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Rolf Morrien

Apple hat seinen Nimbus verloren

Mit Börsenstars ist das ja immer so eine Sache. Solange die Kurse steigen, weiß jeder etwas dazu und hat auch gleich etwas zu sagen. Dabei ist es ganz egal, ob man positiv oder negativ eingestellt ist. Doch wenn die Stars dann einmal ins Straucheln kommen, wird es um die einst wichtigsten Gesprächsthemen schnell ganz still. Dieses Phänomen kann man derzeit bei Apple beobachten.

 Aufstieg und Fall

Was waren das für Zeiten, als im Jahr 2007 das Apple-Smartphone iPhone die Handymärkte dieser Welt umkrempelte. Jeder wollte eines haben oder zumindest einmal anfassen. Die ersten Modelle wurden im Lauf der ersten Jahre kontinuierlich verbessert.

Zugleich kam auch der Wettbewerb in Schwung. Nicht nur Apple bietet Smartphones mit Touchscreen an, sondern auch jeder andere Handyhersteller. Ok, Nokia hat vielleicht etwas gepennt. Aber alle anderen haben den Trend frühzeitig mitgemacht.

Doch da kam Apple im Jahr 2010 schon mit einem neuen Produkt um die Ecke: Dem Tablet-PC bzw. iPad, wie es dort heißt. Auch hier wurde von Apple ein Trend für die gesamte Branche gesetzt. Doch abgesehen von einigen Modifikationen gibt es seither kein neues Apple-Überfliegerprodukt mehr. Stattdessen versucht man sich mit kleinere Neuerungen und wenig innovativen Produktideen über die Zeit zu retten.

 
Eine Hausse dauert nicht ewig

Ähnlich wie die Zahl der Fans von Apple-Produkten zunahm, entwickelte sich auch der Aktienkurs. Das Papier legte Monat für Monat zu. Apple wurde auf diese Art zum zeitweise wertvollsten Konzern der Welt und verwies damit etablierte Ölkonzerne wie ExxonMobil und Chevron auf die Plätze.

Doch eine Hausse dauert bekanntlich nicht ewig. Bei 540 US-Dollar war Schluss. Der Trend drehte auf dem Höhepunkt der Wachstumsentwicklung von Apple letzten September. Seither kennt die Aktie nur noch eine Richtung: nach unten. Kursziele von 1.000 US-Dollar nimmt mittlerweile keiner mehr in den Mund.

Und doch scheint nach einigen Monaten des Schweigens wieder etwas Bewegung in die Apple-Thematik zu kommen. Statt großartiger Wachstumsphantasien werden nun eben die Cash-Stärke und die Dividende als Kaufgründe genannt. Doch der große Bohei wird längst nicht mehr um Apple gemacht. Man sah es an den in dieser Woche veröffentlichten Quartalszahlen. Waren die neuen Apple-Zahlen im letzten Quartal noch jede Menge Berichte auch zu später Stunde Wert – Apple-Zahlen kommen in der Regel gegen 22.30 Uhr deutscher Zeit – so war es dieses Mal überraschend ruhig. Die Apple-Zahlen sind eben einfach ein paar von vielen anderen und nichts Besonderes mehr. Schlecht fiel das vergangene dritte Geschäftsquartal 2012/13 (April-Juni) aber gar nicht aus:

Mit einem Umsatz in Höhe von 35,3 Mrd. US-Dollar konnten sowohl die Vorjahreswerte als auch die Erwartungen der Analysten geschlagen werden. Lediglich beim Gewinn musste sich Apple den sinkenden Margen geschlagen geben. Das EPS sank auf 7,47 US-Dollar, lag aber immer noch deutlich über den Erwartungen. Einen Ausweg wie Apple auch künftig Geld verdienen will, wies Apple-Chef Tom Cook ebenfalls – zumindest versteckt. Neben Hardware steht künftig auch das starke Wachstum bei iTunes, Software und Services im Blick. Aktuell verdient Apple damit zwar nur wenig Geld, aber das kann sich ändern. Der Aktie würde es gut tun. Die 5 Prozent Kursplus am Mittwoch könnten da am Ende nur ein Vorgeschmack gewesen sein.

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