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Aktuelle Bestandsaufnahme zur Aktienkultur in Deutschland

Tobias Schöneich

Tobias Schöneich

Bei manchen Nachrichten weiß man auf den ersten Blick nicht, ob sie gut oder schlecht sind. Dazu zählt meiner Meinung nach auch eine Nachricht, die gestern durch das Deutsche Aktieninstitut (DAI) verbreitet wurde.

Das DAI hat am gestrigen Montag in Frankfurt die Aktionärszahlen aus Deutschland für das erste Halbjahr 2013 präsentiert.

Ergebnis: Gute und schlechte Nachrichten

Beim genaueren Studium der Zahlen kam ich zu dem Ergebnis, dass es aus meiner Sicht zahlenmäßig eine gute und eine schlechte Nachricht zu vermelden gibt:

Beginnen möchte ich mit der guten Nachricht: Die Zahl der Anleger, die direkt in Aktien investieren hat sich auf rund 4,9 Millionen erhöht und kletterte damit auf den höchsten Wert der vergangenen 10 Jahre. Im Vergleich zum Jahr 2012 sind es gut 300.000 mehr.

Jedoch verringerte sich zeitgleich die Zahl derer, die über Investmentfonds indirekt Geld in Aktien investieren. In Summe beträgt die Zahl der direkten und indirekten Aktionäre in Deutschland 9,4 Millionen.

Im Jahresdurchschnitt 2012 waren es 9,5 Millionen und folglich 100.000 mehr als im ersten Halbjahr des laufenden Jahres.

Nach Ansicht des DAI scheint sich die Akzeptanz zu stabilisieren

Nach Ansicht des Deutschen Aktieninstitutes scheint sich die Akzeptanz der Anlageform Aktie in Deutschland zu stabilisieren.

Dennoch scheinen der Zusammenbruch des Neuen Marktes und die Turbulenzen der Subprime- und Schuldenkrise alles andere als Vergessen zu sein.

Unterm Strich sieht die Leiterin des Instituts Christiane Bortenlänger jedoch eine neue Offenheit für das Thema Aktien, die gesamtwirtschaftlich und vermögenspolitisch eine sehr positive Entwicklung sei.

Meine Meinung: Noch immer zu wenige Aktionäre in Deutschland

Der Meinung von Frau Bortenlänger kann ich mich vor allem in einem Punkt anschließen: Dass eine steigende Akzeptanz gegenüber Aktien gesamtwirtschaftlich und vermögenspolitisch als äußerst positiv zu werten wäre.

Die augenblickliche Aktionärsquote in Deutschland von 14,6% ist so gering, dass ein Vergleich der Entwicklung der Aktienkultur hierzulande mit der in anderen Industrienationen erschreckend ausfällt.

Die Zeiten, in denen die Telekom-Aktie in Deutschland als Volks-Aktie verkauft wurde zeigen uns, wie weit entwickelt die Aktienkultur in Deutschland heute sein sollte.

Damals gab es in Deutschland 13 Millionen Aktionäre, was einer Aktionärsquote von rund 20% entsprach.

Das sind Zahlen, denen wir uns in Deutschland wieder annähern müssen und sollten und das sind auch Zahlen, mit denen wir im internationalen Vergleich mit entwickelten Industrienationen angemessen abschneiden würden.

Trotzdem: Eine Zahl bietet Hoffnungsschimmer

Ein interessantes Detail der veröffentlichen Ergebnisse des DAI macht hinsichtlich der Entwicklung der Gesamtzahl der direkten und indirekten Aktionäre in Deutschland doch ein wenig Hoffnung auf eine in Zukunft auch unterm Strich positiv ausfallende Bilanz.

Dieses Detail möchte ich natürlich nicht unterschlagen: Die Zahl der sogenannten Neuaktionäre ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 280.000 gestiegen.

Neuaktionäre sind im wesentlichen diejenigen, die zunächst in Fonds investiert haben und sich jetzt mit etwas mehr Erfahrung auch eine direkte Anlage in Aktien zutrauen.

Wenn dieser Trend hin zur reinen Aktienanlage und weg von Aktienfonds auch in den nächsten Erhebungen anhält, wäre das zwar nicht schön für die Fondsindustrie aber unterm Strich ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

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