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Rolf Morrien

Aktienmarkt Österreich: Einzelne Werte weisen 100% Potenzial auf

Rolf Morrien

Rolf Morrien

Ein Blick auf den österreichischen Aktienmarkt lohnt sich wieder. Die jüngsten Kursrückschläge haben dazu geführt, dass die Aktien im ATX sogar unter ihr Buchwert-Niveau gefallen sind. Das bedeutet: Das Vermögen abzüglich der Schulden liegt über dem Börsenwert. Die zukünftigen Gewinne werden quasi mit Null bewertet.

Wenn die Stimmung an der Börse so schlecht ist und niemand mehr diese Aktien anfassen will, ist das (fast) immer ein perfekter Einstiegszeitpunkt. Ein Beispiel aus Deutschland: Der deutsche Leitindex DAX ist in den vergangenen 10 Jahren 2 Mal unter den Buchwert gefallen – im Frühjahr 2003 und im Frühjahr 2009. Anschließend ist der DAX jeweils wie eine Rakete nach oben geschossen.

In Österreich ist die Lage aktuell etwas schwieriger zu bewerten. Neben den globalen Konjunktursorgen und der Schuldenkrise kommen noch mehrere landesspezifische Faktoren hinzu. Die Auswertung zeigt aber: Trotz der Probleme, die ich Ihnen gleich nennen werde, verfügen einzelne börsennotierte Unternehmen aus Österreich auf Sicht von 2 bis 3 Jahren über ein Verdopplungspotenzial. Das größte Potenzial traue ich dem Stahlwert Voestalpine und dem Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann zu. Mehr dazu auf Seite 4.

Osteuropa-Malus, starke Gewichtung der Finanzwerte und
diverse Skandale belasten

Der deutsche Leitindex DAX notiert aktuell rund 30% unter dem zyklischen Hoch aus dem Jahr 2007. Dieser Rückschlag ist schmerzhaft, aber im Vergleich zur Entwicklung im Nachbarland noch harmlos. Der ATX ist von über 5.000 auf unter 2.000 Punkte abgestürzt. Das traurige Ergebnis: -60%. Ein erstaunliches Ergebnis, wenn Sie berücksichtigen, dass der österreichische Aktienmarkt sehr gute Unternehmen zu bieten hat. Ein bunter Mix aus Belastungen drückt jedoch das Bewertungsniveau nach unten.

Einen elementar wichtigen Punkt habe ich hier im Depot-Optimierer in den vergangenen knapp 10 Jahren immer wieder betont: Die Verbindung zum osteuropäischen Markt. Die internationalen Investoren begannen ab 2002/2003 Österreich als „Eintrittstür“ zum Wachstumsmarkt Osteuropa zu entdecken.

Die Zauberformel lautete: Wachstum wie in Osteuropa, aber Sicherheit wie in Westeuropa. Das internationale Kapital war ein wichtiger Grund, warum der ATX innerhalb von nur 5 Jahren von 1.000 auf 5.000 Punkte steigen konnte.

In der Finanz- und Konjunkturkrise 2007 bis 2009 wurde aus dem „Osteuropa-Bonus“ ein „Osteuropa-Malus“. Osteuropa galt (und gilt noch immer) als Risiko-Region. Daher wurde Kapital abgezogen. Speziell einige amerikanische Ökonomen warnten vor einem Zusammenbruch von Osteuropa und auch Österreich. Der Nobelpreisträger Paul Krugman nannte Österreich im Frühjahr 2009 „Pleite-Kandidat“.

Das war eine Übertreibung und ein Fehlurteil. Es gab zwar einige extrem schwache osteuropäische Staaten in der Krise (wo gab es die nicht?), dafür hat aber im Gegenzug ein großes Land wie Polen die Krise sehr gut gemeistert. Diese Details werden aber nicht zur Kenntnis genommen. Spätestens seit 2009 verlangen Investoren eine Art „Risiko-Abschlag“.

