigen Mittel und die kurzfristigen Forderungen durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Im Unterschied zur Liquidität 1. Grades werden also die flüssigen Mittel um die Forderungen erweitert, die kurzfristig (innerhalb maximal eines Jahres) zu einem Zahlungseingang führen sollen.

Die Liquidität 2. Grades sollte in einem Bereich zwischen 100 und 120% liegen. Eine Abweichung nach oben ist deutlich weniger problematisch zu sehen als eine Abweichung nach unten.

Bei der Liquidität 3. Grades werden zu den flüssigen Mitteln und den kurzfristigen Forderungen noch die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe gezählt und durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten geteilt. Der Grund ist, dass Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Extremfall kurzfristig zu Geld gemacht werden können. Diese 3. Liquiditätskennzahl ist aber nur „im Notfall“ zu betrachten und auch nur dann relevant.

 

Ausblick: im nächsten Teil meiner Bilanz-Serie erfahren Sie alles über die Bedeutung und die Berechnung der wichtigsten Rentabilitätskennzahlen.

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