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Rolf Morrien

5 Katastrophen und die Aktien, die sie verletzten

Yannick Esters

Yannick Esters

Das vergangene Jahrzehnt hat eine große Anzahl von Naturkatastrophen gesehen, welche ohne Vorwarnung fast jeden Teil der Welt getroffen haben. Diese Desaster haben das Leben von Menschen und die Unternehmen, die sie operieren, verändert und letzteres hat bestimmte Aktien nachteilig beeinflusst. Im Folgenden finden sie 5 der schwersten Katastrophen der vergangenen Jahre und die Aktien, welche sie verletzten.

  1. Tornados im mittleren Westen

Das Jahr 2011 ist die tödlichste Tornado-Saison der Vereinigten Staaten seit 1953. Tornados in Alabama und Missouri sind die schlimmsten in der Staatsgeschichte. Die gefährliche Frühlingszeit endete mit hunderten von Toten und Milliarden an Eigentumsschäden.

Schätzungsweise gingen 7 Milliarden $ durch die Tornados im Mai verloren und bis zu 6 Milliarden für die im April. Der Rückversicherer PartnerRe hat zwischen 50 und 70 Millionen $ verloren und der Aktienpreis des Unternehmens fiel um fast 13%. Auch Truck-Firmen, insbesondere in Alabama, wurden nachteilig beeinflusst und die Aktien von TravelCenters fielen um mehr als 40%.

  1. Japanische Erdbeben/Tsunami

Im März 2011 erschütterte ein massives Erdbeben die Nordost-Küste Japans. Auf der Richter-Skala lag es bei 9.0 und resultierte in einem verheerenden Tsunami, welcher die Küste überflutete, tausende Häuser, Unternehmen und Eigentümer zerstörte. Außerdem verursachte er fast die Kernschmelze des Fukushima Daiichi Atomkraftwerks.

Tokyo Electric Power (OTCBB:TKECF), der Besitzer des Atomkraftwerks, verkündete vor kurzem einen Verlust von 15 Milliarden $ und verwarf die Pläne der Errichtung zwei neuer Atomkraftwerke. Seitdem stürzt der Aktienpreis. Fast alle in Japan operierenden Unternehmen haben einen Verlust im Einkommen erlitten (zum Beispiel: Tiffany & Co (NYSE:TIF), Burberry Group (OTCBB:BURBY) und Versichere wie Beazley und Aviva (NYSE:AV). Das Desaster traf alle Aktien Japans.

  1. Hurricane Katrina

Hurricane Katrina traf New Orleans im August 2005 und bekam das kostspieligste Naturdesaster in der Geschichte Amerikas. Das Versagen eines großen Dammsystems in New Orleans spielte eine große Rolle bei den entstandenen Flutschäden, welche schon seit Jahren und auch noch in Zukunft repariert werden müssen.

So wie bei den meisten Hurricanes waren die Unternehmen und Aktien, die nachteilig beeinflusst wurden Eigentums- und Unfallversicherer. Der Schaden lag bei ca. 100 Milliarden $ mit geschätzten Verlusten von ungefähr der Hälfte dieses Betrags. Ein Branchenbericht kurz nach dem Hurricane listete schwere Aktienpreisrückgänge von Versicherungen wie Goshawk, Montpelier Re (NYSE:MRH) und PXRE.

  1. Europäische Aschewolke

Im April 2010 brach der Eyjafjallajökull in Island aus. Der Ausbruch an sich war kein großes Problem, allerdings resultierte er in einer Aschenwolke, welche irgendwann ihren Weg nach Nordeuropa machte. Die Asche hinderte den Luftverkehr in Europa und führte zu einem weltweiten Dominoeffekt im Reisebetrieb.

Innerhalb von ein paar Tagen wurden tausende Flüge abgesagt und hunderte Millionen von Dollar gingen den Fluglinien an Einnahmen verloren. Große Unternehmen, die davon betroffen waren, sind unter anderen Britisch Airways, Air France, Delta (NYSE:DAL), United und Continental, so wie Ryanair und Easyjet.

  1. Golf-Ölkatastrophe

Die Explosion der Deepwater Horizon Bohrinsel am 20. April 2010 ist die schlimmste Ölkatastrophe der US-Geschichte seit dem Exxon Valdez-Leck in Alaska im Jahr 1989. Das Golf-Desaster resultierte darin, dass ca. 200 Millionen Fässer Öl verschüttet wurden, obwohl es schwer zu sagen ist wie viel Öl tatsächlich austrat und es gibt Diskussionen darüber, ob die geschätzten 200 Millionen nicht um 10% verfälscht ist. Es benötigte mehrere Monate um das Auslaufen des Öls zu stoppen.

Der Energie-Riese BP plc (NYSE:BP) wurde durch die Katastrophe am meisten benachteiligt, welcher die Deepwater Horizon von Transocean Ltd pachtete. Auch Anadarko Petroleum war ein kleiner Teilhaber des Ganzen und Mitsui besaß 10%, während BP auch noch daran arbeitete das Öldienstleistungsunternehmen Halliburton and Cameron International damit in Verbindung zu bringen.

Der Schlussstrich

Durch die Unvorhersehbarkeit von Naturkatastrophen kann auch der Einfluss auf Unternehmen und ihre jeweiligen Aktien nicht vorhergesehen werden. Erst vor Kurzem (Mai 2011) verursachte ein Vulkanausbruch eine ähnliche Aschewolke, die sich als weniger schädlich erwies als in 2010. Das Positive ist, dass Naturkatastrophen immer einen ökonomischen Aufschwung für Wiederaufbaumaßnahmen bieten und Versicherungen tendieren dazu später von höheren Prämien zu profitieren, welche sie in Gebieten nahe der Katastrophen verlangen.

 

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