Rolf Morrien, Chefredakteur des “Depot Optimierers”
Realwirtschaft versus Finanzbranche – 9.800 oder 3.600 DAX-Punkte

Eine punktgenaue Prognose ist am Aktienmarkt nie möglich. Schon eine leichte Verbesserung oder Verschlechterung der Konjunkturaussichten kann innerhalb weniger Monate zu einer Abweichung von über 10% führen. Das ist ganz normales Börsengeschäft. Was wir aktuell an den Börsen erleben, kann dagegen nicht als „normal“ bezeichnet werden. Die mögliche Schwankungsbreite ist so hoch, wie ich es in meiner aktiven Börsenzeit noch nie erlebt habe. Und ich bin schon seit über 20 Jahren dabei.

Blicken wir zunächst auf die Kursziele der Optimisten. Die Analysten rechnen damit, dass die DAX-Unternehmen im Jahr 2012 rund 700 Punkte verdienen werden (Unternehmensgewinne umgerechnet in DAX-Punkte). Im Mai lag diese Schätzung fast 10% höher, aber aufgrund der negativen Konjunkturdaten und der Schuldenkrise werden die Prognosen laufend gesenkt.

Auch die 700 Punkte sind noch optimistisch, aber erreichbar, falls die jüngsten Konjunkturdaten stimmen und die US-Wirtschaft in den nächsten Quartalen leicht wächst und nicht die nächste Rezession droht. Wenn wir unter dieser Annahme die oben genannten 700 Punkte mit dem historischen Durchschnitts-KGV von 14 multiplizieren, erhalten wir ein DAX-Kursziel von 9.800 Punkten. Das hört sich völlig verrückt an, ist aber kein Hexenwerk. Auf diesen Wert kommen Sie, wie oben beschrieben, wenn die aktuellen Gewinnprognosen korrekt sind und der DAX mit seinem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewertet wird.

Der entscheidende Faktor ist in dieser Rechnung die Gewinnerwartung. Wie schnell eine Gewinnprognose kippen kann, hat am Montag die Erste Bank aus Österreich gezeigt. Die Bank räumt die eigene Bilanz überraschend gründlich auf und will ohne Leichen im Keller in das Geschäftsjahr 2012 gehen. Dieser „Herbstputz“ kostet schlappe 1,5 Mrd. Euro. Wurde bisher ein Jahresgewinn für
das Jahr 2011 von bis zu 950 Mio. Euro erwartet, rechnet die Bank jetzt mit einem Jahresverlust von 700 bis 800 Mio. Euro. So schnell kann sich eine Gewinnprognose in Luft auflösen.

Das kann im DAX auch die Finanzkonzerne Deutsche Bank, Commerzbank, Allianz oder Münchener Rück treffen. Wenn dann noch die Banken die Notbremse ziehen und die Kreditvergabe für die Unternehmen einschränken, haben wir ein ähnliches Szenario wie in der Krise 2008/2009 nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers. Damals stürzte der DAX auf 3.600 Punkte ab. Dieses niedrige Kursniveau kommt wieder in Reichweite, wenn die Finanz- und Realwirtschaft ähnlich schwächelt wie 2008/2009.

Welches Szenario ist jetzt wahrscheinlicher? Wenn Sie heute Experten fragen, ob im Jahr 2012 ein Banken-Crash oder ein Comeback der US-Wirtschaft wahrscheinlicher ist, wird die große Mehrzahl auf den Banken-Crash setzen. Genau das stimmt mich optimistisch. Ein Großteil der Krise ist in den Kursen schon eingepreist. Welche Negativ-Meldung wurde in den Medien noch nicht genannt? Das größere kursbewegende Überraschungs-Potenzial besitzen daher positive Meldungen. Die 9.800 Punkte sind Ende 2012 noch nicht in Reichweite (es sei denn, die Inflation schlägt noch stärker zu), aber die Richtung kann stimmen.

