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Rolf Morrien

Asien: Die chinesische Regierung setzt alles auf die Karte Wachstum – Chance und Risiko zugleich

Rolf Morrien

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Chinas wirtschaftliche Aufholjagd sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Deutschland hat nach langen Jahren den prestigeträchtigen Titel „Exportweltmeister“ an China abgeben müssen. Diese Entwicklung ist Resultat der straff geplanten Politik Pekings, das Wirtschaftswachstum um jeden Preis zu stützen. Litt Chinas Wirtschaft noch vor nicht langer Zeit unter dem Joch eines abgeschotteten sozialistischen Regimes, ist sie heute bereits Wachstumsmotor der Weltwirtschaft und steht Investoren offen. Ich stelle Ihnen auf Seite 3 zwei Möglichkeiten vor, wie Sie vom asiatischen Wachstumsmarkt profitieren können.

 

Peking will 8% Wirtschaftswachstum

Der chinesische Premier Wen Jiabao hat vor dem Nationalen Volkskongress noch einmal klargestellt, dass die Regierung die Wirtschaftspolitik so steuern will, dass 2010 ein Wachstum von 8% erreicht wird. Auch die chinesische Regierung hat entdeckt: Konjunkturprogramme sind ein mögliches Mittel, um die Wirtschaft in die gewünschte Richtung zu lenken.

In China wurden bereits im Jahr 2008 rund 400 Mrd. € in die heimische Wirtschaft gepumpt. Die Folge: Trotz der massiven Einbrüche bei den Ausfuhren, hatte China kein negatives Wirtschaftswachstum. Mit dem Ende der Krise müssen solche teuren Programme aber zurückgefahren werden. Die Wirtschaft muss sich dann selbst heilen.

Die Regierung geht aber noch auf Nummer sicher und sorgt mit neuen Konjunkturprogrammen dafür, dass das Wirtschaftswachstum nicht abfällt. Für die Unternehmen ist das gut, da die Nachfrage stabilisiert wird. Gleichzeitig wird aber auch auf die Bremse getreten, um ein zu schnelles Wachstum zu verhindern. Die Geldpolitik wird von der Notenbank gestrafft, damit es am Kreditmarkt nicht zu einer spekulativen Blase kommt.

Auch wenn China sich als weltoffen präsentiert, so ist es für Staatsbetriebe einfacher, an Geld zu kommen als für Privatfirmen. Die Vergabepraxis ist oft unabhängig vom wirtschftlichen Nutzen der Investition. Chinesische Banken waren von der Finanzkrise nicht so stark betroffen, trotzdem müssen sie aufpassen, dass sie nicht den Fehler der westlichen Banken wiederholen und zu viele Kredite ohne ausreichende Sicherheiten vergeben.

Es gibt erste Anzeichen einer Blasenbildung auf dem Immobilienmarkt. Besonders in Städten der 2. Reihe sind in den Bürogebäuden die Leerstandsraten gestiegen. In den vergangenen 3 Jahren sind die chinesischen Immobilienpreise um ca. 200% gestiegen. Die Regierung sieht das jedoch gelassen und hält die Entwicklung für gerechtfertigt, da insbesondere bei den Privatwohnungen realer Bedarf vorhanden ist.

Jährlich wandern ungefähr 20 Mio. Chinesen von der Provinz in die Stadt. Wie bereits in anderen Sektoren wird der Staat im Bedarfsfall eingreifen, um den Wohnungsmarkt zu steuern. Fakt ist auch, dass viele Chinesen ihre Wohnung mit angesammelten Sparguthaben finanzieren und der Kreditanteil im internationalen Vergleich niedrig ist.

Bei anhaltend starkem Wirtschaftswachstum gehen Analysen davon aus, dass China zwischen 2030 und 2050 die US-Volkswirtschaft ein- oder sogar überholen wird. Diese Entwicklung wird auch am Aktienmarkt Spuren hinterlassen. Aktuell dominieren noch US-Aktien mit einem Anteil von rund 50% den Weltindex MSCI World. Chinesische Aktien spielen dagegen noch keine große Rolle. Wenn China wirtschaftlich auch nur annähernd in die Region der USA vorstößt, wird das Gewicht der USAktien am Weltindex abnehmen, während chinesische Aktien die Aufsteiger sein werden. Daher ist das Potenzial für chinesische Aktien (und insgesamt für Aktien aus Wachstums-Regionen) größer als das Aktien-Potienzial in den Industrienationen.

