Buchtipp des Monats
Buch
ARCHIV
THEMEN
Rolf Morrien

25 Jahre DAX: Teil 3 der Jubiläums-Serie

Rolf Morrien

Rolf Morrien

In der vergangenen Woche konnten Sie hier im „Einsteiger-Depot“ den 2. Teil der Jubiläums-Serie zum DAX lesen. Darin fanden Sie unter anderem eine Auflistung der 30 aktuell im DAX vertretenen Unternehmen und die Index-Gewichtung dieser Aktien. Außerdem habe ich Ihnen in Grundzügen erläutert, wie die Gewichtung zustande kommt.

Heute möchte ich Ihnen hier im Wochenbericht etwas ausführlicher schildern, wie ein Index-Aufstieg in den DAX oder  in Abstieg aus dem DAX möglich ist und wie und wann der Auf- oder Abstieg zustande kommen kann.
Ein passendes Musterbeispiel gibt es aktuell: In den vergangenen Wochen sorgte die Aktie des im DAX gelisteten deutschen Kali- und Salzförderunternehmens K+S regelmäßig für Schlagzeilen. Nachdem der russische Kaliförderer Uralkali steigende Fördermengen und fallende Kali-Preise angekündigt hatte, verlor die K+S-Aktie (wie fast alle Aktien aus der Branche) zwischenzeitlich 30 bis 50% des Börsenwertes.

Dadurch wurde K+S plötzlich zu einem Abstiegskandidaten aus dem DAX und der aktuell im MDax gelistete Handelsriese Metro, der früher bereits im DAX vertreten war, zum Aufstiegskandidaten Nummer 1. Noch im laufenden Jahr könnte die Metro-Aktie die aktuell angeschlagene K+S-Aktie im DAX ablösen. Die konkreten Kriterien für einen Auf- oder Abstieg möchte ich Ihnen jetzt vorstellen.

 

Die Kriterien für den Auf- und Abstieg

Grundsätzlich gibt es zwei Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden. Dabei handelt es sich zum  inen um den Börsenumsatz. Darunter wird der Wert der täglich über die Börse gehandelten Aktien verstanden. Zum anderen handelt es sich um die Streubesitz- Marktkapitalisierung. Diese drückt den Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes aus (Streubesitz = Aktien, die nicht einem festen Großaktionär gehören). Daneben gibt es jeweils vier Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese stelle ich Ihnen jetzt vor:

Fast-Entry: Der „schnelle“ Einstieg

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach den beiden oben genannten Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Dies trifft aktuell auf keinen der potenziellen Nachfolger von K+S zu. Aus dem DAX scheidet dann der Wert aus, welcher in mindestens einer Rangliste (Umsatz oder Börsenwert) schlechter als die Nr. 35 ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist. K+S könnte zum nächsten Anpassungstermin zwar in der Rangliste Streubesitz-Marktkapitalisierung – wegen des aktuell niedrigen Kursniveaus – schlechter als auf Platz 35 abschneiden, nicht jedoch in der Rangliste Börsenumsatz. In letztgenannter Rangliste ist K+S zur Zeit weit davon entfernt, einen schlechteren als den 35. Platz zu belegen.

Regular-Entry: Der „reguläre“ Einstieg

Ein Unternehmen wird auch dann neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt und sofern ein Indexwert existiert, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Unternehmen gehört.

Nach dieser Regel wäre ein Ausscheiden von K+S aus dem DAX möglich, da K+S in der Rangliste Streubesitz- Marktkapitalisierung die ersten 35 Plätze verlassen könnte. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob es Metro – oder ein anderer Aufstiegskandidat – gleichzeitig nach beiden Kriterien unter die ersten 30 schafft.


Fast-Exit: Der „schnelle“ Ausstieg

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index- Wert aber bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreicht.

Unter Berücksichtigung dieser Regel ist ein Abstieg von K+S mehr als unwahrscheinlich, da K+S in der Rangliste Börsenumsatz viel zu weit davon entfernt ist, einen schlechteren als den 45. Platz zu belegen.