Thema des Monats: Aktienmarkt Österreich
Finanzwerte (zu) stark gewichtet

Der österreichische Leitindex ATX leidet auch darunter, dass die Finanzwerte ein großes Index-Gewicht besitzen. In einer Finanz- und Schuldenkrise ist das ein Belastungsfaktor.

Wie groß der Effekt ist, konnten Sie vor wenigen Tagen erleben. Während der DAX am Montag um über 3% zulegen konnte, stürzte der ATX zwischenzeitlich um gut 4% ab und schloss trotz einer leichten Erholung deutlich im Minus. Auslöser war
eine Gewinnwarnung des ATX-Schwergewichts Erste Bank (Informationen dazu auch auf Seite 2 dieser Ausgabe und in der Schlussgong-Ausgabe vom 10. Oktober 2011).

Während viele Osteuropa-Sorgen unbegründet sind, muss ausgerechnet die Finanzbranche mit echten Problemen in dieser Region kämpfen. Zu nennen ist hier die Regierung in Ungarn, die plötzlich höhere Steuern verlangt, oder über Nacht ein Devisenkreditgesetz verabschiedet, das Währungsrisiken (Aufwertung
des als Kreditwährung sehr beliebten Schweizer Franken) auf die Banken abwälzt. Unter diesen Querschüssen leiden auch die österreichischen Banken, die in Ungarn stark vertreten sind.

Daher war es taktisch richtig, dass der Depot-Optimierer die Aktie der Ersten Bank im September 2010 auf „verkaufen“ gestellt hat. So wurde ein Gewinn von 75% abgesichert und der Kurssturz unter die 20-Euro-Marke vermieden.

Skandale erschüttern immer wieder den österreichischen Aktienmarkt

Der österreichische Aktienmarkt wurde gleich doppelt von der Finanzkrise 2007 bis 2009 getroffen. In der allgemeinen Schwächephase des Marktes platzten zusätzlich noch einige dubiose Geschäftsmodelle.

Einige Manager und Unternehmen haben die Grauzone zwischen legalen Tricks und Betrug bis zum Äußersten ausgereizt.Die Prozesse laufen zum Teil jetzt noch. Zu nennen sind hier zum Beispiel die Vorgänge bei Meinl European Land (heute mit neuen Großaktionären und neuen Managern als „Atrium“ bekannt), oder auch die Geschäftspraktiken bei Immofinanz/Immoeast.

Es ist typisch für Wirtschaftskrisen, dass dann besonders viele Skandale aufgedeckt werden. Die Börsenlegende Warren Buffett hat diesen Effekt sehr plastisch beschrieben: „Nur bei Ebbe sieht man, wer nackt badet.“

Die Skandale von damals hätten noch als „normale“ Krisenbewältigung gelten können. Doch es kehrte auch später keine Ruhe ein. So wird aktuell untersucht, ob es beim Verkauf einer staatlichen Immobiliengesellschaft krumme Geschäfte gab. Unschön ist auch ein laufendes Verfahren gegen (ehemalige) Manager der Telekom
Austria (die dadurch mit ausgelöste Kursschwäche macht aus der Telekom Austria einen möglichen Übernahme-Kandidaten, wie Sie auf Seite 7 im Parkettgeflüster lesen können).

Trauriger Abschluss der aktuellen Skandal-Serie ist die Pleite der A-TEC Industries AG. Der Industriekonzern war erst seit 2006 börsennotiert und kam in Spitzenjahren auf Umsätze deutlich über 2 Mrd. Euro. Die Pleite und Ungereimtheiten bei den Rettungsversuchen werden ein gerichtliches Nachspiel haben.

Für ein Land mit relativ wenigen börsennotierten Unternehmen sind das ein paar Skandale zuviel. Das schreckt nationale und internationale Investoren ab.

