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Rolf Morrien

Am Goldpreis scheiden sich die Geister: Crash-Prophet Nouriel Roubini versus Gold-Experte Dimitri Speck

Rolf Morrien

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Bei meiner Österreich-Reise habe ich in Wien Dimitri Speck, den Autor des Bestsellers „Geheime Goldpolitik“, getroffen. In dem Gespräch haben wir Pro- und Contra-Argumente für einen weiteren Goldpreisanstieg besprochen und diverse Szenarien durchgespielt. Denn es zeigt sich, dass die Meinungen zum Thema Gold sehr unterschiedlich sind und beide Lager gute Argumente für einen weiteren Anstieg, oder für einen Verfall des Goldpreises besitzen.

Gold klettert seit Wochen von einem Allzeithoch zum nächsten. In solchen Zeiten ist es nur natürlich, dass sich die Stimmen der Skeptiker mehren, die ein Ende der Rally vorhersehen. Einer der schärfsten Gold-Kritiker ist der US-Ökonom Nouriel Roubini, der sich mit der Vorhersage der Finanzkrise einen Namen in der Branche gemacht hat. Roubini nennt fünf Gründe, die dazu führen werden, dass der Goldpreis in der nächsten Zeit sinken wird:
1. Carry-Trade Positionen (Zinsspekulationen) werden voraussichtlich aufgelöst, wodurch Vermögensblasen platzen.

2. Wenn die Zentralbanken aus ihrer lockeren Zinspolitik aussteigen und die Zinsen erhöhen, führt das zu einem Abwärtsdruck auf Gold.

3. Die Flucht in „sichere“ Währungen wegen der schwachen Konjunktur. Da Gold in Dollar notiert, gerät der Gold- Preis bei stärker werdendem Dollar unter Druck.

4. Der Goldpreis wurde aufgrund des Herdentriebs in die Höhe getrieben. Viele Anleger sind dem Trend „Flucht in Gold“ gefolgt, was zu einem ungerechtfertigten Anstieg des Gold-Preises geführt hat. Dadurch hat sich eine Goldblase gebildet, die demnächst platzen wird.

5. Staatskrisen belasten den Goldpreis. Das führt dazu, dass ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr Gold als sicherer Hafen angesehen wird, sondern der liquidere US-Dollar.

Dimitri Speck hat ebenso starke Gegenargumente: Gerade durch die lockere Geldpolitik der Zentralbanken wird der Goldpreis weiter ansteigen (Inflationsangst). Er sieht die Zentralbanken aber auch als bremsende Kraft, die einen höheren Goldpreis verhindern. So sollen die Zentralbanken wiederholt in den Goldmarkt eingegriffen haben – mit stark zunehmendem Tempo seit 2008. Insgesamt haben die Eingriffe die Notenbanken bereits jetzt rund 12.000 Tonnen Gold gekostet. Speck sieht die Stabilität des gesamten Systems gefährdet, denn ein zu starker Goldpreis-Anstieg kann eine galoppierende Inflation auslösen. Das wollen die Notenbanken unbedingt verhindern.

Die Geschichte hat bereits mehrfach gezeigt, dass Papiergeld sehr krisenanfällig ist. Gold indes ist weder durch Staatspleiten noch in Inflationsphasen wertlos geworden. Der Depot-Optimierer sieht diese Begründung als stichhaltiger an und bekräftigt seine positive Gold-Einschätzung.

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