Der aufstrebende indische Markt gewinnt an Bedeutung

Im Schatten des Exportweltmeisters China ist die gute Leistung Indiens während der Wirtschaftskrise ein wenig untergegangen. Interesse verdient Indien trotzdem. Das Wirtschaftswachstum wird für 2010 bereits wieder bei mindestens 8% gesehen. Anders als China ist Indien jedoch eine Demokratie – und zwar bevölkerungsmäßig die größte der Welt. Neben dem großen Binnenmarkt und dem damit verbundenen Potenzial im eigenen Heimatmarkt ist die Bevölkerungsstruktur Indiens im direkten Vergleich mit China wirtschaftlich betrachtet attraktiver. Während China die Auswirkungen einer alternden Gesellschaft bedingt durch die 1-Kind-Politik schon bald spüren wird, ist in Indien knapp ein Drittel der Bevölkerung unter 15 Jahre. Steigt der Lebensstandard und gelingt es Indien, die marode Infrastruktur zu verbessern, stehen die Vorzeichen auf Wachstum. Die aktuelle Lage der indischen Wirtschaft ist gut. Die Industrieproduktion ist Ende vergangenen Jahres weiter gestiegen. Auf dem Binnenmarkt kam es zu einem Anstieg des privaten Konsums um 6%. Dass großes Potenzial in der indischen Wirtschaft gesehen wird, zeigt sich auch an den ausländischen Direktinvestitionen mit langfristiger Perspektive, die im Jahr 2009 mit 27,3 Mrd. USD relativ hoch waren.

Marktkräfte verschieben sich

In den nächsten Jahren wird insbesondere die Entwicklung der beiden größten asiatischen Volkswirtschaften über das globale Wirtschaftswachstum mitentscheiden. Kaufen die Chinesen weiter Dollar und Dollar-Anleihen und die Amerikaner im Gegenzug chinesische Produkte, beflügelt das den Welthandel. Beide Länder wissen, dass sie sich gegenseitig brauchen. Bereits jetzt ist China mit über 2.400 Mrd. USD größter Gläubiger der USA. China und Indien besitzen zusammen einen Anteil von knapp unter 10% am Welt-BIP. Knapp 3 Mrd. Menschen bilden dort einen lukrativen Markt.

China: Setzen Sie auf Hongkong-Aktien

Mit dem ETF (exchanged traded Funds = börsengehandelter Fonds) Hongkong, den ich Ihnen bereits im September 2007 zum ersten Mal empfohlen habe, können Sie einfach und günstig am Aufschwung der chinesischen Volkswirtschaft und steigenden Aktienkursen teilhaben. Dieser Fonds bildet die Entwicklung der Hongkong-Aktien nahezu identisch ab und kann börsentäglich ge- und verkauft werden.

Als „Bonus“ zum normalen Kursanstieg aufgrund steigender Unternehmensgewinne, erhalten Sie die Chance auf eine Vereinigung der chinesischen Festlandbörsen mit der Börse Hongkong. Im Moment notieren die gleichen chinesischen Unternehmen je nach Börse zu unterschiedlichen Preisen. Die Bewertung in Hongkong ist mit Abstand am günstigsten, da viele Privatanleger aus China keinen Zugriff auf diesen Börsenplatz haben und die teuren Aktien an den Festlandbörsen kaufen müssen. Dieser Preisunterschied wird sich in den kommenden Jahren auflösen, wenn alle Börsenplätze geöffnet werden. Die Kurse werden sich dann angleichen: Die Aktien an den Festlandbörsen verlieren an Wert, die günstigen Hongkong-Werte gewinnen. Da der Depot-Optimierer auf diese Reform des Gesamtmarktes setzt, empfehle ich Ihnen einen günstigen Index-Fonds und keinen aktiv geführten Fonds mit Ausgabeaufschlag und hohen Verwaltungsgebühren. Im Gegensatz dazu macht in Indien ein aktives „Stock-Picking“ durch einen guten Fondsmanager Sinn.

Fonds India Focus: Gut 100% im Plus und wieder ein Kauf

Der Depot-Optimierer hat Sie bereits im Dezember 2004 über das hohe Potenzial Indiens informiert und zum Kauf des Fonds India Focus geraten. Falls Sie seit der Erst-Empfehlung dabei sind, können Sie sich über einen Kurs-Zuwachs von über 100% freuen. Da der indische Markt zuletzt wieder an Dynamik gewonnen hat, stufe ich den Fonds von „Halten“ auf „Kaufen mit Limit 27 €“. Schwerpunkte des Fonds sind der indische Finanzdienstleistungssektor mit knapp über 31%, die IT-Branche mit 18%, sowie Konsumgüter mit 15%. Banken profitieren durch ihre Kreditvergabe und den hohen Einlagen von den überdurchschnittlichen Wachstumsraten in der indischen Volkswirtschaft stärker als die Industrie. Das erklärt die Branchen-Gewichtung im Fonds.

Während die Nachfrage nach indischen Gütern in der Konjunkturkrise um 30% eingebrochen ist, blieb die Nachfrage nach Software und IT-Dienstleistungen relativ stabil. Indien hat im ITBereich großes Know-how und verfügt mit Infosys Technologies – dem größten Einzelwert im Fonds – über ein weltweit führendes IT-Unternehmen. Da die indische Volkswirtschaft nach China den zweitgrößten Binnenmarkt der Welt darstellt, ist auch die hohe Gewichtung der Konsumgüterindustrie gerechtfertigt.

Den Fonds India Focus können Sie kostengünstig über die Börse Hamburg erwerben.

 

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