Bewertungen zum Teil absurd niedrig

Die hier genannten Schwachpunkte belasten das Kursniveau. Das Pendel ist jedoch viel zu weit ausgeschlagen. Österreich gehört zu den wenigen westlichen Märkten, die unter dem Buchwert (Vermögen abzüglich der Schulden) gehandelt werden. Wenn ein Index unter Buchwert notiert, ist das fast immer ein sehr gutes Einstiegs- und Kauf-Niveau.

Was für den Gesamtmarkt gilt, ist bei den Einzelwerten noch stärker ausgeprägt. Hier im Depot-Optimierer empfehle ich Ihnen natürlich nur die liquiden Blue Chips der Börse Wien. Das Potenzial ist riesig. Auf Sicht von 2 bis 3 Jahren werden einige Aktien aus der Empfehlungsliste den Wert verdoppeln, wenn die Weltwirtschaft nicht plötzlich einbricht.

Wichtig ist, dass Sie in österreichische Aktien investieren, die auch für internationale Investoren attraktiv sind. Für die großen Kursbewegungen sorgt das Kapital aus dem angelsächsischen Raum. Voestalpine und Schoeller-Bleckmann sind 2 Favoriten, die auch im Ausland einen guten Namen haben.

Chance mit Hebel
BASF-Aktie 30% gefallen – Fällt die Wirtschaftskrise aus, hat der neue Call bis zu 100% Potenzial

Wie im Kommentar auf Seite 2 geschildert, preist der Aktienmarkt aktuell eine schwere Wirtschaftskrise ein. Das führt zu kuriosen Ergebnissen:

Obwohl BASF im laufenden Geschäftsjahr einen neuen Rekordgewinn anpeilt, ist der Aktienkurs im Sommer wie ein Stein um 40% gefallen und hat sich im Herbst bisher nur leicht erholt. Die Aktie notiert noch immer 30% unter dem Jahreshoch.

Aktuell wird die Aktie des weltweit größten Chemieunternehmens an der Börse mit dem achtfachen Nettogewinn gehandelt. In normalen Börsenzeiten wird BASF mit dem zwölffachen Nettogewinn (Kurs-Gewinn-Verhältnis 12) gehandelt. Tritt eine Normalisierung ein, verfügt der neu ausgewählte BASF-Optionsschein über ein Kurs-Potenzial von bis zu 100%.

2 mögliche Szenarien bis 2013

Bei der Berechnung des fairen Börsenwerts müssen Sie stets mehrere konjunkturelle Szenarien berücksichtigen, um die mögliche Kursbandbreite zu ermitteln. In diesem Fall habe ich die 2 Extrem-Positionen nicht berücksichtigt (Weltwirtschaftskrise und konjunktureller Boom).

Im Szenario 1 gehe ich von einer schnellen Eintrübung der Konjunktur
aus, die bereits 2011 die Gewinnentwicklung belastet. Daher kürze ich bei BASF die Prognose für den Gewinn je Aktie auf 6 € (2011) und 4,80 € (2012/2013). Da das Geschäftsjahr 2011 schon fast gelaufen ist, habe ich hier die Prognose nur um
10% gesenkt und für 2012/2013 um weitere 20%.

Tritt dieses relativ negative Szenario ein, liegt das Kursziel der BASF-Aktie bis Ende 2013 bei 57,60 € (4,80 € x 12). Der ausgewählte Optionsschein würde in diesem Fall um rund 25% steigen, da der Aktienkurs bereits von über 70 auf aktuell 50 € gefallen ist.

Im zweiten Szenario gehe ich davon aus, dass die Wachstumsmärkte wie China und Indien auch in den nächsten 2 Jahren um 5 bis 10% zulegen und westliche Schlüsselmärkte wie die USA und Deutschland leicht um 1 bis 2% wachsen.

In diesem Szenario dürfte sich der Gewinn je Aktie bei BASF bei 5 bis 7 € je Aktie einpendeln. Zusammen mit dem Durchschnitts-KGV von 12 ergibt das ein Kursziel von 72 €. Wenn Sie bedenken, dass dieser Kurs bereits 2011 fast erreicht wurde, ist das nicht zu hoch gegriffen. Steigt die BASF-Aktie von 50 auf 72 €, gewinnen Sie mit dem ausgewählten Optionsschein rund 100%.

