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Rolf Morrien

Aktienkauf beim Preissturz: Ein großer Fehler? (Teil 1)

Yannick Esters

Yannick Esters

Die „Durchschnittskostenminderung“ ist eine Strategie bei der zusätzliche Beträge in ein finanzielles Instrument oder in eine Anlage investiert werden, wenn diese im Wert signifikant zurückgehen nachdem die ursprüngliche Investition getätigt wurde. Es stimmt, dass diese Handlung die Durchschnittskosten des Instruments senkt, aber wird dies zu höheren Renditen oder zu einem Verlust führen? Lesen sie weiter um dies herauszufinden.

Konkurrierende Meinungen

Es gibt radikal unterschiedliche Meinungen unter den Anlegern und Tradern über die Brauchbarkeit der Durchschnittskostenminderung. Befürworter der Strategie sehen sie als eine kosten-effektive Herangehensweise um Reichtum zu erzielen; Gegner sehen sie als ein Rezept für Desaster an.

Die Strategie wird oft von Anlegern verwendet, welche einen langfristigen Investment-Horizont und einen konträren Investment-Ansatz haben. Ein konträrer Ansatz bezeichnet einen Stil des Anlegens der gegensätzlich, oder konträr, zu dem vorherrschenden Investitionstrend ist.

Nehmen wir als Beispiel an, dass ein Langzeit-Investor eine Widget Co. Aktie in seinem/ihrem Portfolio hält und glaubt, dass die Aussichten für das Unternehmen positiv sind. Dieser Anleger wird dazu geneigt sein, dass ein starker Rückgang der Aktie eine Kaufgelegenheit ist und hat vielleicht auch die konträre Ansicht, dass andere übermäßig pessimistisch gegenüber den Möglichkeiten von Widget Co. Sind. Solche Anleger rechtfertigen ihre Schnäppchenjagd indem sie eine Aktie, die im Preis zurückgegangen ist, als für einen Discountpreis – im Vergleich zu ihrem wahren oder fundamentalen Wert – verfügbar ansehen. „Wenn sie die Aktie bei 50$ mochten, sollten sie sie bei 40$ lieben“ ist ein Mantra, welches hier oft zitiert wird.

Die Kehrseite der Medaille sind die Anleger und Trader, die grundsätzlich kurzfristigere Investment-Horizonte haben und einen Preisrückgang als ein schlechtes Omen ansehen. Diese unterstützen wahrscheinlich auch den Handel in die Richtung des vorherrschenden Trends, anstatt gegen den Strom zu schwimmen. Sie betrachten den Kauf einer stürzenden Aktei als ein Versuch „ein fallendes Messer zu fangen.“ Solche Anleger und Händler verlassen sich meist auf technische Indikatoren, so wie das Preis-Momentum, um ihre Anlegehandlungen zu rechtfertigen. Verwenden wir hier noch einmal das Beispiel von Widget Co.: Ein Kurzzeit-Investor, der die Aktie für 50$ gekauft hat, setzt einen Stop-Loss von 45$ für dieses Geschäft. Wenn die Aktie unter 45$ fällt wird der Trader die Position von Widget Co. Verkaufen und den Verlust kristallisieren. Kurzzeit-Trader glauben nicht an die Durchschnittskostenminderung, da sie dadurch gutes Geld schlechtem hinterher werfen.

Die Vorteile der Durchschnittskostenminderung

Der größte Vorteil der Durchschnittskostenminderung besteht darin, dass ein Anleger die Durchschnittskosten einer Aktie erheblich senken kann. Angenommen die Aktie macht eine Kehrtwende, so ist sowohl ein niedrigerer Breakeven-Punkt für die Aktien-Position gesichert als auch ein höherer Zuwachs im Bargeldbereich, als wenn die Position nicht gemindert worden wäre.

In dem bisherigen Beispiel von Widget Co., senkt der Anleger den Breakeven-Punkt (oder Durcschnittspreis) der Position auf 45$, indem er eine Durchschnittskostenminderung vornimmt und zusätzliche 100 Aktien für je 40$ erwirbt. Wenn die Aktie nun für weitere 6 Monate bei 49$ gehandelt werden würde verfügt der Anleger über einen potentiellen Gewinn von 800$.

Wenn Widget Co. Weiterhin steigt und bis auf 55$ kletter, wäre der potentielle Gewinn bei 2000$. Durch die Durchschnittskostenminderung hat der Anleger die Widget Co.-Position effektiv verdoppelt. Hätte der Investor dies nicht getan als die Aktie auf 40$ fiel läge der potentielle Gewinn für die Position (bei einem Aktienwert von 55$) bei nur 500$.

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