Regular-Exit: Der „reguläre“ Ausstieg

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen gehört, ein Nicht- Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht. Wahrscheinlicher ist ein DAX-Abstieg von K+S nach dieser Regel, da K+S zum Anpassungstermin in der Rangliste Streubesitz-Marktkapitalisierung einen schlechteren als einen der ersten 40 Plätze belegen könnte. Die Anpassungstermine für einen möglichen Auf- und Abstieg stelle ich Ihnen jetzt ausführlich vor. Die Auf- und Abstiegstermine Einmal jährlich im September findet ein sogenannter ordentlicher Anpassungstermin statt. Nur zu diesem Termin werden alle vier der oben genannten Aufund Abstiegsregeln angewendet. An den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember hingegen werden nur die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln angewendet.

Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem zum Beispiel im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen. Zudem kann in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel bei kurzfristig angekündigten Übernahmen oder signifikanten Veränderungen des Freefloat (Aktienstreubesitz), der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen.

Zum Abschluss der großen DAX-Serie möchte ich Ihnen jetzt noch einen Ausblick auf die Zukunft des DAX geben:

DAX-Ausblick: Denken Sie an Kostolany!

Wie wird sich der DAX künftig entwickeln? Börsenlegende André Kostolany gab auf diese Frage einst eine verblüffend einfache und trivial klingende Antwort: „Der DAX wird steigen“.

Dass er damit richtig lag, zeigt die Entwicklung des DAX in den vergangenen 25 Jahren. Vor 25 Jahren startete der DAX nämlich mit 1.000 Punkten und steht heute bei rund 8.300 Punkten. Daraus ergibt sich eine jährliche Durchschnittsrendite für den besagten Zeitraum von über 8%. Und das trotz einiger schwerwiegender Krisen.

Wenn Ihnen jemand den vermeintlichen DAX-Stand für einen konkreten Zeitpunkt in der Zukunft nennt, so ist diese Äußerung mit Vorsicht zu genießen. Denn niemand kann vorhersehen, ob nicht vielleicht ein paar Tage vor diesem  onkreten Termin durch einen Terroranschlag oder einen ähnlichen externen Schock die Märkte erschüttert werden. Wenn Sie hingegen Kostolanys Prognose folgen, sind Sie langfristig auf der richtigen Spur. Wenn man die Entwicklung des DAX aus den vergangenen 25 Jahren für die nächsten 25 Jahre bis ins Jahr 2038 fortschreibt, ergibt sich daraus ein DAX-Stand von rund 55.000 Punkten. Ob wir im Jahr 2038 exakt einen solchen DAX-Stand erleben werden, kann ich Ihnen nicht versprechen. Was ich Ihnen jedoch sicher sagen kann, ist, dass der DAX langfristig in diese Richtung steigen  wird.

Fazit: Ausdauer wird an der Börse belohnt

Daher beschließe ich unsere Serie zum 25-jährigen DAX-Jubiläum mit einem Fazit, welches Sie schon im ersten Teil der Serie lesen konnten: Wer an der Börse Ausdauer zeigt, der wird auch belohnt!

 

 

 

Das Einsteiger Depot biete Ihnen auf nur 4 Seiten eine Übersicht über die zuletzt empfohlenen Aktien. Außerdem gibt er Hintergrund-Berichte über die jeweiligen Unternehmen und eine ehrliche Einschätzung über die Lage in der Welt. Nach nur 12 Minuten können Sie loslegen und investieren in Ihr Gewinner-Depot!

Rolf Morrien kann Sie zu Sicherheit und Rendite führen…

EINFACH! SCHNELL! GÜNSTIG! Testen Sie hier den neuen Dienst!

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Diesen Artikel weiterempfehlen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Bulle
Geldanlage Empfehlung
Infografik der Woche
Teaser