Risiken: Weltwirtschaftskrise und Banken-Pleite

Wie bei allen Hebel-Produkten müssen Sie 2 Risiken einkalkulieren: Zum einen kann die BASF-Aktie bis zum Laufzeitende des Optionsscheins Ende 2013 dauerhaft unter Verkaufsdruck stehen, falls es doch noch zu einer großen Weltwirtschaftskrise kommt.

Zum anderen könnte der Emittent des Optionsscheins, die Deutsche Bank, bis 2013 zahlungsunfähig werden. Dann würde der Optionsschein wertlos verfallen. Daher begrenzt der Depot-Optimierer bei Optionsscheinen den Depot-Anteil stets auf 2%.
Value-Aktie
Salzgitter AG: Die Aktie des Stahlherstellers notiert fast 50% unter dem Substanzwert

Auch an der Börse gilt: Liebe kann in Hass umschlagen! Nur mit diesem emotionalen Ansatz lässt sich die Kursentwicklung beim zweitgrößten deutschen Stahlhersteller erklären. Die Salzgitter- Aktie war im Stahlboom 2005 bis 2008 der Liebling der Analysten und Investoren. Die Aktie kletterte im Jahr 2007 auf 159 €.

Doch dann folgte die Wirtschaftskrise. Da die Kunden große Lagerbestände
aufgebaut hatten, brach die Nachfrage zusammen. Aus einem Gewinn je Aktie in Höhe von 12,11 € im Jahr 2008 wurde ein Verlust in Höhe von 7,10 € im Jahr 2009. Der Aktienkurs stürzte auf 40 € ab. Kurios: Obwohl die Lage aktuell deutlich besser aussieht als im Crash-Jahr 2009, notiert die Salzgitter-Aktie tiefer. Ein solide geführtes Unternehmen wie Salzgitter sollte in einem guten Börsenjahr zumindest den Substanzwert erreichen. Der Substanzwert je Aktie liegt bei rund 70 € (aktueller Kurs: 38,50 €).
Auch bei Salzgitter gilt: Wirtschaftskrise bereits eingepreist .

Diese Beobachtung zieht sich wie ein roter Faden durch diese Ausgabe des Depot-Optimierers: Zyklische Aktien wie Voestalpine (Seite 4), BASF (Seite 5) und Salzgitter preisen bereits eine schwere, globale Wirtschaftskrise ein, obwohl die Konjunkturdaten bisher kein klares Bild ergeben. Die Daten aus den USA, immerhin wichtigster Einzelmarkt der Welt, waren zuletzt sogar besser als erwartet.

Die Salzgitter-Aktie notierte Anfang des Jahres noch bei 65 €. Das
entspricht ziemlich genau dem Substanzwert der Aktie. Auf diesem Niveau war die Aktie fair bewertet.

Dann folgte in 2 Schüben ein Absturz auf 35 €. Ein solches Kursniveau wäre am Ende einer mehrjährigen Wirtschaftskrise angemessen, wenn Salzgitter in die Verlustzone abrutscht. Aktuell gibt es gut 20 Analysen über die Salzgitter AG, jedoch geht keine einzige mir bekannte Studie von einem Verlust aus.

Neuer Stahl-Crash nicht zu erwarten
Die Pessimisten verweisen auf die Erfahrungen im jüngsten Stahl-Crash. Allerdings ist dieser Vergleich aus meiner Sicht nicht passend. Wie bereits beschrieben, gab es 2005 bis 2008 einen rasanten Stahlboom. Im Jahr 2008 brach die Nachfrage plötzlich zusammen.

Vergleichen Sie das mit einem Rennwagen auf der Autobahn: Über eine sehr lange Strecke war freie Fahrt mit Tempo 200. Von einer Sekunde auf die andere taucht plötzlich ein Hindernis auf. Die Vollbremsung muss einen Unfall verursachen.

