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Aktienkauf beim Preissturz: Ein großer Fehler? (Teil2)

Yannick Esters

Yannick Esters

Die Nachteile der Durchschnittskostenminderung

Die Durchschnittskosten zu mindern funktioniert dann gut, wenn die Aktie sich erholt, weil die Durchschnittskostenminderung den Effekt vergrößernder Gewinne hat, wenn die Aktie allerdings weiterhin fällt, werden auch die Verluste vergrößert. In solchen Fällen wird der Anleger es bereuen die Position zu mindern anstatt sie loszuwerden.

Anleger müssen daher sehr sorgfältig sein, wenn sie das mögliche Risiko einer Durchschnittskostenminderung überprüfen. Obwohl dies schon keine einfache Aufgabe in den besten Zeiten ist, wird es eine noch schwierigere während einem bärischen Markt, wie beispielsweise 2008 als Haushaltsnamen wie Fannie Mae, Freddie Mac, Aig und Lehman Brothers die größten Teile ihrer Börsenbewertung in ein paar Monaten verloren.
Ein weiterer Nachteil der Durchschnittskostenminderung ist, dass es in einer Gewichtung einer Aktie oder eines Sektors resultieren kann, die höher ist als es gewünscht war. Ein Beispiel: Nehmen wir an ein Anleger hatte eine 25%-ige Gewichtung von US-Bank-Aktien in seinem Portfolio Anfang des Jahres 2008. Wenn der Anleger, nach dem steilen Rückgang der meisten Bankaktien in diesem Jahr, seine Aktien so gemindert hat, dass sie 35% des gesamten Portfolios ausmacht, stellt diese Proportion vielleicht einen höheren Grad der Beanspruchung von Bankaktien dar, als es ursprünglich erhofft war.

Praktische Anwendbarkeit

Manche der raffiniertesten Anleger, inklusive Warren Buffett, haben die Durchschnittskostenminderung schon erfolgreich verwendet. Auch wenn die Hosentaschen eines durchschnittlichen Investors nicht annähernd so tief sind wie die von Buffett, kann die Durchschnittskostenminderung dennoch eine anwendbare Strategie sein:

–       Durchschnittskostenminderung sollte für spezifische Aktien auf einer selektiven Basis durchgeführt werden, anstatt sie für jede Aktie eines Portfolios anzuwenden. Diese Strategie wird am besten auf hochqualitative Blue-Chip-Aktien beschränkt, bei denen das Risiko eines Firmen-Bankrotts niedrig ist. Blue-Chips, die strenge Kriterien erfüllen – welche einen langfristigen Erfolgsbericht, eine gute Wettbewerbsposition, niedrige oder keine Schulden, ein stabiles Geschäft, einen soliden Cash-Flow und ein gesundes Management beinhalten – sind passende Kandidaten für die Durchschnittskostenminderung.

–      Bevor sie die Durchschnittskosten einer Position minder, sollten die Fundamentale eines Unternehmens sorgfältig abgeschätzt werden. Der Anleger sollte ermitteln, ob ein signifikanter Rückgang einer Aktie nur ein temporäres Phänomen oder ein Symptom für schlechtere Zeiten ist.

–    Die Strategie ist besonders gut in Zeiten, in denen auf den Märkten übermäßig viel Angst und Panik herrscht, da Panik-Liquidationen eventuell darin resultieren können, dass hochqualitative Aktien erhältlich werden.

Der Schlussstrich

Die Durchschnittskostenminderung ist für Aktien, Investmentfonds und ETFs eine anwendbare Strategie. Allerdings muss mit sehr viel Sorgfalt überprüft werden welche Aktien man mindern möchte. Die Strategie wird am besten auf Blue-Chip-Aktien beschränkt, die streng ausgewählte Kriterien erfüllen (minimale Schulden  und ein solider Cash-Flow, etc.).

 

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