2011 wird seit Monaten eine Krise angekündigt. Marktführer ArcelorMittal
legt bereits Hochöfen still. Die Konkurrenten drosseln ebenfalls das Tempo. Selbst wenn es eine Wirtschaftskrise geben sollte, erwarte ich bei gut geführten Stahlherstellern (und dazu gehört Salzgitter) einen Stau, aber keinen Crash.

Die Chancen: Hohe Gewinne, prall gefüllte Kasse,
interessante Beteiligungen

Ich bin bei der Salzgitter-Analyse intensiv auf die Risiken eingegangen, da die Stahlbranche sehr schwankungsanfällig ist. Daher ist Salzgitter kein typischer Value-Wert. Sie müssen aber auch berücksichtigen, welche Chancen Sie mit der Salzgitter-Aktie erwerben:

1) Hohe Gewinndynamik
In den Boomjahren 2005 bis 2008 hat Salzgitter jeweils mehr als 10 € je Aktie verdient. Im nächsten Stahlboom wird sich das wiederholen und den Aktienkurs auf über 100 € treiben.

2) Prall gefüllte Kasse
Der Börsenwert von 2,3 Mrd. € wird bereits zu einem großen Teil von der Netto-Cash-Position abgedeckt (951 Mio. €).

3) Aurubis als Gratis-Beigabe
Salzgitter besitzt einen 25%-Anteil am führenden europäischen Kupferhersteller Aurubis. Mittelfristig könnte ein Zusammenschluss die Geburt eines europäischen Metall-Riesen bedeuten.

Diese 3 Kurstreiber sind aktuell nicht im Börsenwert enthalten.

 

Parkettgeflüster
Telekom Austria:
Der österreichische Telekomkonzern wird vom Jäger zum
Gejagten

Die Telekom Austria fürchtet offenbar eine ungewollte Übernahme. Wie Insider verrieten, wurde bereits die Investmentbank Merrill Lynch beauftragt, Abwehrmaßnahmen gegen eine feindliche Übernahme-Offerte auszuarbeiten.
Als Käufer wird der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris gehandelt, der angeblich über den österreichischen Mittelsmann Ronny Pecik in das Telekommunikations-Unternehmen einsteigen will.

Sawiris ist Chef der ägyptischen Orascom Telecom, die seit geraumer Zeit auch ein Auge auf das Schweizer Telekom-Unternehmen Orange geworfen haben soll.

Mit Übernahmen in Europa könnte Orascom das Portfolio erweitern und die Abhängigkeit vom Kernmarkt Nordafrika/Naher Osten reduzieren. Die Basis für einen erfolgreichen Marktausbau wurde bereits früher durch Investments in Griechenland und Italien gelegt. Jetzt könnte das Netz weiter ausgebaut
werden.

Mit der Hilfe von Optionen könnte sich Orascom heimlich Aktienpakete an der Telekom Austria sichern. Über diesen Trick wird nicht unmittelbar eine Meldepflicht ausgelöst, sodass die Telekom Austria erst später von dem Einstieg
erfährt. Das schränkt die Zeit für Abwehrmaßnahmen gegen eine ungewollte Übernahme ein.

Um es nicht soweit kommen zu lassen, wird spekuliert, dass die Österreicher das derzeitige Aktienrückkaufprogramm ausbauen könnten oder noch einen weiteren Anker-Investor mit ins Boot holen.

In den vergangenen Monaten hat der amerikanische Investmentfonds „Capital Research and Management“ seine Position an der Telekom Austria von 15% auf unter 5% zurückgefahren. Wer sich die Aktienpakete gesichert hat, ist nicht bekannt. Der Mittelsmann Pecik hat dementiert, dass er die Pakete abgenommen hat, doch kommen auch andere Käufer in Frage, die im Auftrag der Orascom zugeschlagen haben könnten. Bei der Telekom Austria schrillen jedenfalls die Alarmglocken. Ein neuer Anker-Investor soll gefunden werden, der dem Unternehmen zur Hilfe eilt.

Unter den möglichen Käufern befinden sich renommierte Branchen-Größen, wie etwa die spanische Telefonica oder die russische VimpelCom. Wenn neben dem österreichischen Staat, der rund 28% an dem Unternehmen hält, ein weiterer
Großaktionär einsteigt, wird die Übernahme ausbleiben. Die Übernahme-Gerüchte um die Telekom Austria zeigen, wie schnell es am Aktienmarkt gehen kann. Noch vor wenigen Monaten hatte die Telekom Austria ihrerseits Übernahme-
Hunger. Damals war der Einstieg in den serbischen Telekommunikationsmarkt
geplant, scheiterte jedoch. Jetzt wird der Jäger plötzlich zum Gejagten …

Anleihen-Empfehlung
Voestalpine-Anleihe: Über 7% Rendite pro Jahr bis 2014

Mit Voestalpine und Salzgitter habe ich Ihnen in dieser Monatsausgabe
bereits 2 Stahl-Werte empfohlen. Interessant sind aktuell aber nicht nur die Stahl-Aktien. Auch die Anleihen der Stahlhersteller sind unter Druck geraten. Die Begründung: Wenn die Gewinne der Unternehmen in einer möglichen Stahlkrise sinken, gerät auch das Kredit-Rating unter Druck.

Bereits seit Ende 2007 steht eine nachrangige Unternehmensanleihe von Voestalpine auf der Empfehlungsliste des Depot- Optimierers. Je nach Branchenstimmung schwankt der Kurs zwischen 98 und 106%.

Die aktuell schlechte Stimmung sorgt dafür, dass die Anleihe bei glatt 100% notiert. Das bedeutet: Für eine Anleihe mit einem Nominalwert von 1.000 € müssen Sie an der Börse auch exakt 1.000 € bezahlen (die Rückzahlung durch Voestalpine erfolgt ebenfalls zu glatt 1.000 €). Im Sommer notierte die Anleihe noch bei 105%. Damals hat die Anleihe an der Börse 1.050 € gekostet.

Auf dem aktuell niedrigen Niveau greift wieder das vom Depot-Optimierer vorgegebene Limit „Kaufen bis 100%“. Wer jetzt investiert, sichert sich bis zum Laufzeitende eine Zins-Rendite von 7,125% pro Jahr. In der Phase der „Mini-Zins-Renditen“ ist das eine erstklassige Rendite-Chance.

Für die hohe Rendite gibt es 2 Gründe: Zum einen brauchte Voestalpine für die Übernahme des Konkurrenten Böhler-Uddeholm viel Geld. Das Thema ist aber bald erledigt. Die Nettofinanzschulden wurden bereits von 3,76 auf 2,71 Mrd. € gesenkt und werden auch weiterhin schnell abgebaut.

Zum anderen handelt es sich um eine nachrangige Anleihe. Im Pleitefall würden zuerst die erstrangigen Anleihen bedient. Das Eigenkapital in Höhe von 4,69 Mrd. € reicht aber aus Sicht des Depot-Optimierers als Sicherheitspuffer.

Mit dem Depot-Optimierer sind Sie aktuell immer auf dem Stand der neuesten Dinge. Mit seiner kompletten Empfehlungsliste mit aktuell 150 Top-Werten werden Sie keinen Aktienkurs mehr verpassen. Es ist Ihr perfektes Gesamtpaket für Ihren konsequenten Vermögensaufbau. Sie erhalten ausführlichen Einblick in die Aktien des „Depot-Optimierers“ und können sich sofort die besten raussuchen. Denn mit diesen rentablen Aktien können Sie Ihr Geld jetzt mehr als nur verdoppeln! Der „Depot-Optimierer“ lässt keine Wünsche offen!

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